Linkaufbau oder Content-Marketing – eine Frage, die man gut beantworten kann. Denn wer externe Verlinkungen aufbauen möchte, sollte dafür auch immer den optimalen Inhalt zur Verfügung haben. In dem Podcast stelle ich insgesamt fünf Ideen vor, wie man Linkaufbau und Content-Marketing optimal miteinander verbindet – und sich gleichzeitig vom „Old School Linkaufbau“ befreit.

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Search Camp 26: Linkaufbau oder Content-Marketing?… Klick um zu Tweeten

Shownotes:

Transcript:

Markus Hövener: Moin und herzlich willkommen zu Search Camp Episode 26. Das Thema heute heißt „Linkaufbau oder Content Marketing?“. Es wird ein recht kurzer Podcast, gebe ich zu. Ich möchte insgesamt 5 Ideen vorstellen, wie man Linkaufbau und Content Marketing gut unter einen Hut bekommet und gleich geht’s los.

So jetzt starten wir mit dem Thema heute „Linkaufbau oder Content Marketing?“ heißt das und wie komme ich auf das Thema? Ich mache halt viele Workshops und Seminare und letztens fragte in der Tat eine nette Dame: Was soll ich jetzt machen? Linkaufbau oder Content Marketing? Und da merkt man auch schon, dass sehr viele Menschen da draußen ein bisschen verunsichert sind und deswegen habe ich mir gedacht, da mache ich jetzt mal einen Podcast draus. Ich habe ihr das natürlich in dem Seminar auch beantwortet. Und ich habe ihr die unendlich intelligente Antwort gegeben: beides. Denn im Endeffekt ist die Symbiose aus dem beiden das Beste. Aber ich fange mal noch einen Schritt vorher an und zwar habe ich mit beiden Begriffen, Linkaufbau und Content Marketing, eigentlich ein Problem. Linkaufbau muss man ganz ehrlich sagen, ist eigentlich ziemlich in Verruf. Das bezieht sich auch auf eine sehr veraltete Strategie, das haben wir alle zu Tode geritten in der Branche. Da gab’s die Leute, die halt irgendwelche drittklassigen Blogs aufgebaut haben und als Linkschleudern benutzt haben und man muss ganz ehrlich sagen, Linkaufbau ist ein verbranntes Thema, was leider auch wirklich einen verdammt schlechten Ruf hat. Man muss aber trotzdem sagen, die Idee dahinter stimmt.

Denn Punkt 1: Ich brauche nach wie vor Links. Also Links sind nach wie vor ein wichtiger Ranking-Faktor und man muss auch ganz ehrlich sagen, Links kommen selten ungefragt und in der richtigen Menge. Und vor allem gilt das natürlich für Unternehmen, die vielleicht noch nicht so bekannt sind, also für kleine Unternehmen, für Startups, die natürlich manchmal einfach übermächtige Konkurrenten haben und die einfach einen dadurch sehr hohen Linkbedarf haben. Würde ich jetzt darauf warten, dass die Links von selber stattfinden, muss man ganz ehrlich sagen: nein. Und man muss auch ganz ehrlich sagen, kaum jemand in der Branche ist so töricht, das wirklich zu machen. Also Linkaufbau passiert da draußen und man muss auch ganz ehrlich sagen, er passiert vollkommen zu Recht.

Das 2. Thema, wo ich ein Problem mit habe, ist eigentlich Content Marketing. Das hat nämlich immer noch diesen Nimbus, den hat damals Matt Cutts von Google verbreitet, dass man mit dem richtigen Content von ganz alleine auch schon die richtigen Links entstehen lassen kann. Also das klassische „Build it and they will come“. Muss ich ganz klar sagen: Das ist falsch. Von selber kommen diese Links ganz selten. Es ist also unglaublich töricht zum Beispiel einfach nur einen Blog mit Inhalten zu füllen, mit herausragenden Inhalten, mit tollen Inhalten, und dann darauf zu warten, dass die Links schon kommen. Man muss sagen, es stimmt, dass mit den richtigen Inhalten man Links bekommen kann, die andere nicht bekommen können. Das ist vollkommen richtig. Also Spiegel Online verlinkt halt faktisch nur auf dich, wenn es auch wirklich was Tolles zu berichten gibt. Aber trotzdem, von selber entstehen diese tollen Links in der Regel nicht. Und deswegen muss man natürlich sagen, ist Seeding ein sehr wichtiger Bestandteil von Content Marketing, also das gezielte Ansprechen von Multiplikatoren. Also nicht einfach nur darauf vertrauen, dass mein Inhalt so toll ist oder meine Marke ist so toll und der Link, der kommt einfach, der muss kommen. Das wird in der Regel nicht passieren. Man muss wirklich gezielt erstmal nach Websites suchen und dann die Betreiber ansprechen und man muss idealerweise auch schon beim Erstellen der Inhalte darauf achten, dass auch ein Link wirklich entstehen kann, respektive eigentlich muss. Also Infografiken ist vielleicht ein ziemlich abgenutztes Beispiel, aber bei einer Infografik ist es relativ natürlich, dass ein Link entsteht. Oder wenn ich einen großen Ratgeber habe als 40-seitige PDF-Datei, dann ist das auch natürlich, dass da ein Link entsteht. Zum Seeding gehört natürlich noch deutlich mehr, das ist auch klar. Also das Promoten über soziale Netzwerke zum Beispiel. Trotzdem, was man mitnehmen muss insgesamt: Ohne Seeding wird es nicht funktionieren und die alte Faustregel ist ja. Du musst für das Seeden genauso viel Zeit aufwenden wie für das Erstellen der Inhalte.

So das so ein bisschen als Vorgeplänkel. Wie gesagt, meiner Meinung nach geht’s nicht um Content Marketing oder Linkaufbau, sondern um eine kombinierte Strategie. Das Beste vom Linkaufbau, das Beste vom Content Marketing. Und ich versuche das mal so in 5 Ideen zu kleiden und zu erklären, wie die eigentlich Hand in Hand funktionieren können.

Idee Nummer 1: Was wir typischerweise machen, wenn wir eine SEO-Analyse machen oder ein Offpage-Analyse, wir gucken uns erstmal an, welche Links hat diese eine Website unseres Kunden eigentlich schon in der Vergangenheit bekommen, um dann zu gucken, kann ich da noch mehr von kriegen? Also klassisches Beispiel ist. Der Vertriebspartner verlinkt auf unseren Kunden, dann fragen wir halt: Verlinken denn schon alle Vertriebspartner auf dich und können wir dir vielleicht dabei helfen, dass du das hinbekommst? Das ist so das Klassische, was man gemacht hat. Heutzutage ist es eigentlich besser einfach zu gucken: Hat jemand vielleicht wegen eines bestimmten Inhaltes auf mich verlinkt? Und auch wie kann ich das multiplizieren? Kann ich vielleicht einen Inhalt, den ich habe, an eine andere Website noch zusätzlich seeden oder kann ich vielleicht eine ähnliche Content-Aktion machen? Also Beispiel, ich habe mir mal angeguckt bei den internetkapitaenen.de, unser Blog, habe ich mir angeguckt: Was sind eigentlich die Seiten, die viele Links generiert haben? Gut, auf den ersten 800.000 Positionen sind das einfach nur Recaps von Konferenzen, die eigentlich immer gut laufen, aber weiter unten in der Liste ist mir dann noch ein Platz aufgefallen und zwar haben wir mal, das war 2010, eine 1. April Aktion gemacht und zwar Google MeatView und Google FatWords, zwei neue Tools aus den Google Labs. Und das hat gut funktioniert, das hat schöne Verlinkungen gebracht, natürlich auch ein bisschen Aufmerksamkeit. Mit Humor geht einfach manches besser. Also, was nehme ich da jetzt mit aus der ganzen Sache? Wir müssten auch diesem Jahr mal wieder eine ziemlich geile 1. April Aktion machen. Also guckt euch an, warum hat jemand verlinkt auf welchen Content? Und wie kann ich den eben vielleicht wiederholen oder anders oder besser machen?

