Unnatürlicher Linkaufbau: Warum wir ausgehende Linkprofile prüfen
Donnerstag 19. April 2012 von Markus
Einige Unternehmen und auch SEOs werden in den letzten Tagen und Wochen eine Nachricht wie diese über die Google Webmaster Tools empfangen haben (Disclaimer: das ist kein SEO-Kunde von uns):
Die Folgen in solchen Fällen sind dann zum Teil recht radikale Abwertungen bei den Rankings, z. B. hier:

Es gehen dann nicht immer alle Rankings verloren und werden gleichmäßig abgewertet. Im Gegenteil: Es gibt dann sogar oft Rankings, die sich zeitgleich verbessern, z. B.
In diesem Fall sieht man aber, dass besonders die Rankings leiden, für die besonders viele unnatürliche Links aufgebaut wurden, z. B.
Das ist aber wohl nur ein bedingter Trost, weil man natürlich gerade für die wichtigen Keywords Links aufbaut.
Immerhin: Phrasen scheinen davon nicht betroffen zu sein, solange sie auf eine andere Seite verweisen. In dem Beispiel ist die Website für ein wichtiges Keyword nicht mehr zu finden, für Kombinationen wie “Marke + Keyword” u.ä. aber schon.
Die Reaktion der SEO-Branche ist recht verhalten. Man gibt natürlich auch nicht gerne öffentlich zu, dass es die eigene Website getroffen hat bzw. dass der eigene Linkaufbau dann doch zu aggressiv war.
Die Branche gibt dann auch eher Empfehlungen (z. B. “Link Building: Anchor Text Optimisation Best Practices in 2012” oder “Preparing For Google’s Over SEO Algorithm“), wie man den Linkaufbau künftig unauffälliger machen sollte, also z. B. durch mehr Variationen in den Linktexten.
Meiner Meinung nach greift das deutlich zu kurz. Ich glaube, dass Google komplette Websites aus dem Link Graph entfernt, wenn diese SEO-typische ausgehende Links haben. Ob ein konkreter Artikel auf solch einer Website einen unauffälligen Ankertext hat, ist dann egal.
Wir haben daher schon vor einiger Zeit unser Inhouse-Tool LinkMonitor um eine Funktion erweitert, die bei potenziellen Linkpartnern zunächst alle ausgehenden Links ermitteln und dem Linkbuilder diese anzeigen. Und bei so einem Fall hier winken wir dann lieber ab:
Also: Im Zweifel lieber mal auf einen Link verzichten, wenn das ausgehende Linkprofil zu auffällig ist.
Markus
Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion und Chefredakteur des Magazins suchradar.
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 19. April 2012 um 09:27 und abgelegt unter Linkbuilding, SEO. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.







Donnerstag 19. April 2012 um 11:31
Weiß doch jeder SEO, dass das Profil der ausgehenden Links nur dann natürlich ist, wenn in jedem Artikel noch ein 2. Link vorkommt, der auf Wikipedia oder Spiegel Online zeigt!
Ironie!
Donnerstag 19. April 2012 um 12:13
Soll man bei dem letzten Bild eine URL noch erkennen?
Donnerstag 19. April 2012 um 12:18
Danke für den Hinweis. Habe ich korrigiert
Donnerstag 19. April 2012 um 23:24
@Malte, ja das hab ich gestern erst wieder gesehen, natürlich habe ich auch einen Spamreport ausgefüllt und den Fall gemeldet. Ich sehe nicht ein das meine Seite wegen Linkkauf abgefeuert wird und ein anderer Linkkäufer an meine alte Stelle rückt.
Freitag 20. April 2012 um 07:54
So langsam wird es für uns wieder eher schwerer hier Links aufzubauen. AVT fallen weg und Natürlichkeit hat wieder vorrang. Ich bin auch vorsichtig geworden bei Linktausch oder Artikeltausch mit Seiten wo es in jedem Artikel ausgehen Links gibt
Finger weg!
Freitag 20. April 2012 um 09:31
dann warten wir einfach mal ab, wie durch durch das verhalten von google nun ein krieg heranbricht, wo jeder seinen mitbewerber durch links auf seiten mit schlechtem linkprofil versucht zu schaden.
google testet derzeit, was passiert, wenn man derlei seiten bzw. links abstraft. auf kurze sicht wird das spiel evtl. sogar aufgehen, weil bislang kaum jemand ernsthaft verscht dauerhaft über backlinks seine gegner abzuschiessen. sprich, derzeit trifft es die seiten, die selbst dort die links plazierten für eigene seiten.
sobald aber google nachweislich links von seiten mit schlechtem linkprofil abstraft bzw. auch die verlinkten seiten, dann kann sich jeder vorstellen was passiert.
alles aus der hilflosigkeit heraus, dass man seine suchmaschine eben nicht manipuliert haben will..aber google ist seither die suchmaschine, die man am besten manipulieren konnte..besonders weil viel zu viel wert auf externe faktoren wie links gelegt wurde.
abwarten…ich fürchte, es wird zu einem massiven backlinkspam und auch neuen webseitenspam führen…alles zum nachteil der allgemeinheit.
Mittwoch 25. April 2012 um 08:05
Ich finde die Entwicklungen ganz gut gelungen. Vor circa einem Jahr habe ich einem Fachartikel der Callcenter Scout genau dieses vorausgesagt und wurde in der Branche belächelt. Jetzt geht der Suchmaschinenriese endlich den Weg, dass stupides Linkbuilding keinen Nährboden mehr hat und die Hobby-Linkbuilding-SEO´s in den nächsten Monaten vom Markt verschwinden werden. THUMBS UP Google!
Mittwoch 13. Juni 2012 um 16:14
Ist das ganze nicht alles etwas hypothetisch, denn da wird spekuliert und und hellgesehen, und dann macht google doch was es will und keiner blickt mehr durch.. wie war das mit dem pinguin. da stürzten die seiten reihenweise ab, manche von 100 auf o und 14 tage spaeter war doch alles wieder beim alten. keine vorhersage hat irgendwie richtig gepasst, das klingt alles wie politik, einfache muster ohne viel sinn im gesamten
Montag 18. Juni 2012 um 08:20
@martin: Unser Ziel ist es halt, langfristig gute Links aufzubauen. Klar ändert Google immer mal wieder was, aber um so mehr macht es dann Sinn sich zu überlegen, was langfristig funktionieren wird.
Freitag 1. März 2013 um 12:13
Gibt es für die Erfassung als unnatürliches Aufbauprofil auch zeitliche Faktoren?
Freitag 1. März 2013 um 12:40
Ja, klar, aber das sehe ich nicht so als Negativfaktor – außer wenn jemand es wirklich radikal übertreibt. Es kann ja auch gute Gründe geben, warum man Links zeitlich verteilt unterschiedlich bekommt.