In Episode 16 werfe ich einen Blick auf die Trends, die andere SEOs für 2017 vorhergesagt haben. Was ist mit AMP, RankBrain und Voice Search? Warum ist SEO mehr als nur die Optimierung für Google? Und wie muss man seine Strategie anpassen, um auch 2017 noch ganz vorne dabei zu sein?

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Shownotes:

Transcript:

Moin und herzlich willkommen zu Search Camp Episode 16. Die erste Ausgabe im neuen Jahr. Ich hoffe ihr seid alle gut rübergekommen. Mein Thema heute: SEO Trends.

Und wie kam ich eigentlich auf das Thema? Man kriegt geradezu so zum Jahresende, also Jahresende 2016, immer viele Anfragen was dafür zu schreiben für irgendwelche Magazine, für irgendwelche Blogs und das mache ich auch immer gerne. Aber heute habe ich halt gedacht, ich drehe mal den Spieß ein bisschen um und gucke mal nach über welche SEO Trends haben eigentlich andere Leute so geschrieben und wie stehe ich eigentlich zu diesen Trends. Und da habe ich 6 Trends herausgearbeitet und die soll es jetzt mal insgesamt gehen. Ja wie gesagt, viele Trends angeguckt, ich habe einfach (lacht), was macht man als SEO? Man geht erstmal in die organische Suche und tippt „SEO Trends 2017“ ein, dann habe ich die Top 100 Suchergebnisse durchgearbeitet.

Da war auch viel Müll dabei, keine Frage. Ich habe vor allem erstmal raussortiert, was ohnehin schon Standard ist. Also Onpage wird wichtiger, Onpage bleibt wichtig, Offpage wird wichtiger. Also solche Standardsachen, wo man einfach sagen muss, okay, die kann man sich dann an irgendeinem Punkt auch schenken und habe dann herausgeguckt, was sind eigentlich so Themen, die häufiger genannt werden oder die wirklich auch Relevanz haben.

Vorab muss ich sagen, ich halte nicht viel von diesen ganzen SEO Trend Analysen, ganz einfach, weil ich in der Praxis den Schaden ausbaden muss, den die verursachen. Ich mache sehr viele SEO Workshops und es ist ganz oft so, dass man dann merkt: Oh, da hat jemand ganz bestimmte Trends gelesen und gesehen und macht was damit und lässt dafür aber andere Sachen liegen, die viel wichtiger wären und deswegen so SEO Trends finde ich gut, wenn man die Strategie anpasst und vielleicht eventuell auch ein paar kleine Versuchsballons in bestimmte Richtungen startet. Ich halte es für schlecht, wenn man dafür vor allem Basics aus den Augen verliert und wirklich auch aus den Augen verliert: Womit verdiene ich eigentlich wirklich real Geld? Was ist wirklich wichtig? Wenn man das jetzt mal außen vorlässt, habe ich wie gesagt insgesamt 6 SEO Trends gefunden, über die man wirklich mal reden kann.

Den 1., da geht’s um das Thema Epic Content, respektive um den Tod des Epic Contents. Epic Content ist etwas, was gerade so in 2015, 2016 sehr stark herauskam. Und ich habe einen interessanten Beitrag gefunden von Jayson DeMers, wie auch immer man den ausspricht, Founder und CEO von AudienceBloom. Der Artikel ist auf Forbes.com erschienen. Ja und er schreibt, eigentlich eine ganz interessante Sichtweise und zwar es geht ihm um Epic Content, also für ihn „Long pieces that cover a topic comprehensively“, also viel Text zu einem ganz bestimmten Thema. Und er glaubt, dass das in Zukunft nicht mehr funktionieren wird und das glaube ich ehrlich gesagt auch. Also da stimme ich ihm 100 Prozent zu. Das Problem ist ja Content Shock, also es gibt ganz viele Leute da draußen, die produzieren Content, das mache ich in dieser Sekunde übrigens auch, und gleichzeitig eben dieses fürchterliche Thema Verdichtung der Arbeit. Also man hat immer weniger Zeit, um immer mehr Content zu lesen und in der Folge glaube ich – und da stimme ich dem Jason absolut zu – wird das passieren, was eigentlich passieren muss. Man hat einfach weniger Zeit pro Content und dieser Content muss sich einfach verändern, er muss glaube ich mehr snackable werden, also möglichst einfach zu erfassen, möglichst einfach zu konsumieren. Niemand hat glaube ich heutzutage noch wirklich die Zeit sich 10.000 Wörter oder so oder 20.000 oder 50.000 Wörter durchzulesen, sondern, wenn man jetzt eben gerade mal 20 Sekunden hat und hat auf irgendeinen Link geklickt, es muss einfach schneller gehen. Und sein Stichwort dafür ist Dense Content, also dichter Content. Und halte ich für einen Supertrend für ein wichtiges Thema, dass man sich eben überlegt, es geht nicht mehr darum irgendwie X Wörter oder X Zeichen zu generieren, sondern das Ganze möglichst snackable zu machen und er sagt das noch so: „Focussing on providing as much information as possible in the smalles possible space.“ Und das halte ich echt für einen spannenden Trend.

