Eben erreichte mich eine interessante Frage zum Thema Nofollow-Links: Machen die bei Corporate Blogs eigentlich Sinn? Eine Frage, die ich gerne an dieser Stelle beantworte.

Konkret war die Frage wie folgt:

Es geht um Verlinkungen von einem Corporate Blog zum dazugehörigen Webshop. Mir ist aufgefallen, dass viele Shopbetreiber auf ihrem Blog ausführliche Artikel rund um ihre Produktwelt veröffentlichen, zum Beispiel zum Thema „So verbrennen Sie in Rekordzeit unliebsame Kalorien“ und verlinken von diesen Artikeln dann auf ihre Produkt- oder Kategorieseiten im Shop, zB auf „Crosstrainer“ oder „Laufbänder“.

Jetzt meine Frage dazu: Warum versehen einige dieser Shopbetreiber die entsprechenden Links zu ihrem Shop mit dem Nofollow-Attribut? Geht dabei nicht unnötigerweise Linkjuice verloren? Will man Google vielleicht damit zeigen, dass das Blog keine Werbeplattform sein soll?

Zunächst zur Begrifflichkeit: Nofollow-Links sind solche Links, die im HTML-Code ein bestimmtes Attribut („rel=nofollow“) haben. Das Attribut signalisiert Suchmaschinen, dass dem Link kein Vertrauen geschenkt werden darf und dass der Link vor allem nicht als positives Zeichen zu verstehen ist. Man setzt also einen Link und dokumentiert nach außen, dass man diesen Link nicht gewertet haben möchte.

Das macht z. B. in Foren oder bei Blog-Kommentaren Sinn, wo man die Links vielleicht nicht im Einzelfall prüfen kann. Bevor man nun viele Links auf Viagra- oder Porno-Websites setzt, werden diese dann oft pauschal als Nofollow-Links implementiert – auch um SEOs davon abzuhalten, die Website für den Linkaufbau zu missbrauchen.

Auch kommen Nofollow-Links zum Einsatz, wenn der Link bezahlt war (zumindest in der Theorie). Denn: Der Verkauf/Kauf von Links an sich verstößt nicht gegen Google-Richtlinien. Wenn daraus aber Dofollow-Links resultieren, verstoßen beide Seiten (Käufer und Verkäufer) gegen Richtlinien und riskieren eine Abstrafung/Abwertung.

Nun zurück zur Frage: Worum geht es denn? Es gibt manchmal Blogs wie dieses hier, bei dem aus einem Beitrag heraus auf den eigenen Shop verlinkt wird:

Bild

Dieser Link ist kein Nofollow-Link, was man im Quellcode am fehlenden Nofollow-Attribut erkennen kann:

<a title=“Trachtenhose Lederhosen für Männer günstig“ href=“http://shop.lederjacken24.de/index.cgi?ssize=&amp;keywords=trachtenhose“ target=“_blank“> Lederhosen für unter 100€</a>

Sollte hier besser ein Nofollow-Link genutzt werden? Wer zehn SEOs fragt, bekommt mit Sicherheit unterschiedliche Antworten, aber meine Sichtweise ist klar, wenn ich mir zwei zentrale Fragen anschaue:

  • Vertraue ich der Website, auf die verlinkt wird, nicht?
  • Ist das ein bezahlter Link?

Beide Fragen (hier nochmal bei Google erläutert) kann ich klar mit Nein beantworten.

Man kann sich natürlich fragen, ob es irgendein Google-Update gibt, das etwas gegen solche Links haben könnte. Oder ob es zukünftig ein solches Update geben wird. Das ist aber alles sehr hypothetisch.

Ich denke, dass solche Links absolut unkritisch sind – würde aber schon darauf drängen, dass man nicht versucht, Keyword-lastige Links zu generieren. Also: nicht immer „in unserem Lederhosen-Shop finden Sie…“, sondern eher Sachen wie „und hier finden Sie die dazu passenden…“. Der Link sollte also organisch aussehen.

Was mich auch zu der eigentlichen Frage führt: Warum nutzen manche Unternehmen Nofollow-Links, obwohl es dafür eigentlich keinen guten Grund gibt? Vor allem würde ich hier die typische Paranoia nennen, die viele Unternehmen in Bezug auf SEO haben. Paranoia klingt insgesamt etwas negativ, obwohl ich immer noch den Grundsatz „Just because you’re paranoid doesn’t mean they’re not after you“ schätze. „Gesunde Vorsicht“ ist sicherlich ein besseres Wort, das den allgemeinen Zustand beschreibt, in dem sich viele Unternehmen bei einer unklaren Informationslage und ständigen Nebelkerzen von Google liegt.

Also: Wer will, kann solche Links als Nofollow-Links aufbauen. Denn: Der Effekt dieser Links ist ohnehin bestenfalls gering.

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.