Da ja jetzt schon Tag Fünf nach den Konferenzen ist und es wirklich, wirklich massig Recaps gibt, die eigentlich schon alles Wichtige zusammenfassen, zum Teil fast so ausführlich wie die einzelnen Vorträge selbst sind und fachlich ausreichend zur Diskussion anregen, gibt es an dieser Stelle nicht noch einen Beitrag dieser Art. Auch meine pixeligen Handyfotos werde ich euch größtenteils ersparen (große-Erleichterung-beim-Leser). Dafür gibt es im Folgenden ein paar grundlegende Anmerkungen zu den beiden Konferenzen, vor allem zu den verschiedenen Track-Einstufungen und dementsprechend natürlich eine Empfehlung für das nächste Jahr.

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Zuallererst vorne weg: Wir waren auf beiden Konferenzen.  Natürlich muss man unterscheiden, dass die (jüngere) OMX für das Thema Online Marketing ist und es sich bei der SEOkomm um SEO dreht (verrückt und überraschend gleichermaßen, Verwunderung Teil 1). Da die Aufteilung aber die gleiche gewesen ist, läuft der weitere Artikel unter „zwei Fliegen mit einer Klappe“:

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Der Hardcore Track:

Wird der größte Teil der Erwachsenen im ersten Moment wohl eher mit Pornografie in Verbindung bringen…  Hat aber hier (Verwunderung Teil 2) eher die Bedeutung von Experts, Hidden Champions  etc…pp. 

Oder doch Erotikfilmchen?

Definitiv nicht, der Track ist seinem Namen mehr als gerecht geworden! Ich saß im ersten Track von Thomas Grübel, der den harmlosen Titel „AdWords unter der Haube“ trug und hatte mir tatsächlich eingebildet hier etwas für meine rudimentäre Arbeit an meinen drei kleinen Eigen-Kampagnen zu bekommen. Allerdings hätte Thomas auch genauso gut Klingonisch mit Akzent sprechen können und mir etwas vom Paarungskampf der Moschusochsen (indirekte Anspielung auf Tracktitel!) erzählen können. Wobei da wahrscheinlich nicht annähernd so viele Excel-Sheets verwendet worden wären…

Für wen ist das jetzt was?

Und um jetzt zu sagen wie es wirklich war: Es war der Hammer! Für Leute die wirklich Ahnung von den einzelnen Themen hatten, war der Hardcore-Track jeweils genau das richtige. So war Thomas Beitrag für richtige SEAs eine echte Sternstunde, so wie ich es von vielen Teilnehmern später bestätigt bekommen habe. Quasi das Gegenteil von Wischiwaschi und super tief in der Praxis (jetzt müsste der zweite indirekte Bezug auf den Track-Titel kommen). Vor allem bei der SEOkomm kamen so auch sehr spezielle Themen zum Zuge, bei denen wirklich auch „Experten“ in den einzelnen Gebieten noch was lernen konnten.

Was mich ein wenig wunderte: Viele saßen auch schon am ersten Tag (Online Marketing), wo ja nun von Adwords bis Relaunch alles dabei war, die ganze Zeit in Track 1.

Sind die wirklich alle a) allwissend b) vermeintlich allwissend oder c) zu faul gewesen den Raum zu wechseln?

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Der Strategie-Track:

Strategie – ist ja irgendwie auch so ein Buzzword. Alle wollen sie haben, viele verfolgen sie angeblich und ohne ist jedes Projekt zum Scheitern verurteilt (eifriges-zustimmendes-Nicken-durch-Leser). Und jeder weiß ja: Kannst du dich zwischen eins und drei nicht entscheiden, wähle die goldene Mitte!

Oder doch planlos?

Der Titel Strategie war auf der Konferenz durchaus Programm und für mich persönlich der Track mit dem höchsten Mehrwert. Denn hier ging es wirklich um die Praxis, so wie man sie als Agentur oder Unternehmen kennt. Angereichert mit zum Teil sehr kurzweiligen Beispielen und Fallstudien oder dem direkten Einblick ins Agenturgeschehen.

Wie zum Beispiel der Track von Sebastian Erlhofer, der sehr lebhaft den doch oft steinigen Weg von „Ich-bin-ein-cooler-Typ-der-in-seiner-Garage-SEO-bastelt“ hin zu „Ich-bin-ein-cooler-Typ-der-in-seiner-Agentur-mit-mehreren-Mitarbeitern-SEO-professionell-betreibt“. Denn auch wenn es überraschen mag (Verwunderung Teil 3: Das ist quasi eine echte Wundertüte!) – hier braucht es dann doch spätestens „richtige“ Prozesse, wenn das Agentur-Baby nichts vom alten Garagen-Spirit einbüßen soll.

Für wen ist das jetzt was?

Auf jeden Fall für Leute, die auch in der Praxis arbeiten. Ich habe mich als Inhaberin einer sogenannten Hybrid-Stelle (das hat nichts mit dem Kraftfahrzeug zutun, mit dem ich zur Arbeit anreise) hier perfekt aufgehoben gefühlt. Und für diejenigen, die gerne nach einer Konferenz Ideen und Inputs direkt in die eigene Arbeit einfließen lassen möchten und da ein bisschen probieren und rumbasteln möchten, gab es viele DIY-Anleitungen zum Ausschneiden, ähhh zum Mitnehmen.

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Grundlagen-Track:

Also ist ja irgendwie klar, ohne Grundlagen keine Strategie, ohne Strategie kein Hardcore, wobei das hier auch wieder rein auf diese fachliche Klassifizierung bezogen ist.

Oder doch bloß graue Theorie?

Vielleicht nicht klar ob jetzt schwarz-blau oder weiß-gold, aber grau definitiv war in diesem Track-Bereich gar nichts.  Möglicherweise war Track Drei sogar das Beste an der Konferenz. Hier hat sich gezeigt, dass diese nämlich nicht nur für irgendwelche Experten und selbsternannte Alleswisser ist und man durchaus auch ohne ein hipper aufstrebender Online-Marketing-Manager zu sein nicht nur was lernen, sondern sich auch echt gut aufgehoben fühlen kann. Ich habe mir zum Beispiel unter anderem den Vortrag von Felix Beilharz angesehen.

Und obwohl der Mann soooo viel Ahnung vom Thema Social Media hat, dass „Hardcore“ wohl eher noch untertrieben wäre, hat er einen super Einstiegsvortrag gehalten, der Leute für das Thema sensibilisiert, sie mitreißt und ihnen definitiv Bock auf mehr macht.

Für wen ist das jetzt was?

Klare Empfehlung für diejenigen, die einen Einstieg in das Thema Online-Marketing haben und dabei aber über das tatsächlich etwas gräuliche VHS-Seminar hinausgehen möchten. Wenn auch im nächsten Jahr wieder so gute Speaker (also wirkliche Experten in ihrem Gebiet) dabei sind, die ihr Thema auch Einsteigern kurzweilig vermitteln können, dann ist für mich hinter Tor Drei definitiv der Hauptgewinn!

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Kurznotiz, Fragen am Rande und andere Überlegungen:

  • Super, dass meine Kritik des letzten Jahres, die Staff-Mädels nicht mehr mit so einem furchtbaren schwarzen Hoodie rumlaufen zu lassen, direkt umgesetzt wurde.
  • Hat eigentlich niemand bemerkt, dass diese ganzen angeblichen Osterhasen und Zuchthasen, von denen der Karl Kratz so vehement auf der OMX sprach, überhaupt keine Hasen waren?!
  • Kleiner Kritikpunkt: Am Freitag saß ich vor dem Mittag in dem Track 3 Raum. Leider wurde oben drüber überpünktlich schon um 12.30h die Türen zum Buffet geöffnet und dementsprechend hat man die letzte Viertelstunde (ja, der Referent hat zugegebenermaßen überzogen) quasi mitten in der Schulkantine gesessen.
  • Apropos Essen: Als bekennende Hobby-Vegetarierin bin ich ziemlich begeistert von der Verpflegung auf den Konferenzen und abends auf den Partys. So gut habe ich das bisher selten erlebt.
  • Apropos, Vol.II Party: Egal ob das erste Treffen Mittwochabend oder die Partys vor, nach und zwischen den Konferenzen: Networking läuft.
  • Und zu guter Letzt: Ich habe ein BUCH gewonnen! Ik freu ma! Das hab ich ungefähr Donnerstagabend meiner kompletten Freundes- und Bekanntenliste per WhatsApp geschickt. Beim letzten Mal als ich was gewonnen habe, wurde Musik noch über Kassettenrekorder abgespielt.

 

About Julia Leutloff

Julia Leutloff arbeitet als Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Hier im Blog schreibt sie allerdings nicht nur über die weite Welt des Online-Marketings, sondern genauso über unser Agenturleben. Schließlich kümmert sich Julia auch um alle Personalangelegenheiten bei Bloofusion.

Privat ist Julia vor allem sportlich unterwegs und ist eigentlich immer irgendwo beim Pferd, auf dem Wasser oder im Schnee zu finden.

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