Fehler, die eigentlich nicht passieren sollten

Vor ein paar Tagen wurde ich für einen Beitrag in der iBusiness von Sebastian Halm gefragt, ob mir Dinge aus meinem Online-Marketing-Alltag einfallen, bei denen selbst erfahrene Marketer mal Blödsinn verzapfen Fehler produzieren, die man eigentlich nicht für möglich halten sollte. In der iBusiness wurden zwei meiner Antworten übernommen, ich glaube aber, dass ich sie auch hier noch ganz gut erklären kann. Und, auch wenn es irgendwie logisch scheint, die folgenden Dinge zu tun, passiert es gar nicht so selten, dass sie eben nicht passieren.

Ziellos im Morgenland

Was ich immer wieder erlebe ist, dass selbst erfahrene Online Marketer ohne Ziel durch ihre Welt laufen. Aber was hilft es, sich fantastische Kampagnen, ausgeklügelte SEO-Maßnahmen und tolle Newsletter zu überlegen, wenn man

a) nicht weiß, wofür man das macht und
b) im Anschluss noch nicht einmal weiß, was es gebracht hat.

Deswegen kann ich immer nur wieder dazu auffordern, sich messbare und realistische Ziele zu setzen und zu kontrollieren, ob man sie einhält. Nur so kann man am Ende auch messen, ob Erfolg erzielt wurde – oder eben nicht.

Eine solche Zielsetzung wirkt sich auf alle umfassten Maßnahmen aus. Wer sich beispielsweise als Ziel setzt, seine AdWords-Kampagnen mit einem besseren ROAS auszustatten, weiß, dass er dann speziell unrentable Kampagnen kritisch beäugen und ggf. korrigieren muss. Wer sich zum Ziel setzt, im kommenden Jahr 5 % mehr Traffic zu bekommen, weiß, dass er dafür entweder bei AdWords Geld ausgeben oder stark in Suchmaschinenoptimierung investieren muss, um den zu erhalten. Vor allen Dingen kann mit solchen Zielen auch eine Budgetierung vorgenommen werden, die vielen Unternehmen schlichtweg fehlt.

Keine Marke – kein Erfolg

In meiner Praxis erfahre ich quasi jeden Tag, dass Manager oder Mitarbeiter in Unternehmen nicht wissen, wofür das Unternehmen steht, also sprich: Welche Marke es verkörpert und welche Zielgruppe angesprochen werden soll.

Dieses fehlende Bewusstsein führt zu verschiedenen Problemen: Der Online-Texter weiß nicht, welche Tonalität er anschlagen soll, der SEO weiß nicht, wie ein Seitentitel oder die Meta-Beschreibung geschrieben werden kann, der Newsletter-Verantwortliche baut E-Mails ohne Linie auf, die am Ende niemanden wirklich ansprechen – und wo im Anschluss das Newsletter-Abo storniert wird.

Was dabei auch immer wieder auffällt: „Marke“ darf nicht nur Online stattfinden, sondern muss im Unternehmen gelebt werden! Nur dann kann das Unternehmen online und offline authentisch auftreten, das heißt „innen und außen gleich“. Und ohne authentisches Selbst, kann kein Markenbild mit Esprit entstehen.

Ignoranz der Webanalyse

Wer kennt das nicht? Website aufgesetzt, jetzt noch schnell ein (teures oder kostenloses) Webanalyse-Tool aufgespielt und fertig. Und dann? Die anfallenden Daten werden einfach komplett ignoriert. Oder der Verantwortliche (gibt es einen?) kratzt bei seinen Analysen nur an der Oberfläche. Oder er weiß nicht, was genau er überhaupt analysieren soll, weil er keine Unternehmensziele kennt.

Dabei ergeben sich aus der Webanalyse so viele Potenziale, die es zu heben gilt und die das Online Marketing wesentlich verbessern können. Dabei finde ich persönlich schon wichtig, die Möglichkeiten, die die verschiedenen Tools wie Google Analytics, Econda, Piwik und Co. beherrschen, erstmal kennenzulernen. In Workshops oder durch das Studium von Blogs oder erfahrene Berater. Doch weil genau solche Fortbildungen ausbleiben, bleibt es entweder beim „an der Oberfläche kratzen“ oder, noch schlimmer, es kommt zum Teil zu falschen Interpretationen.

Deshalb: Auch bei der Webanalyse darf man eines nicht vergessen: Ziele setzen. Was helfen das schönste Dashboard und der schönste Report für den CEO, wenn dort nur steht, wie viele Besucher man hatte – obwohl das eigentliche Ziel vielleicht die Verbesserung der Absprungrate ist. Oder die Verbesserung der Conversion Rate.

Doch gerade an Zielsetzungen mangelt es Unternehmen allerorten (s. oben)

Und jetzt alle …

Wem fallen auch noch Dinge ein, die selbst erfahrene Marketing-Profis häufig falsch machen? Welche SEO- oder SEA-Fehler sieht man immer wieder? Wo schlingern Unternehmen ziellos durchs Netz? Schreib es doch einfach in die Kommentare.

 

Bildquelle: (c)Steve Garner, CC BX 2.0 on flickr.com

 

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Mehr Informationen zur BLOO:CON: www.bloofusion.de/events/bloocon/

 

About Maik Bruns

Maik Bruns ist Berater für SEO und Webanalyse in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion, Online-Marketing-Enthusiast und schreibt zu diesen Themen im Bloofusion-Blog Internetkapitäne, im SEO-, SEA- und E-Commerce-Magazin suchradar und natürlich bei Twitter und Google+. Er spricht außerdem zu SEO- und Webanalyse-Themen auf Konferenzen und gibt Seminare/Workshops zum Thema Google Analytics.

Daneben ist Maik Bruns glücklich verheirateter Papa, Marketing- und Analytics-Fan (Analytics Qualified Individual), leidenschaftlicher Fotograf, Bildbearbeiter und Freeletics-/Volleyball-Lover.

Maik Bruns ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden: