Unternehmen haben oft Angst vor Google: Straft mich die Suchmaschine für bestimmte Maßnahmen ab? Droht mir eine algorithmische Abwertung? Gerade bei Themen wie Duplicate Content, schnellem Linkaufbau und 404-Fehlern wissen Unternehmen nicht, ob sie auf der sicheren Seite sind oder ob ihnen Ungemach droht. In diesem Podcast werden daher sechs wichtige Prinzipien vorgestellt, wie man viele Ängste und Unsicherheiten klären und auch direkt vermeiden kann.

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Shownotes:

Transcript:

Moin und herzlich willkommen zur Search Camp Episode 17. Die zweite Folge in diesem schönen neuen Jahr. Mein Thema heute ist: Don’t be afraid of Google. 6 gute Gründe keine Angst vor Google zu haben.

Worum geht’s? Ich mache viele SEO Workshops und in der Regel auch mit Nicht-SEOs, also Unternehmern, Gründer, Head of Marketing oder sowas und ich merke, es kommen eigentlich immer wieder dieselben diffusen Ängste ans Licht. Angst vor Abstrafung, vor Abwertung, Duplicate Content, kommt eigentlich zielsicher in jedem Workshop. Auch so Themen wie Link Velocity, also wieviel Links baue ich pro Zeit auf. Das kommt echt wahnsinnig oft und es kommt auch irgendwie immer wieder das Gleiche. Und deswegen habe ich gedacht, mache ich mal einen Podcast dazu, 6 Prinzipien, wie man eigentlich mit diesen Ängsten umgeht.

Zunächst möchte ich aber mal zwei Begriffe erklären, die eigentlich immer relativ in einen Topf geworfen werden. Und zwar das ist Abstrafung und Abwertung.

Abstrafung ist eine manuelle Maßnahme, das heißt, da hat wirklich ein Mensch bei Google irgendwo draufgedrückt und gesagt: So, der macht jetzt Mist und der kriegt wirklich jetzt eine Abstrafung. Das kann ich in der Google Search Console dann sehen, das heißt, da gibt’s einen extra Menüpunkt dafür, für manuelle Maßnahmen. Und da kriege ich dann quasi einen Brief von Google, da steht auch drin, was ich Schlimmes gemacht habe. Die Ursachen kann ich dann beheben und dann kann ich bei Google betteln, dass diese Abstrafung wieder aufgehoben wird. Eine Abwertung ist algorithmischer Natur, das heißt, weiß nicht, Google gefallen meine Links nicht oder die Qualität meiner Website ist nicht okay und meine Rankings verringern sich, aber ich kriege eben keine Nachricht von Google, wo drinsteht, deine Qualität hat abgenommen oder du hast viele schlechte Links aufgebaut. Das erstmal als die große Unterscheidung und in der Regel ist es so, wenn jemand Angst vor einer Abstrafung hat, meint er eigentlich fast immer eine Abwertung, weil diese manuellen Maßnahmen, natürlich gibt’s die, keine Frage, aber ich würde mal behaupten, dass Abwertungen eigentlich noch häufiger sind.

So insgesamt muss man natürlich sagen und das verstehe ich auch total, Unternehmen wollen einfach nichts falsch machen. Also Ängste schützen uns vor etwas, das ist erstmal eine positive Sache im Leben und ich sehe auch drei gute Gründe für solche Ängste.

Punkt 1 natürlich: Von Google hängt viel ab. Wenn man sich bei einigen Unternehmen anguckt, wieviel Umsatz über diesen organischen Kanal erreicht wird, verstehe ich das total. Da will niemand seinen Job riskieren, auch Unternehmer, die jetzt keinen Job verlieren können, wollen natürlich trotzdem diesen Umsatz nicht verlieren. Also vollstes Verständnis für Grund Nummer 1.

Grund Nummer 2 ist: Google ist in vielen Punkten intransparent. Ein Beispiel. Links tauschen ist eigentlich schlecht. Das heißt, wenn ich das in massivem Umfang mache, dann werde ich abgestraft oder abgewertet, aber einige wenige Links darf ich tauschen, mit Partnern zum Beispiel. Aber, wo liegt diese Grenze eigentlich? Und diesen Schwellwert, den sagt mir Google eben einfach nicht und da fragen sich natürlich zu Recht Unternehmer: Ja, wenn ich jetzt mit einem Partner Link tausche, ist das jetzt schlecht? Kann ich dafür schon abgestraft werden? Das wird sich glaube ich auch nicht beheben lassen. Also diese Schwellwerte, so sie denn irgendwo algorithmisch wirklich exakt festgelegt sind, wird Google nicht offenlegen. Ist völlig klar. Von daher mehr Transparenz wäre nicht schlecht. Ich verstehe aber natürlich auch, warum Google das nicht machen möchte.

Und Grund Nummer 3 ist natürlich einfach: Es gibt viel gefährliches Halbwissen da draußen. Dieses „Ich habe da mal gehört, ich habe da mal gelesen.“ das gibt’s leider immer noch sehr oft. Das heißt, es wird natürlich auch viel Unsinn geschrieben und es wird auch relativ oft gerne mal was komplett missverstanden. Und dann kommen natürlich solche Ängste zustande.

Also zusammengefasst diese 3 Punkte, muss man ganz klar sagen, die Beziehung zu Google ist kompliziert. Wer sich nicht tagtäglich mit SEO beschäftigt, kann schnell Ängste vor Abstrafungen, vor Abwertungen kriegen. Wichtig ist natürlich auch, dass man sagt: Einige Ängste sind natürlich absolut begründet. Es gibt Sachen, die mir schaden können. Wenn ich viele schlechte eingehende Links habe, kann mir das schaden. Wenn ich wenig guten Content habe, wenn ich wenig Unique Content habe, kann mir das schaden. Wenn ich Spam Content, kann mir das schaden. Auch banale Sachen, wenn meine Website nicht mobiltauglich ist, kann mir das in der mobilen Suche schaden. Wenn ich meine Website nicht gut auf den Nutzer ausrichte, kann mir das im Moment schaden und in Zukunft sicherlich noch deutlich mehr. Oder auch, wenn meine Website langsam ist und und und. Also es gibt schon viele Gründe, wo das alles absolut berechtigt ist, aber muss man natürlich trotzdem sagen, das, was typischerweise an mich herangetragen wird an Ängsten, hat eher mit anderen Sachen zu tun. Also sowas wie Duplicate Content. Und deswegen von mir jetzt mal 6 wichtige Prinzipien wie man mit Ängsten gegenüber Google umgehen sollte.

Prinzip Nummer 1: Frage dich, handelt es sich um ein übliches Problem bei Websites? Würde Google das so machen wollen? Nochmal zurück zum Thema Duplicate Content. Wenn Google wirklich alle Websites, die in irgendeiner Weise Duplicate Content haben, abstrafen würde, könnte man das Internet, respektive den Google Index dichtmachen. Also immer erstmal überlegen: Wie häufig ist etwas? Wie normal ist etwas? Oft kommt in Workshops auch so ein Thema auf wie: Sind eigentlich viele 404 Fehler schlecht für das Ranking? Die werden in der Google Search Console ausgegeben und da haben natürlich manche Angst, dass dem so ist. Auch hier muss man sagen: 404 Fehler sind einfach normal. Das heißt, wenn ich 10.000 Fehler da habe, klar, ist das nicht schön, aber es schadet mir auch nicht. Man muss natürlich ein bisschen genauer hinschauen. Also, wenn ich viele 404 Fehler habe, also 404, Seite nicht gefunden, dann verliere ich natürlich die Rankings für die Suchbegriffe, die diese URLs vorher mal hatten. Aber es ist trotzdem kein schlechtes Zeichen für meine Website an sich. Habe ich also keine Angst vor Abstrafung oder Abwertung.

Prinzip Nummer 2: Gegenbeispiele suchen. Also ich höre manchmal in Workshops so dieses „Ja, wir wollen nicht so viel nach draußen verlinken, dann verlieren wir ja Pagerank oder Link Juice.“ Ist natürlich totaler Quatsch. Und dann hilft das Prinzip Nummer 2. Wie gesagt, Gegenbeispiele suchen. Frage dich doch mal: Gibt es Websites, die stark nach außen verlinken und trotzdem gut ranken? Zum Beispiel die Wikipedia verlinkt auf alles und jeden und rankt immer noch ziemlich gut.

Prinzip Nummer 3 ist: Alles in Relation sehen und sich den Umfang klarmachen. Neudeutsch eigentlich, die Dosis macht das Gift. Also, wenn ich 2 schlechte Links habe, aber ich habe 1.000 gute, ist das meiner Meinung nach ziemlich egal. Wenn ich 2 Dubletten habe auf meiner Website und 10.000 andere Seiten, ist das auch vollkommen okay. Also immer erstmal gucken, wieviel davon, von dem, was ich glaube, was mir schadet, habe ich eigentlich?

