AdWords hat ein paar Neuerungen bei den “Werbechancen” eingeführt (mehr dazu im offiziellen Blogpost) und dabei anscheinend auch die Wettbewerbsanalyse in deutschen Konten verfügbar gemacht.

Das Feature ist eigentlich ganz interessant: Es zeigt für Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position, wie man selbst im Vergleich zum Wettbewerb da steht. Ermitteln lässt sich das fürs ganze Konto, für Kampagnen oder auch einzelne Anzeigengruppen. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Wettbewerbsanalyse

Google sortiert Keywords in Kategorien und hat in diesem Fall festgestellt, dass ein Teil der Keywords in die Kategorie “Haus und Garten” und ein Teil in “Hobbys und Freizeitbeschäftigungen” fällt. Ein Klick darauf führt zunächst zu Unterkategorien und am Ende zur Keywordliste (dort gibt’s dann aber keine Statistiken mehr).

In der Spalte Mitbewerber-Bereich sieht man, in welchem Leistungsbereich der Werbetreibenden man sich in Bezug auf die Kategorie bewegt. Genauere Werte erhält man, wenn man mit der Maus darüber fährt, wichtig ist aber vor allem das Fünftel, in dem man sich bewegt. Im Screenshot ist das der Bereich 80-100%.

Die Balken rechts beziehen sich wiederum auf dieses Fünftel. Im Beispiel-Screenshot zeigt der obere Balken die eigene Impressionen-Zahl und den Durchschnitt für Werbetreibende im gleichen Leistungsbereich. Mit anderen Worten: Man erfährt, wie man im Vergleich zu den Wettbewerbern abschneidet, die in etwa so gut abschneiden wie man selbst.

Bitte mehr Geld für AdWords ausgeben

In meinen Augen spornen die Vergleiche mit dem Wettbewerb dazu an, sich in den jeweiligen Disziplinen zu verbessern. Das wird besonders dadurch befördert, dass man sich immer mit Werbetreibenden im gleichen Leistungsbereich vergleichen muss. Da liegt man natürlich die meiste Zeit nur knapp davor oder knapp dahinter, was meiner Meinung nach den Ansporn noch verstärkt.

Aber egal ob Impressionen, Klicks, Klickrate oder Durchschnittsposition: Um hier weiter nach vorne zu kommen, ist es vor allem hilfreich, mehr Geld bei AdWords ausgeben. Ein Vergleich in Kostendisziplinen ist dagegen nicht vorgesehen. Man stelle sich mal vor, ein Werbetreibender würde sehen, dass er einen höheren Klickpreis zahlt als seine Wettbewerber.

Fazit: Eher nutzlos

Wie der ganze Bereich Werbechancen scheint sich auch die Wettbewerbsanalyse primär an unwissende Werbetreibende zu richten. Die bunten Balken sehen schön aus, verleiten aber zu Fehlschlüssen und bieten nur in seltenen Fällen einen tatsächlichen Erkenntnisgewinn.

About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEM und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

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