Einige Unternehmen und auch SEOs werden in den letzten Tagen und Wochen eine Nachricht wie diese über die Google Webmaster Tools empfangen haben (Disclaimer: das ist kein SEO-Kunde von uns):

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Die Folgen in solchen Fällen sind dann zum Teil recht radikale Abwertungen bei den Rankings, z. B. hier:

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Es gehen dann nicht immer alle Rankings verloren und werden gleichmäßig abgewertet. Im Gegenteil: Es gibt dann sogar oft Rankings, die sich zeitgleich verbessern, z. B.

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In diesem Fall sieht man aber, dass besonders die Rankings leiden, für die besonders viele unnatürliche Links aufgebaut wurden, z. B.

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Das ist aber wohl nur ein bedingter Trost, weil man natürlich gerade für die wichtigen Keywords Links aufbaut.

Immerhin: Phrasen scheinen davon nicht betroffen zu sein, solange sie auf eine andere Seite verweisen. In dem Beispiel ist die Website für ein wichtiges Keyword nicht mehr zu finden, für Kombinationen wie “Marke + Keyword” u.ä. aber schon.

Die Reaktion der SEO-Branche ist recht verhalten. Man gibt natürlich auch nicht gerne öffentlich zu, dass es die eigene Website getroffen hat bzw. dass der eigene Linkaufbau dann doch zu aggressiv war.

Die Branche gibt dann auch eher Empfehlungen (z. B. “Link Building: Anchor Text Optimisation Best Practices in 2012” oder “Preparing For Google’s Over SEO Algorithm“), wie man den Linkaufbau künftig unauffälliger machen sollte, also z. B. durch mehr Variationen in den Linktexten.

Meiner Meinung nach greift das deutlich zu kurz. Ich glaube, dass Google komplette Websites aus dem Link Graph entfernt, wenn diese SEO-typische ausgehende Links haben. Ob ein konkreter Artikel auf solch einer Website einen unauffälligen Ankertext hat, ist dann egal.

Wir haben daher schon vor einiger Zeit unser Inhouse-Tool LinkMonitor um eine Funktion erweitert, die bei potenziellen Linkpartnern zunächst alle ausgehenden Links ermitteln und dem Linkbuilder diese anzeigen. Und bei so einem Fall hier winken wir dann lieber ab:

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Also: Im Zweifel lieber mal auf einen Link verzichten, wenn das ausgehende Linkprofil zu auffällig ist.

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.