Passend zu unserer aktuellen suchradar-Ausgabe wollen wir uns heute mit einem Thema auseinandersetzen, das uns häufiger beschäftigt: Remarketing. Genauer gesagt: falsches Remarketing. Remarketing-Kampagnen bieten die Möglichkeit, Besucher der eigenen Seite erneut auf das angesehene Angebot aufmerksam zu machen und sie dadurch eventuell noch zum Kaufen zu motivieren. Doch vom kleinen Nischen-Shop bis zum internationalen Unternehmen fallen uns immer wieder ähnliche Fehler beim Aufsetzen und Nutzen von Remarketing-Listen auf. Und eben diese wollen wir hier nun besprechen.

1. Fehler: Umfang der Empfängergruppen

Wenn Remarketing-Listen zu detailliert aufgesetzt werden, kann es passieren, dass die Liste so klein ist, dass erst gar keine Anzeigen ausgespielt werden können. Denn sowohl für das Display-Netzwerk als auch für das Suchnetzwerk gibt es eine geforderte Anzahl an Cookies. Für eine Ausrichtung auf das Display-Netzwerk benötigt man 100 aktive Nutzer und für die Ausrichtung auf die Google-Suche werden sogar 1.000 Besucher benötigt. Wird diese Anzahl nicht erreicht, kann die Liste nicht genutzt werden und die Arbeit war umsonst. Beim Aufsetzen von Remarketing-Listen sollte daher immer geprüft werden, ob der jeweils gewählte Detaillierungsgrad sinnvoll ist und die Zielgruppe eine ausreichende Größe aufweist.

2. Fehler: Ausrichtungseinstellung

Beim Hinzufügen von Remarketing-Listen zu Kampagnen oder Anzeigengruppen passiert es oft, dass man eine falsche Ausrichtungseinstellung vornimmt. Wählt man die Einstellung „Ausrichtung“, so werden die Suchanzeigen nur noch den in der Liste hinterlegten Nutzern gezeigt. Dadurch wird die Reichweite also stark eingeschränkt. Möchte man jedoch alle Nutzer erreichen und die Zielgruppe lediglich hinterlegen (RLSA), um entweder das Verhalten dieser zu beobachten oder die Gebote für sie anzupassen, wählt man die Einstellung „Beobachtung“. Hier gilt es also die für die eigenen Zwecke richtige Ausrichtungseinstellung vorzunehmen.

3. Fehler: Gültigkeitsdauer

Auch bei der Laufzeit von Remarketing-Listen sollte man aufmerksam analysieren, welche Einstellung für das eigene Produkt am meisten Sinn ergibt. Als Faustregel gilt: Die Dauer der Laufzeit sollte so lang sein, wie die Anzeigen für Nutzer relevant sein könnten. Anhaltspunkt dafür kann die Länge des Verkaufszyklus sein. Die maximale Listendauer kann bis zu 540 Tage betragen, die empfohlene Standarddauer von Google beträgt jedoch nur 30 Tage. Allerdings gibt es auch Werbetreibende, dessen Produkte es verlangen eine besonders lange Listendauer einzustellen. Dies trifft zum Beispiel auf viele B2B-Anbieter zu, da die Entscheidungsprozesse ihrer Kunden bis zum schlussendlichen Kauf komplexer sind als bei einem privaten Endkunden.

4. Fehler: Parallel laufende Werbezeiträume

Um differenziertere Gebote abgeben zu können, werden Nutzer häufig anhand der Gültigkeitsdauer der Listen segmentiert. Je kürzer die Zeitspanne zwischen Websitebesuch und Suchanfrage, desto höher setzt man für gewöhnlich die Gebote an. Bei diesem Vorgehen ist es jedoch essentiell, dass sich die Laufzeiten der unterschiedlichen Listen nicht überschneiden. Liste 1 mit 0–3 Tagen zwischen Websitebesuch und Suchanfrage überschneidet sich zum Beispiel mit Liste 2 mit 0–7 Tagen. Um das zu umgehen, schließt man die kürzere Listendauer von der längeren aus. Sprich bei Liste 2 die Tage 0–3. Tut man dies nicht, so stehen sie in direkter Konkurrenz zueinander und verursachen ggf. höhere Kosten, als notwendig gewesen wären.

5. Fehler: Frequency Capping

Aus Nutzersicht besitzt Remarketing oftmals nicht gerade den besten Ruf. Das liegt vor allem daran, dass das Frequency Capping häufig nicht beachtet wird und Nutzer dann mit einer regelrechten Anzeigenflut „belästigt“ werden. Aus diesem Grund empfehlen wir dringend die Ausspielhäufigkeit pro Nutzer und pro Tag auf ein akzeptables Niveau zu begrenzen. Durch Beobachtung des Nutzerverhaltens kann die Zahl später nachjustiert werden.

Tipp: Google Analytics nutzen

Die Einrichtung von Remarketing-Listen und das Aufsetzen von Remarketing-Kampagnen ist grundsätzlich vollständig in AdWords umsetzbar. Werbetreibende, die potenzielle Kunden allerdings noch zielgerichteter ansprechen möchten, sollten für die Erstellung zusätzlicher Zielgruppen auf Google Analytics zurückgreifen. Denn die Listenerstellung mit Google Analytics bietet deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als in AdWords. So können sie die Effizienz von Remarketing-Kampagnen in AdWords deutlich steigern.

Fazit:

Alles in allem können Remarketing-Listen und -Kampagnen einen erheblichen Mehrwert für Werbemaßnahmen in der Suchmaschinenwerbung liefern. Vorausgesetzt man ist bei der Erstellung und Durchführung aufmerksam und vermeidet oben genannte Fehler.

Falls Sie gerne noch mehr über Remarketing erfahren möchten oder sich jetzt konkrete Strategien für die Umsetzung wünschen, werfen Sie doch einen Blick in das aktuelle suchradar oder unser Remarketing-Advisory. Viel Spaß beim Lesen!

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About Marlen Voelkner

Marlen Voelkner ist Online Marketing Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Sie schreibt bei den Internetkapitänen schwerpunktmäßig über Google AdWords und andere SEA News.

Als Digital Native ist das Internet zwar ihr Zuhause, doch privat verbringt sie ihre Zeit auch gerne offline, zum Beispiel beim Lesen, Backen oder in der Natur.

Marlen ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten: