Jeder Social-Media-Verantwortliche wird das Problem kennen: Die eigene Kreativität für Postings ist begrenzt, die Zeit für Kampagnen auch und das Budget erst recht. Im Folgenden werden praktische und größtenteils kostenlose Tools vorgestellt, die sich in der täglichen Praxis bewährt haben und das Leben jedes Social-Media-Managers vereinfachen werden.

Tool-Tipp 1: Facebook Audience Insights

Gerade für Social-Media-Manager, die auf Facebook auch Werbung schalten, ist das Audience-Insights-Tool ein wahres Wunderwerkzeug. Die Audience Insights (zu Deutsch: Zielgruppenstatistiken) geben Auskunft zu aktuellen oder auch potenzielle Zielgruppen und helfen somit, Nutzer besser zu verstehen und Anzeigen zielgerichteter zu erstellen.

Was kann es?

Zu allererst unterscheidet das Tool zwischen allen Nutzern auf Facebook, Personen, die mit der eigenen Seite verbunden sind, und Nutzern aus einer Custom Audience. Dabei liefert Facebook aktuelle Daten von Nutzern, die in den letzten 30 Tagen aktiv waren. Nach dieser ersten Auswahl gibt Facebook weitere Fakten über das Aussehen der Zielgruppe aus (siehe Abbildung 1). Also zum Beispiel wie alt die Nutzer sind, in welchen Städten sie leben oder welchen Seiten sie vorzugsweise außerdem folgen. Insgesamt können hier folgende Merkmale angezeigt werden:

  • Demografische Angaben (Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, Ausbildungsgrad, Beruf)
  • „Gefällt mir“-Angaben für andere Seiten
  • Wohnort und Sprache
  • Aktivität auf Facebook (Wie oft hat eine Zielgruppe Gefällt-mir gedrückt oder kommentiert?)
  • Gerätenutzung (z. B. welches Mobile-Betriebssystem nutzt die Zielgruppe?)

Abb. 1: Das Audience-Insights-Tool zeigt umfangreiche Daten und Merkmale der Zielgruppe.

Warum sollte man es nutzen?

Das Audience-Insights-Tool ist gerade für Recherchezwecke bei potenziellen Zielgruppen eine großartige Orientierung, um wichtige Merkmale zu identifizieren und diese in die Anzeigengestaltung auch mit einfließen zu lassen. Aber auch für die Analyse der eigenen Zielgruppen – sei es in Form der Fanbase oder einer Custom Audience – hilft es Social-Media-Managern, die Interessen und Aktivitäten besser zu verstehen und für den eigenen Content zu nutzen.

Wo ist das Tool zu finden?

https://www.facebook.com/ads/audience_insights

Tool-Tipp 2: Canva

Dass visuelle Inhalte gerade im Social-Media-Bereich eine immer wichtigere Rolle spielen und es eigentlich nicht mehr ohne geht, dürfte weitreichend bekannt sein. Egal ob Posting oder Blogartikel – ein Bild sagt nun einmal doch mehr als tausend Worte. Das Designtool Canva hilft auf eine einfache und intuitive Weise auch Nichtprofis, ansprechende Designs für ihre Zwecke zu erstellen.

Was kann es?

Das Tool bietet dem Nutzer eine sehr große Auswahl an vordefinierten Formaten, die nicht nur alle gängigen Social-Media-Beiträge, sondern darüber hinaus auch klassische Dokumente wie Lebensläufe oder Postkarten beinhalten. Dazu kann aber auch eine individuelle Formatgröße angelegt werden (siehe Abbildung 2).

Canva bietet neben den Layouts eine große Auswahl an Grafiken, Bildern, Textelementen und Hintergründen an. Zudem können eigene Bilddateien hochgeladen werden, die dann als Hintergrund oder Grafikelement verwendet werden können. Die komplette Gestaltung erfolgt dabei einfach über Drag & Drop. Das gewünschte Element wird angeklickt und einfach in das entsprechende Format gezogen, wobei auch Schriftart und Farbe verändert werden können.

Abb. 2: Canva bietet dem Nutzer eine sehr große Auswahl an vordefinierten Formaten sowie die Möglichkeit, eine benutzerdefinierte Abmessung zu nutzen.

Zur Auswahl stehen Layouts für:

  • Beiträge in sozialen Medien wie Facebook, Tumblr, Instagram, Twitter, Pinterest
  • Dokumente wie Präsentation, Zeitschrift, A4-Brief, Lebenslauf
  • Blogging und eBooks wie E-Book-Cover, Desktop-Hintergrund, Kindle-Cover, Blogtitel, Bloggrafik, Album Cover, Infografik
  • Marketingunterlagen wie YouTube Miniaturbild, Twitter-Header, Etsy-Shop-Symbol, E-Mail-Header, LinkedIn-Banner, Visitenkarten
  • Veranstaltungen wie Postkarte, Einladung, Karte, Fotocollagen
  • Werbeanzeigen wie Facebook Ad, Skyscraper, Leaderboard

Warum sollte man es nutzen?

