Letzte Woche hat Google einen kleinen Ausblick auf ein neues Tool für das Merchant Center gegeben, mit dem sich Produktdatenfeeds nachträglich manipulieren lassen.

Erwähnt wurde das Tool in einem Training-Video rund um Google-Shopping-Feeds. An mir wäre das im Trubel der SMX vorübergegangen, aber Christopher Rogl von Whoop hat gleich darüber gebloggt. Hier ist das ganze Video; relevant sind die fünf Minuten ab 39:30:

Die sogenannten „Feed Rules“ können auf Produtkdatenfeeds angewendet werden, um darin nachträglich Änderungen vorzunehmen. Diese Änderungen passieren nach dem Upload und vor der Auswertung des Feeds im Merchant Center. Gezeigt wurden die folgenden zwei Anwendungsfälle:

1. Attribute abbilden („mappen“)

Im Beispiel ging es darum, dass eine Spalte im Datenfeed falsch benannt war („make“ statt „brand“). Normalerweise müsste man in diesem Fall den Feed ändern, was sich durch eine Regel aber vermeiden lässt. So kann man einfach festlegen, dass die Spalte „make“ als Markenspalte „brand“ verwendet werden soll.

mapping

Bildquelle: Webinar (eine bessere Qualität gab es nicht)

2. Benutzerdefinierte Labels hinzufügen

Hier ging es darum, eigene Labels zu erstellen, um diese in AdWords zur Strukturierung zu verwenden. Dazu wurde eine Regel genutzt, die jedem Produkt ein Label in Abhängigkeit des Preises zuwies:

  • Unter $100: Custom Label 0 = „lowprice“
  • Bis $500: Custom Label 0 = „mediumprice“
  • Darüber: Custom Label 0 = „highprice“

Logisch: Es muss nicht um den Preis gehen, aber die Regel muss sich auf Dinge stützen, die im Feed vorhanden sind.

custom-labels

Bildquelle: Webinar (eine bessere Qualität gab es nicht)

Einschätzung

Die beiden gezeigten Funktionen sind schon mal potenziell hilfreich. Insbesondere die Möglichkeit, benutzerdefinierte Labels selbst erstellen zu können, erhöht die Flexibilität deutlich.

Es ist schwer zu sagen, wie umfangreich die Möglichkeiten letztlich sind. Im Webinar ging es darum, Werte in bestimmte Felder einzutragen, wobei diese entweder aus einem anderen Feld kommen (erster Fall) oder konkret hinterlegt werden (zweiter Fall).

Denkbar ist, dass man mit diesem Tool auch gezielt die Daten einzelner Produkte ändern könnte. Zumindest über eine Regel mit einer Bedingung wie „id=123“ müsste das gehen. Ob eine solche Verwendung vorgesehen ist, bleibt allerdings offen. Ebenso bleibt offen, ob man Attribute aus anderen Feldern zusammenbasteln kann (etwa: Titel = Marke + Produkttyp).

Ich könnte mir vorstellen, dass Google hier erst mal klein anfängt und das Tool ggf. erweitert. Bislang sind Werbetreibende oftmals auf kostenpflichtige Tools oder den Umweg über die IT angewiesen. Die neuen Feed Rules wären da eine willkommene Alternative.

About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEM in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

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