Trend Nummer 2: SEO ist nicht mehr nur Google. Habe ich zum Beispiel einen Beitrag auf Haufe.de gefunden, wo es eben darum geht: Ja klar, Google ist die Nummer Eins der Suchmaschinen und Bing wird wahrscheinlich in extrem absehbarer Zeit da auch nicht dran kratzen können. Also, ob die jetzt angeblich ihre 10 Prozent Marktanteile oder nicht erreicht haben, ist vollkommen egal, Google ist natürlich unter den „normalen“ Suchmaschinen einfach die Nummer Eins und wird es auch bleiben. Aber es gibt natürlich auch andere Suchmaschinen. In der Produktsuche ist ganz klar Amazon der Marktführer und da gibt’s auch ein spannendes Statement vom Eric Schmidt, also damals Chef von Google, der halt gesagt hat: Unser wahrer Konkurrent ist gar nicht Bing und ist auch nicht Yahoo, sondern Amazon. Und das glaube ich dem absolut. Die meisten Produktsuchen starten mittlerweile bei Amazon und mit solchen Sachen, mit solchen Klicks verdient Google traditionell natürlich sehr viel Geld und wenn das alles woanders stattfindet, ist das natürlich erstmal schädlich. Aber es gibt nicht nur Amazon, auch YouTube ist natürlich ein großes Thema und natürlich auch die Suche bei vielen sozialen Netzwerken. Noch einen anderen Beitrag vom Julian von Seokratie gefunden, der zum Beispiel Pinterest nennt als wichtige Traffic-Quelle. Sehen wir auch so. Bei einigen Kunden ist das ein spannendes Ding. Er nennt auch nochmal YouTube, klar, da geht eine ganze Menge. Also guckt euch das alles an. Nicht nur immer Google, Google, Google, sondern da geht echt noch was. Und wenn man sich bei einigen unserer Kunden anguckt, was Amazon so bringen kann, dann ist das wirklich natürlich sehr beeindruckend. Ich meine, Amazon verlangt dafür auch (lacht) eine ganze Stange Geld, überhaupt keine Frage. Ich hatte auch eine sehr hitzige Debatte in diesem Jahr mit jemanden, der meinte: Okay, packe doch alles auf Amazon. Aber ich hatte jetzt gerade zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit mit einem Freund von mir gesprochen, der eigentlich fast nur noch über Amazon Geld verdient und der meinte: Wenn Amazon ihm zwei Tage lang den Account sperrt, ist er pleite. Also auch solche Abhängigkeiten dürfen natürlich nicht entstehen, aber wie gesagt, guckt euch das alles an, was es da draußen noch an alternativen Traffic-Quellen gibt.

