Im vergangenen Jahr war der Unmut vieler Werbetreibender auf YouTube gestiegen, da der Algorithmus ihre Werbung teilweise bei gewaltverherrlichenden oder extremistischen Videos platziert hatte. Teilweise boykottierten einige Unternehmen wie die amerikanische Telekom, die BBC oder Ford die Werbeplattform zeitweilig sogar komplett. Nun reagiert YouTube auf die Geschehnisse und verschärft die Richtlinien zur Monetarisierung enorm.

Was ändert sich konkret?

Paul Muret, VP of Display, Video and Analytics bei Google, fasst die Veränderungen im hauseigenen Blog wie folgt zusammen: In Zukunft werden die Größe von Kanälen, ihre Zuschauerbindung sowie das Verhalten von YouTubern mit in die Entscheidungen darüber einfließen, ob sich ihre Videos für Werbeinhalte eignen. Alles in allem kündigt Muret drei große Veränderungen an:

1. Strengere Maßstäbe für den Eintritt in das YouTube-Partner-Programm

Ab sofort müssen YouTube-Kanäle, die sich neu für das Partner-/Monetarisierungs-Programm anmelden, min. 1.000 Abonnenten und 4.000 Stunden Sehzeit in den vergangenen zwölf Monaten vorweisen. Das tritt ab dem 20. Februar auch für Kanäle in Kraft, die bereits im YouTube-Partner-Programm eingebunden sind. Zum Vergleich: Bislang reichten 10.000 Aufrufe insgesamt aus, um sich für das YouTube-Partner-Programm anzumelden. Die Hürde wird also vor allem für kleinere oder Newcomer-Kanäle größer.

2.Manuelle Überprüfungen von Google-Preferred-Kanälen

Darüber hinaus werden in Zukunft auch größere YouTube-Kanäle, die bei Google Preferred teilnehmen, stärker manuell überprüft. Jedes ihrer Videos wird in Zukunft händisch kontrolliert, noch bevor Werbung geschaltet wird. Somit sollen die Google-Preferred-Kanäle in Zukunft nicht nur die beliebtesten sein, sondern auch die am strengsten geprüften.

3. Kontrollsystem für Werbetreibende

Zusätzlich wird es bald auch für Werbetreibende Möglichkeiten der Kontrolle geben. Innerhalb der nächsten drei Monate wird YouTube laut Muret ein dreistufiges Kontrollsystem einführen, „das Werbetreibenden erlaubt, ihre Sicht einer geeigneten Platzierung ihrer Marke widerzuspiegeln und die entsprechend mögliche Reichweite mitzubestimmen“. Die genauen Ausmaße dieser Kontrollmöglichkeiten für Werbetreibende wurden nicht näher benannt, also sind wir gespannt was die kommenden Monate bringen werden.

Warum die strengen Monetarisierungs-Regeln?

Mit den drastischen Änderungen bei den Monetarisierungs-Bedingungen reagiert YouTube auf die eingangs thematisierte Problematik mit Werbekunden im letzten Jahr. Durch die Neuerungen soll die Plattform zu einem sichereren Werbeumfeld werden. Es wird erwartet, dass die Neuerungen ab März auch auf dem deutschen Markt in Kraft treten.

Fazit

Mit der Werbung auf YouTube können Unternehmen effizient und kostengünstig ein breites Publikum ansprechen und ihre Markenbekanntheit stärken. Die Schritte, die YouTube jetzt unternimmt, um die Werbung sicherer zu gestalten, gehen definitiv in die richtige Richtung. Brand Safety wird auf einer Plattform mit so großer Reichweite immer wichtig bleiben und wir sind froh, dass man bei YouTube das Thema nach dem turbulenten letzten Jahr ernst nimmt. Inwieweit die neuen Regeln die Qualität von Placements auf YouTube sichern werden, wird die Zukunft zeigen müssen.

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About Marlen Voelkner

Marlen Voelkner ist Online Marketing Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Sie schreibt bei den Internetkapitänen schwerpunktmäßig über Google AdWords und andere SEA News.

Als Digital Native ist das Internet zwar ihr Zuhause, doch privat verbringt sie ihre Zeit auch gerne offline, zum Beispiel beim Lesen, Backen oder in der Natur.

Marlen ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten: