Wir haben ja am Freitag schon über das Google Freshness Update geschrieben. Jetzt wollten wir uns den einen Teil des Updates („Recent events or hot topics“) genauer anschauen – also Suchbegriffe, die sich auf (brand-)aktuelle Themen beziehen.

Zwischen 9 und 14 Uhr haben wir heute für vier Suchbegriffe („berlusconi“, „rücktritt“, „griechenland“ und „euro“) laufend die Rankings (Top 10) mitgeschnitten. Es wurden nur die organischen Suchergebnisse ausgewertet und nicht die Google-News-Einblendungen mitgezählt.

Dabei fällt vor allem auf, dass in den organischen Ergebnissen recht viele unterschiedliche URLs auftauchten:

Berlusconi: 26 URLs, 13 Domains
Rücktritt: 17 URLs, 10 Domains
Griechenland: 12 URLs, 11 Domains
Euro: 12 URLs, 11 Domains

Bei sehr aktuellen Themen ist es also schon so, dass Google die Seiten sehr schnell auswechselt. 26 unterschiedliche URLs über den Verlauf von fünf Zeitstunden deutet schon auf eine hohe Fluktuation hin.

Bei der näheren Analyse der Rankings sind mir vor allem vier Aspekte aufgefallen.

Beobachtung #1: Aktuell schlägt nicht unbedingt statisch

Zunächst ist zu beobachten, dass aktuelle Ergebnisse nicht alle anderen Resultate verdrängen. Das sieht man z. B. gut bei „rücktritt“. Denn für diese Anfrage gibt es das erste organische Ergebnis, das so rein gar nichts mit dem aktuellen Thema zu tun hat:

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Google sah sich aber hier – ebenso wie bei den anderen Testmengen – nicht genötigt, dieses statische Ergebnis durch ein aktuelles zu ersetzen. Das zeigt zum einen natürlich, dass Google keine klare semantische Vorstellung von den Ergebnissen hat, denn eine menschliche Suchmaschine hätte den Fahrradladen sicherlich noch hinten geschoben. Es zeigt aber auch, dass Aktualität zwar vielleicht ein wichtiges Kriterium ist, aber eben keines, das alle anderen Relevanzkriterien überschreiben kann.

Beobachtung #2: Schnell rein, schnell raus

Manche aktuellen Ergebnisse erscheinen nur ganz gelegentlich, andere halten sich vielleicht ein bis zwei Stunden und sind dann wieder weg:

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Andere wiederum halten sich ziemlich lange, verlieren aber – wohl wegen anderer aktuellerer Ergebnisse – nach und nach im Ranking:

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Beobachtung #3: Aktuell verdrängt statisch

Für die folgende Auswertung wurden drei statische Seiten ausgewählt. Auch hier sieht man, dass die Top-Position (Wikipedia) konstant bleibt. Die anderen beiden Kandidaten wandern aber auf den hinteren Positionen und werden durch die aktuellen Ergebnisse verdrängt. Die Site www.byebyeberlusconi rutscht dabei nur gelegentlich in die Top 10 rein:

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Beobachtung #4: The rich getting richer

Die Websites, die sich mit aktuellen Beiträgen in die statischen Seiten „gedrängt“ haben, sind alles altbekannte Kandidaten: Spiegel Online, FAZ, Welt, Zeit, … – aber eben nicht die Emsdettener Volksnachrichten oder der Südbayerische Beobachter.

Jetzt handelt es sich bei den geprüften Suchbegriffen Beiträgen auch eher um Mainstream-Themen. In absoluten Nischenmärkten mag das unterschiedlich sein. aber dort ist das Suchvolumen dann auch wieder nicht so relevant.

Off-Topic: Beobachtung #5: Google hat immer noch einen weiten Weg vor sich

Wer sich die Suchergebnisse für „vulkanausbruch“ anschaut, wird dort viele Seiten finden, die nichts mit dem aktuellen Vulkanausbruch (El Hierro) zu tun haben:

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Google kann seine Algorithmen also noch deutlich verbessern!

Fazit

Bei der Analyse der Suchergebnisse fällt vor allem auf, dass es nicht mehr die Rankings gibt. Von Minute zu Minute können sich die Ergebnisse voneinander unterscheiden.

Das führt natürlich vor allem dazu, dass Auswertungen von SEO-Tools relativ sinnlos sind. Man kann zwar argumentieren, dass über die Vielzahl an Suchbegriffen und Messpunkten diese Abweichungen zumindest gleichverteilt vorkommen sollten, aber das macht es nicht wirklich besser.

Die Auswertungen zeigen aber auch, dass die aktuellen Ergebnisse, die eingestreut werden, die statischen zwar teilweise verdrängen, aber eben auch nicht unbedingt dominieren. Die statischen Informationsseiten, die auf Position 1 waren, waren auch konstant dort zu finden. Die Aktualität ist also kein alles andere überschreibende Kriterium.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass Google einen guten Weg geht. Wenn es aktuelle Nachrichten gibt, werden diese in die Suchergebnisse eingeblendet, sind dort aber auch schnell wieder verschwunden. Wenn die Aktualität dann nicht mehr so gegeben ist, nehmen die statischen Informationen wieder deren Platz ein.

Disclaimer

Ich bin mir gar nicht immer so sicher, ob wir derzeit auch schon das Freshness Update in Aktion sehen. Mir fehlen hier einfach die Vergleichsdaten, weil wir sonst die Rankings auch nicht im Minutentakt mitschneiden. Ich denke aber schon, dass wir hier Effekt vom Freshness Update sehen.

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.