Trend 3 – und das wird mit Sicherheit in der Kommunikation ein wichtiges Thema werden – ist Mobile First Index. Da habe ich einen Beitrag gefunden zum Beispiel von Dirk Schiff. Und ja, er sieht das Ganze ein bisschen größer, er meint noch: Sind die Veränderungen aufgrund des Rollouts noch nicht spürbar. Also da geht’s um das neue Mobile First Denken, also Google verabschiedet sich in seiner Index-Sichtweise von dem: Ich gucke mir erst den Desktop an und Mobile ist so ein Nebenprodukt, sondern ich gucke mir jetzt erstmal Mobile an und Desktop ist das Nebenprodukt. Dirk Schiff meint: Das wird sich von der Veränderung her in den nächsten Monaten sicherlich ändern. Also Website-Betreiber sollten jetzt die Hausaufgaben machen und sich auf struktureller und inhaltlicher Ebene weiterentwickeln. Ich sehe es ein bisschen anders. Also Mobile First Index, wie gesagt in der Kommunikation wird es ein wichtiges Thema werden, für die meisten Websites da draußen wird es kein relevantes Thema werden. Wer Responsive Webdesign nutzt und da nicht ganz schlimme Sachen macht, wird darüber nicht nachdenken müssen. Wer natürlich eine separate mobile Website hat und nicht alle Inhalte sowohl Mobil als auch Desktop gleichermaßen abbildet, hat vielleicht ein Problem. Deswegen guckt euch das Thema an, bleibt dran, aber wahrscheinlich ist es für euch ohne Konsequenzen.

Der 4. SEO Trend ist mit RankBrain und Nutzerintention umschrieben. Ist natürlich nach wie vor ein heikles Thema. Also, wenn du dich als SEO blamieren willst, schreib was über RankBrain. Einfach deswegen, weil man unglaublich wenig darüber weiß. Es ist einer der drei wichtigsten Rankingfaktoren von Google. Wie das Ding funktioniert, was genau das macht, weiß eigentlich so richtig kein Mensch. Ich habe einen ganz guten Beitrag gefunden vom Christian Stancyk, ich hoffe ich spreche es richtig aus, Director Client Services bei Blue Summit. Und er zielt halt vor allem darauf ab, dass man ein besseres Verständnis der Suchintention kriegen muss, dass Google den Content besser versteht und somit auch bessere Antworten liefern kann. Der inhaltlichen und strukturellen Gestaltung des Contents wird somit eine große Bedeutung beigemessen, meint Christian. Stimme ich ihm grundsätzlich zu. Also Verständnis der Suchintention ist ein wichtiges Thema. Ich kann eben nur für Sachen ranken, wenn ich auch die beste Antwort habe. Da geht’s gar nicht mehr so um klassische Onpage Optimierung, also kommt mein Wort jetzt so und so oft vor, alles Quatsch. Ich glaube, es ist nicht wirklich so ein richtiger SEO Trend, weil es eigentlich auch kein richtig neues Thema ist. Mit RankBrain haben wir uns jetzt schon ein paar Tage beschäftigt und dass die Nutzersignale stimmen müssen, das ist jetzt auch zum letzten durchgekommen. Trotzdem glaube ich natürlich, dass viel mehr darüber geschrieben wird und ich glaube auch, es erfordert eine Umstellung bei einigen Online Marketern, aber inwieweit das wirklich ein Trend werden wird, müssen wir halt mal gucken.

Der 5. Trend ist sicherlich AMP. Da habe ich zum Beispiel vom Fabian Nesensohn, den kannte ich auch noch nicht, Teamleiter im Bereich SEO bei xpose360, der hat einen spannenden Artikel auf der W&V geschrieben. Er schreibt: AMP wird den mobilen Bereich stark beeinflussen und auch im E-Commerce wird AMP an Relevanz gewinnen. Ja, weiß ich nicht noch nicht. Würde ich auch dranbleiben und genau hinschauen, aber in jedem Fall keine Wunder erwarten. Wir haben eine große Datenbank, wo wir ganz viele Online Shops täglich beobachten und wenn man da mal guckt, wer von denen AMP macht, ist das schon sehr unbeeindruckend. Also die Shop-Betreiber und auch unsere E-Commerce Kunden, für die scheint das jetzt kein großes Thema zu sein. Es ist natürlich vor allem auch erstmal technischer Aufwand, weil ich muss eben nochmal meine ganzen Seiten für etwas Anderes exportieren in einem anderen Format und in der Vergangenheit muss man sagen, war AMP auch nicht wirklich Shop-freundlich. Die AMP Jungs drehen da eine ganze Menge dran, dass AMP Shop-freundlicher werden wird. Ob die Shops dann auf den Zug aufspringen, weiß ich nicht. Wir werden auf jeden Fall an dem Thema dranbleiben, um eben zu gucken, was machen eigentlich andere und so werden es viele Shop-Betreiber auch machen, dass sie erstmal gucken, ist das überhaupt ein Thema, weil natürlich, wenn man seine Seiten als AMP auch noch ausliefern möchte, es ist natürlich erstmal ein Aufwand. Und wie immer die Frage: Aufwand ist egal, aber welchen Nutzen bringt mir das Ganze eigentlich? Und ich habe so ein Gefühl wirklich, dass viele da in der Lauerstellung sind und gucken, hat irgendjemand damit schon irgendwelche positiven Erfahrungen? Wir selber haben zum Beispiel unseren Blog Internetkapitäne auch geAMPt und einfach nur, um zu gucken: Was muss man alles machen? Wie sieht das aus? Welche Auswertungen kriege ich? Das ist ganz interessant, aber wie auch schon gesagt, unsere E-Commerce Kunden treten uns mit dem Thema AMP jetzt nicht gerade die Tür ein.

