Bye-bye, First Click Free! Für Verlage, die Inhalte hinter einem Login platzieren und dennoch für Google abbilden möchten, hat Google nun wie erwartet den Nachfolger des ungeliebten FCF-Programms präsentiert. Worum geht es? Und wie funktioniert die Neuerung?

In der Vergangenheit konnten Verlage auf das FCF-Programm („First Click Free“) von Google zurückgreifen, um nicht ohne Login zugängliche Inhalte („Paywall Content“) für Suchmaschinen zu öffnen. Der Nachteil dabei: Über Google kommenden Nutzern musste es dreimal pro Tag möglich sein, auf Inhalte zuzugreifen, ohne einen Login eingeben zu müssen. Nutzer konnten also auf ein Suchergebnis klicken, einen Artikel dann ohne Login lesen – und das eben dreimal am Tag.

Verlage waren davon nicht immer begeistert. So hat sich z. B. das Wall Street Journal von FCF verabschiedet – auch aus den folgenden Gründen:

„The Journal decided to stop letting people read articles free from Google after discovering nearly 1 million people each month were abusing the three-article limit.“

 

Was kommt nach FCF?

Verlage waren also unglücklich – und Google sicherlich auch nicht glücklich, wenn vor allem aktuelle Premium-Inhalte aus dem Google-Index verschwanden. Also hat sich Google nun entschieden, den Verlagen entgegenzukommen:

„[…] we decided to transition from our FCF program and its fixed, free-sampling requirement to a Flexible Sampling model, in which publishers determine their own optimal rate of sampling based on their ongoing experience using free samples to attract new users and using the paywall to elicit user registration or subscription.“

Also: Inhalte dürfen für Suchmaschinen geöffnet und gleichzeitig für den Nutzer gesperrt werden. Das ist aber eigentlich Cloaking. Heißt: Suchmaschinen und Nutzern werden unterschiedliche Inhalte gezeigt. Und das ist ein klarer Verstoß gegen Google-Richtlinien und kann damit zu Abstrafungen führen.

 

Die Lösung: Markup

Entsprechende Inhalte sollen nun per Markup entsprechend aufbereitet werden, damit es eben zu keiner Abstrafung kommt. Google bietet hierzu auf seiner Hilfeseite alle wichtigen Informationen an. In aller Kürze:

  • Als Markup sollen Untertypen von http://schema.org/CreativeWork verwendet werden – in der Regel http://schema.org/NewsArticle. Dort gibt es das Attribut „isAccessibleForFree“, das auf „False“ gesetzt werden muss.
  • Das Markup soll nur via JSON-LD abgebildet werden.
  • Die Inhalte, die hinter der Paywall „versteckt“ sind, werden über eine bestimmte CSS-Klasse Im Markup wird der Klassenname angegeben, sodass Google auf die Inhalte problemlos zugreifen kann.

 

Alles gut?

Für Verlage ist es wahrscheinlich deutlich besser als das FCF-Modell. Für Google ist es auch besser, weil so hoffentlich wieder mehr aktuelle journalistische Inhalte den Weg in den Google-Index finden.

Und der Nutzer? Naja, Google hebt den Nutzer ja immer in den Mittelpunkt des Geschehens. Hier passiert das aber eher nicht, denn die meisten Nutzer werden sich für Artikel, für die sie erst ein Abo abschließen müssen, ohne den Artikel vorher einsehen zu können, eher nicht erwärmen können.

Nun kann man argumentieren, dass Google es den Verlagen ja freistellt, wie viele Artikel pro Tag oder Nutzer sie frei zugänglich machen wollen. Ich ahne aber schon irgendwie, dass diese Zahl typischerweise mit „0“ angegeben werden wird. Da mag mich die Zukunft Lügen strafen, aber aus meiner Erfahrung mit Verlagen halte ich alles andere für wenig wahrscheinlich.

Wie auch immer: Wir werden ein Auge drauf haben. Ich freue mich natürlich über viel Feedback aus der Verlagswelt.

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.