Das Zweite, was wir natürlich auch immer machen, ist typischerweise, dass wir uns die Verlinkungen aller Konkurrenten angucken. Und früher hat man dann so geguckt: Oh da gibt’s eine ganz bestimmte Website, die verlinkt auf meinen Konkurrenten, dann frage ich da doch mal an, ob die auch auf uns verlinken können? Und das ist natürlich erstmal okay. Aber spannender ist es eigentlich auch hier, wenn ich hier eher in Content denke. Also hat mein Konkurrent vielleicht eine gute Linkstrategie, eine tolle Content-Strategie? Hat der einen Ratgeber geschrieben? 40 Seiten zu irgendeinem Thema. Hat der eine bestimmte Studie herausgebracht? Eine bestimmte Umfrage? Und davon kann ich mich dann eben inspirieren lassen, um dann selber so einen Inhalt zu machen, um aus seinen Linkstrategien zu lernen und um dann eben selber mit einem ähnlich guten Inhalt auch Links aufzubauen.

Das 3. Thema: Erwähnungen ohne Verlinkungen, auch als Mention bekannt. Also früher, wenn sowas passiert ist, irgendjemand hat den Namen eines Kunden erwähnt, aber nicht verlinkt, haben wir eine E-Mail hingeschrieben und haben gefragt: Kannst du bitte verlinken? Heute würde ich das viel breiter gucken, würde ich erstmal mir die Website angucken und schauen: Kann man eigentlich mal was zusammen machen? Brauchst du was? Was hast du sonst an Content auf der Website? Warum hast du eigentlich über uns berichtet? Kann ich dir vielleicht einen tollen Gastbeitrag liefern oder eine tolle Studie oder irgendetwas? Also auch hier einfach ein bisschen größer denken und nicht nur eine Anfrage hinschicken, sondern schauen, was kann man mit dem machen.

Früher, was natürlich auch viele gemacht haben, und das ist jetzt Maßnahme Numero 4. Ganz viele Blogs herausgesucht, alle angeschrieben, mit Geld gewunken, gesagt: Bitte, bitte verlinkt doch auf mich. So geht man heute nicht mehr vor. Aber man kann trotzdem noch ein paar Ideen aus Verlinkungen herausziehen. Wir gucken zum Beispiel, welche Gruppe von Websites kann denn eigentlich potentiell auf mich verlinken und auf was verlinken die eigentlich bereits? Also ein Beispiel dafür. Unser Kunde hat einen Online-Shop für Hundebedarf und wir gucken uns nach: Was gibt’s innerhalb dieser Thematik so für Websites und wir kommen zum Beispiel auf Hundezüchter. Gibt’s recht viele von, skaliert also gut, und in der Regel haben die auch noch relativ gute Vitaldaten. Und dann würden wir halt gucken, wir haben ein Tool, das rennt über die Websites von diesen ganzen Hundezüchtern und guckt nach, auf was verlinken die eigentlich so? Was ist für die interessant? Bei uns ist das der Backlink-Collector, bei uns hat alles irgendwie einen englischen Namen. Braucht man gar nicht unbedingt das Tool, man kann sich auch ein paar Seiten einfach manuell angucken. Was würde man feststellen? Man würde sehen, dass Hundezüchter gerne auf Hundeschulen verlinken. Was mache ich jetzt mit diesem Wissen? Weil ich keine Hundeschule habe, schreibe ich einen Artikel „Wie findet man eigentlich eine gute Hundeschule?“. Vielleicht schreibe ich nicht nur einen Artikel, sondern auch wirklich auch einen guten Ratgeber. Was gibt’s da vielleicht für Zertifizierungen? Was gibt’s so für Strömungen? Eine Checkliste, welche Fragen sollte ich eigentlich stellen, damit es meinem Fiffi auch in der Hundeschule gutgeht? Was kostet das typischerweise in eine Hundeschule zu gehen? Und, und, und. Idealerweise garniere ich das dann noch mit einem Interview von jemandem vom Tierschutzbund, um halt möglichst viele verschiedene Sichtweisen auch anzubieten. Und dann kann ich eben hingehen und diese ganzen Hundezüchter anfragen, ob sie auf diesen Inhalt auch verlinken möchten.

Idee Nummer 5 wäre. Was man früher gemacht hat, man hat sich einfach Blogs herausgesucht und hat einfach Blogkommentare drunter geschrieben. Das war dann immer der Fred Fertighaus und der Rudi Ratenkredit. Das kennen wir fast alle noch in der Branche. Dem hat Google schon lange einen Riegel vorgeschoben und die meisten Blogs zum Glück auch. Aber trotzdem guckt man sich natürlich noch Blogs an. Ich würde mir zum Beispiel angucken, wenn ich einen Blog sehe: Welche Beiträge in einem Blog haben denn für die meisten Kommentare gesorgt? Warum haben die gut funktioniert? Was hat der so für Resonanz erzeugt, dass so viele Leute sich dazu geäußert haben? Und dann würde ich hingehen und ähnliche Beiträge generieren. Vielleicht zum gleichen Thema, vielleicht das Ganze ein bisschen dialektischer angehen und dann zum Beispiel die Blogs anschreiben und eben auch wieder idealerweise um eine Verlinkung betteln

Das waren so 5 Beispiel für die Symbiose von Linkaufbau und Content Marketing. Insgesamt glaube ich habt ihr schon gehört, das Spiel ist natürlich komplizierter geworden, es ist vor allem aufwendiger geworden, komplexer, langfristiger orientiert. Also es geht alles eher Richtung Beziehungsaufbau und nicht: Ich greife hier mal ganz schnell einen Link ab und bin dann wieder weg. Insgesamt muss man sagen: Ein organisch entstandener Link ist nach wie vor einfach ein Votum. So hat Google das früher schon angesetzt. Es ist ein Votum für die verlinkte Website und manchmal auch für den ganz konkreten Inhalt. Und aus diesem Inhalt muss man eben was lernen und muss verstehen: Warum hat da jemand verlinkt? Wie kann ich das kopieren oder natürlich idealerweise wie kann ich es noch viel, viel besser machen? Und dann natürlich die Frage: Wie kann ich das skalieren? Wie kann ich eben nicht nur zwei Websites kontaktieren, sondern 2.000?

So. Das war’s zum Thema Linkaufbau und Content Marketing. Ich hoffe, dass ich euch ein paar Impulse liefern konnte, wie ihr das Ganze miteinander vereint. Ich hoffe, ihr habt so ein bissen zwischen den Zeilen herausgehört, dass es nicht einfach ist und dass man halt auch eine ganz bestimmte Denke entwickeln muss, dass man wirklich sich in das Thema hereindenken muss und dass man was immer man sieht eigentlich als Inspiration nutzen muss, um die nächste Aktion zu fahren. Und man muss natürlich auch ein bisschen wissen: Wie verteilen sich eigentlich Inhalte im Netz? Warum verlinkt jemand? Und wie gesagt dabei wünsche ich euch sehr viel Erfolg in Zukunft. Haltet mich auf dem Laufenden. Wie immer freue ich mich über Feedback, wenn ihr noch Themenvorschläge habt. Ein paar kamen in letzter Zeit schon. Freue ich mich immer sehr drüber und ansonsten ja vielen Dank fürs Einschalten und bis bald.

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.