Der SEO Trend Nummer 6: Habe ich einen Beitrag gefunden auf Pagerangers.com, da geht’s um Voice Search. Ja, also der Autor schreibt selber: Ob es bereits 2017 für einen Megatrend reicht, wage ich nicht zu postulieren. Fakt ist, dass die Entwicklung der Voice Search rasant zugenommen hat. Ja, also meine Meinung dazu. Es ist glaube ich unbestritten, dass es mehr Voice Search geben wird und auch schon aktuell gibt. Da muss ich nur irgendwie hier in unser Kinderzimmer gucken oder auch in manche Büros oder ich während der Autofahrt, keine Frage. Verändert das das Spiel? Das weiß ich eben nicht. Also, wenn es zum Beispiel wirklich so ist, dass RankBrain so ein Matching macht zwischen Suchanfrage und Content, dann ist es eigentlich, dann könnte es egal sein, ob ich per Voice Search suche oder klassisch. Also, ob ich jetzt auf dem Desktop eintippe: „Angela Merkel Alter“ oder ins Voice Search eintippe oder einspreche „Wie alt ist Angela Merkel?“, dürfte eigentlich keinen Unterschied machen. Und wenn dem so ist, dann ist das eigentlich egal, wo die Anfrage jetzt wirklich herkommt. Ich bin auch mal gespannt, in der Google Search Console wurde mal angekündigt, dass man auch da in der Suchanalyse die Voice Search Suchanfragen sehen kann. Das ist natürlich aktuell noch nicht so. Vielleicht kommt das in 2017. Und dann fände ich es wirklich spannend zu gucken, wie sucht man eigentlich mit Voice Search? Ist das alles ganz anders oder ist das vielleicht doch alles nur das Gleiche? Das weiß ich noch nicht. Häufige Konsequenz, die genannt wird, ist natürlich, dass die sogenannten W-Fragen zunehmen. Also, dass jemand eine Wer, Wie, Was Frage in Google einspricht. Das glaube ich, aber auch das Thema ist nicht wirklich neu. Man kann sich diese ganzen W-Fragen mal liefern lassen über ein Tool wie HyperSuggest oder AnswerThePublic. Würde ich auch mal machen, ist aber auch nicht wirklich so ein brandneues Thema.

Also das waren so die 6 SEO Trends, die mir wirklich aufgefallen sind, häufiger genannt oder die halt besonders interessant waren. Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Tipps in die richtige Richtung geben, worauf müsst ihr so im nächsten Jahr achten. Wir werden auf jeden Fall an den ganzen Themen wie Voice Search oder AMP dranbleiben, bei den Internetkapitänen beim Suchradar und natürlich hier bei Search Camp. Also, gibt immer einen guten Grund uns zu abonnieren. Gerne immer machen. Ist auch immer schön, wenn ihr einen positiven Kommentar auf iTunes hinterlasst. Freue ich mich drüber. Und wer die ganzen Links haben möchte, von den SEO Trend Analysen, die ich jetzt so durchgearbeitet habe zu den einzelnen Themen, gerne, ab sofort veröffentliche ich auch Shownotes auf den Internetkapitänen. Also auf internetkapitaene.de gehen und dort einfach mal nach Episode 16 suchen und dann findet ihr auch die Shownotes dafür. Das war’s für heute, vielen Dank und hoffentlich bis bald. Ciao!

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.