Es gibt sicher über Canva hinaus mittlerweile auch einige andere Designtools, die Ähnliches anbieten. Trotzdem bleibt Canva mit seiner großen Auswahl an Layouts und vor allem der intuitiven Bedienung eines der stärksten und vor allem größtenteils frei nutzbaren Tools in diesem Bereich. Gerade wer kein Photoshop-Profi ist und trotzdem schnell ansprechende Layouts für seine Social-Media-Beiträge erstellen möchte, kann sich hier kreativ ausleben.

Gut zu wissen

Canva ist in einer freien und einer kostenpflichtigen Pro-Version für 119,00 $ im Jahr verfügbar. Die Pro-Version bietet den Vorteil, ein festes Brand Kit verwenden zu können oder auch mit mehreren Mitarbeitern an den Designs zu arbeiten. Auch sind in dieser Version noch mehr Grafiken frei enthalten. Im Alltagsgebrauch reicht die freie Version aber vollkommen aus und bietet genug Möglichkeiten.

Wo ist das Tool zu finden?

https://www.canva.com

Tool-Tipp 3: Facebook Text-Overlay-Tool

Bereits vor einem Jahr hat Facebook die bis dahin geltende 20 %-Text-Richtlinie für Text in Werbeanzeigen abgeschafft. Dementsprechend wurde auch das alte Tool, welches die Textmenge in Bildern überprüft hat, überflüssig. Aber obwohl die starre Regelung aufgeweicht wurde, wird die Ausspielung von Werbeanzeigen immer noch abhängig von der Textmenge gesteuert. Das Text-Overlay-Tool bietet deswegen die Möglichkeit, den Textanteil in den Werbeanzeigen zu überprüfen.

Was kann es?

Wie der Name schon sagt, prüft das Tool die Textmenge in einzelnen Anzeigenbildern. Denn auch wenn es die 20-Prozent-Regel so nicht mehr gibt, möchte Facebook weiterhin zu viel Text in Werbeanzeigen vermeiden. Dementsprechend wurde der Algorithmus so entwickelt, dass eine Anzeige mit viel Text eine geringere Reichweite erzielt. Das neue Tool erkennt im Gegensatz zu dem Vorgänger-Tool (welches nur mit einem Raster-Modell arbeitete) die Menge an Text und ordnet das Bild in eine Kategorie ein (siehe auch Abbildung 3):

  • Bildtext OK: Die Werbeanzeige wird normal geschaltet
  • Bildtext niedrig: Die Reichweite ist möglicherweise etwas geringer
  • Bildtext mittel: Die Werbeanzeigenreichweite ist möglicherweise deutlich geringer
  • Bildtext hoch: Die Werbeanzeige wird möglicherweise nicht geschaltet

Abb. 3: Das neue Tool erkennt die Menge an Text und ordnet das Bild in eine Kategorie ein.

Warum sollte man es nutzen?

Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, Anzeigen mit mehr Text zu schalten, muss man ganz klar mit Reichweitenverlust rechnen, weshalb Facebook auch nach wie vor die alte Textregelung bevorzugt und zu dieser rät. Wer dennoch mehr Text in seine Anzeigenbilder bringen möchte, kann mit dem Tool einfach überprüfen, wie der Textanteil durch das soziale Netzwerk bewertet wird.

Wo ist das Tool zu finden?

https://www.facebook.com/ads/tools/text_overlay

Tool-Tipp 4: Hootsuite

Für Social-Media-Verantwortliche, die nicht nur gelegentlich auf einem Kanal posten und interagieren, sondern darüber hinaus auch Aktivitäten überwachen und steuern möchten, bietet Hootsuite eine praktische Komplettlösung. Hootsuite ist eines der beliebtesten Social-Media-Management-Tools, welches auch gleichzeitig eines der wenigen ist, das auch ein (limitiertes) kostenfreies Angebot zur Verfügung stellt.

Was kann es?

Hootsuite bietet die Möglichkeit, bis zu 35 Netzwerke zu integrieren und innerhalb dieser das Veröffentlichen, Überwachen, Analysieren und Planen von Nachrichten zu steuern. Viele dieser Funktionen sind nur in den kostenpflichtigen Accounts verfügbar, allerdings bietet auch die kostenfreie Version schon eine gute Möglichkeit, zumindest drei Social-Media-Kanäle zu bedienen und zu überprüfen (siehe Abbildung 4). Das Tool ermöglicht es, Postings wahlweise in allen drei Netzwerken oder jeweils einzeln zu veröffentlichen – und dies auch als Vorausplanung, bspw. für Wochenenden. Durch die Übersichtlichkeit der Streams hat man zudem alles auf einmal im Blick:

Twitter:

  • Homefeed
  • Erwähnungen
  • Retweets
  • neue Follower
  • eigene Tweets

Facebook:

  • Timeline
  • Erwähnungen
  • Eigene Beiträge
  • Veranstaltungen
  • Nachrichten
  • Aktivität

Abb. 4: Bereits die kostenlose Version bietet die Möglichkeit, drei Social-Media-Kanäle zu überwachen und zu steuern.

Warum sollte man es nutzen?

Gerade wer regelmäßig auf mehr als einem Kanal unterwegs ist und bspw. Facebook und Twitter bedient, der kann mittelfristig mit dem Tool sicher einiges an Zeit einsparen. Die Übersichtlichkeit der einzelnen Streams gibt einen guten Überblick und man muss nicht mehr zwischen den einzelnen Kanälen hin- und herwechseln. Auch die Kommunikation kann direkt über das Tool erfolgen und alle Erwähnungen, Kommentare oder Nachrichten können direkt im Dashboard beantwortet werden.

Gut zu wissen

Die kostenlose Version reicht für einen Unternehmens-Account, der bis zu drei Social-Media-Kanäle bedient und nur durch eine Person betreut wird. Wer dagegen mehr Kanäle integrieren und auch auf die umfangreichen Analyse-Möglichkeiten des Tools zugreifen möchte, der muss einen kostenpflichten Tarif wählen. Los geht es hier bei 19,00 € monatlich.

Wo ist das Tool zu finden?

https://hootsuite.com/

Tool-Tipp 5: Giphy Cam

Man kann von GIFs halten, was man möchte, aber letztendlich erfreuen sie sich gerade bei Facebook, Twitter und seit Kurzem auch bei WhatsApp ungebrochener Beliebtheit. Allerdings sind die Standard-Werke bekannter Websites zum einen schon recht abgegriffen, zum anderen ist die Bildnutzung auch nicht immer ganz eindeutig. Wer also seine Postings lieber mit einer eigenen witzigen Kreation animieren möchte, der ist bei der App Giphy Cam gut aufgehoben.

Was kann es?

Die App zeichnet mit Drücken des Aufnahmeknopfs maximal fünf Sekunden auf oder knippst wahlweise im sogenannten Burst-Modus fünf Bilder hintereinander und erstellt darauf ein Hyperlapse-Video, das die Aufnahmen in ruckartiger Stop-Motion abspielt. Dazu hat man als Nutzer eine recht große Auswahl an Rahmen, Filtern und Stickern, mit denen man die GIFs noch zusätzlich „verschönern“ kann. Über die Auswahlbuttons lassen sie sich zudem direkt in einigen Kanälen hochladen, über das Abspeichern als GIF dann auch in allen anderen Netzwerken (siehe Abbildung 5).

Abb. 5: Nach der Aufnahme lässt sich das GIF mit Rahmen und Stickern erweitern und über die Auswahlbuttons direkt in einigen Kanälen hochladen.

Warum sollte man es nutzen?

Giphy Cam ist natürlich eher eine witzige Spielerei als ein großes Tool. Trotzdem gibt es kaum einen einfachen Weg, selbst die beliebten GIFs zu erstellen. Aus jedem noch so „langweiligen“ Objekt lässt sich im Handumdrehen eine witzige Animation erstellen, die problemlos auf den eigenen Social-Media-Plattformen mit der Community geteilt werden kann.

Wo ist das Tool zu finden?

https://itunes.apple.com/de/app/giphy-cam.-the-gif-camera/
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.giphy.camera&hl=de

Fazit

Nicht jedes der vorgestellten Tools wird für alle Social-Media-Verantwortliche gleichermaßen sinnvoll sein. Trotzdem bieten sie vor allem durch ihre kostenlosen Versionen und die einfache Bedienung gerade Mitarbeitern, die nicht Vollzeit in diesem Bereich arbeiten, eine effektive Möglichkeit, Beiträge kreativ zu gestalten und zu planen sowie Kampagnen einfach zu managen. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall!

Übrigens: Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 66 unseres Magazins suchradar. Falls Sie die Ausgabe noch nicht kennen, können Sie diese und alle früheren Ausgaben im suchradar-Archiv kostenlos herunterladen.

Mit freundlicher Unterstützung von der hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative. ❤

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About Julia Leutloff

Julia Leutloff arbeitet als Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Hier im Blog schreibt sie allerdings nicht nur über die weite Welt des Online-Marketings, sondern genauso über unser Agenturleben. Schließlich kümmert sich Julia auch um alle Personalangelegenheiten bei Bloofusion.

Privat ist Julia vor allem sportlich unterwegs und ist eigentlich immer irgendwo beim Pferd, auf dem Wasser oder im Schnee zu finden.

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