Prinzip Nummer 4: Viele Ängste sind sehr akademisch. Also Frage stellen: Übertreibe ich es vielleicht? Kann das, wovor ich Angst habe, eigentlich wirklich real passieren? Also oft gibt’s halt diese Sorge, wenn ich zu viele Links aufbaue, werde ich dafür bestraft. Da könnte man eben nochmal den Punkt aufgreifen, es passiert in der Praxis natürlich, dass auf einmal viele Links entstehen. Also, wenn was viral geht, wenn große Sportereignisse sind, dann entstehen halt bei ganz bestimmten Websites auf einmal viele Links und die werden dafür auch nicht abgestraft. Aber trotzdem, der Punkt war: Übertreibe ich es vielleicht? Und ganz ehrlich, die meisten, die sich fragen, kann ich eigentlich zu schnell Links aufbauen, schaffen das sowieso nicht. Also man muss das erstmal hinbekommen, dass man zu viele Links aufbaut und das schaffen in der Regel die wenigsten. Spannend ist übrigens eine Studie, die auf MOZ veröffentlicht wurde. Ich habe das in den Shownotes auch veröffentlicht. Die könnt ihr auf internetkapitaene.de abrufen. Da hat man sich so vier Fallstudien angeguckt. Amplifon, Simply Business, Concert Hotels und JustPark. Alles Websites, die es mit Content geschafft haben innerhalb kurzer Zeit sehr viele Links aufzubauen. Und eigentlich war die Fragestellung bei diesen Fallstudien: Hat das was Positives gebracht? Aber vor allem hat man gesehen, es hat auch nichts Negatives gebracht. Also es gibt auch hier wieder auch Beispiele, mit denen man sowas aushebeln kann.

Prinzip Nummer 5: Informiert sein. Na ja ist natürlich (lacht) gerade in dieser postfaktischen Ära, in der wir jetzt angeblich leben, ist informiert sein natürlich super wichtig. Und da ist es natürlich vor allem das Lesen der Google Richtlinien für Webmaster. Kostet bestenfalls eine Stunde. Da steht alles drin, was man nicht tun soll. Da steht auch vieles drin, was man tun soll. Das heißt, wenn man das gelesen hat, haben sich viele Ängste eigentlich schon erledigt. Man muss natürlich noch ein bisschen mehr informiert sein, also auch was in den ganzen Hangouts und so von Google kommuniziert wird, das präzisiert in der Regel nur diese Google Richtlinien. Bleibt da dran an dem Thema und wie gesagt informiert sein ist einfach so die allerbeste Möglichkeit viele Ängste einfach direkt auszublenden.

Ja und Prinzip Nummer 6, das letzte Prinzip ist für mich: Gar nicht erst Tricks versuchen. Einige Ängste kreisen sich eben auch um kritische Techniken. Schadet mir diese ganz bestimmte Art Links aufzubauen? Wenn diese Frage kommt, weiß ich in der Regel schon die Antwort. Also in 95 Prozent der Fälle, wenn so eine Frage kommt, kann man direkt antworten: Lass die Finger davon. Und so ist es hier halt wirklich in der Praxis sehr oft. Also kritische Techniken führen natürlich dazu, dass man wirklich Angst haben muss, weil Google wird halt immer besser und immer schlauer und das wird auch nicht irgendwie besser für uns SEOs ausgehen in der Zukunft. Also deswegen wie gesagt, gar nicht erst Tricks versuchen.

Ja das waren die 6 Prinzipien. Ich möchte mal grundsätzlich sagen: Google ist nicht dein Freund, Google ist aber vor allem auch nicht dein Feind. Das ist halt einfach eine große Maschine. Man sollte vorsichtig sein, aber auch nicht paranoid. Vieles ist einfach auch normal, was bei dir auf der Website passiert. Und deswegen in Anführungsstrichen, alles, was normal ist, kann eigentlich fast nicht zu einer Abstrafung und / oder Abwertung führen. Wie gesagt, Kenntnis der Richtlinien unglaublich wichtig. Wer sich daran hält, kann eigentlich wenig falsch machen. Und vor allem, keine Tricks versuchen, immer sauber bleiben da draußen, dann funktioniert es auch. Das war’s für heute.

War ein kurzer Podcast, aber ein wichtiges Thema für mich, weil wie gesagt, diese ganzen Themen, das ist für mich immer so ein großes Déjà-Vu oder ich habe schon so eine Liste vor mir, wo ich eigentlich fast schon weiß, im Workshop kommen mindestens drei von diesen fünf Ängsten kommen immer heraus und diese Fragen kommen immer. Ich hoffe, dass ich die heute einmal beantworten konnte und dass ich euch da draußen ein bisschen helfen konnte, einfach keine Angst mehr vor Google zu haben. Deswegen das war’s für heute. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich wie immer über Feedback, über Kritik. Ich freue mich auch vor allem über eine schöne Bewertung auf iTunes und ja, wir hören uns hoffentlich bald wieder. Der nächste Podcast ist schon in Vorbereitung und in diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Tag und bis bald. Tschüss!

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.