Seit gestern gibt es im AdWords-Interface zahlreiche neue Auswertungsmöglichkeiten, die Werbetreibenden bei der Analyse ihrer Anzeigenqualität helfen sollen. Betroffen davon sind die zur Auswahl stehenden Spalten auf Keyword-Ebene.

Was steckt dahinter?

Vor wenigen Monaten hatte Google noch angekündigt, dass Werbetreibende in AdWords zukünftig den Qualitätsfaktor nun noch umfangreicher einsehen und die Qualität ihrer Keywords überwachen können. Jetzt ist es so weit:

Im Tab „Keywords“ lassen sich nun mehrere Details einblenden, um die Leistung zu überwachen. Diese werden zurzeit Stück für Stück ausgerollt und sind noch nicht in allen AdWords-Konten verfügbar. Zudem sind die Spalten scheinbar so neu, dass Google es zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht einmal geschafft hat, entsprechende AdWords-Hilfeseiten auf die Beine zu stellen; stattdessen wird ein 404-Fehler angezeigt, wenn man über das Fragezeichen im Kästchen der jeweiligen Spalte mehr Infos angezeigt bekommen möchte. Außerdem sind momentan noch nicht alle Spalten-Beschreibungen ins Deutsche übersetzt.

Bei allen drei neuen Spalten handelt es sich um Komponenten des Gesamtqualitätsfaktors eines Keywords. Das Resultat wird mit den Werten „Unterdurchschnittlich“, „Durchschnitt“ oder „Überdurchschnittlich“ angezeigt. Hier die neuen Auswertungsmöglichkeiten im Überblick:

Erwartete Klickrate

Diese neue Spalte zeigt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit Nutzer auf eine Anzeige klicken, wenn sie diese sehen. Der Wert basiert auf der bisherigen Klickratenleistung der Anzeigen. Dabei werden laut Google u. a. die Auswirkungen der Anzeigenposition oder andere Faktoren, die Einfluss auf die Sichtbarkeit der Anzeigen haben (z. B. Erweiterungen), nicht berücksichtigt.

Anzeigenrelevanz

Wie der Name bereits verrät, lässt sich mithilfe dieser Spalte ausmachen, wie relevant der Anzeigentext für Nutzer ist, die die Anzeige gesehen haben. Google beachtet dabei den Zusammenhang zwischen Keyword und Anzeigentext bzw. wie aussagekräftig die Anzeige formuliert ist. Wird in der Spalte beispielsweise der Wert „unterdurchschnittlich“ angezeigt, kann es sein, dass der Anzeigentext für die Nutzer irrelevant oder gar irreführend ist.

Nutzererfahrung mit der Zielseite

Hierbei wird ein Schätzwert dafür angegeben, wie relevant und nützlich die Zielseite für Nutzer ist, die auf die Anzeige klicken. Mitunter wird berücksichtigt, inwiefern der Inhalt der Ziel-URL mit dem Suchbegriff des Nutzers übereinstimmt.

Verlauf

Zusätzlich zu diesen drei neuen Spalten gibt es die Möglichkeit, sich die Historie („Verlauf“) einsehen. Die drei neuen Spalten werden also um die jeweils gleiche Spalte bezogen auf die Historie ergänzt – ebenso der Qualitätsfaktor. Die Daten des Verlaufs beziehen sich auf die letzten bekannten Daten, der ausgewählte Zeit. Allerdings können diese nicht weiter als der 22. Januar 2016 zurückliegen.

Und hier noch ein kleiner Tipp am Rande: Wenn man sich die historischen Spalten einblendet und das Segment „Tag“ hinzufügt, werden die Daten für die einzelnen Tage innerhalb des ausgewählten Zeitraums eingeblendet. Ziemlich nützlich, wie ich finde. Besonders nach einem Kampagnen-Neustart oder einem Relaunch kann man so die Performance ideal überwachen und Änderungen auf den Tag genau ausmachen.

Fazit

Um die „Blackbox Qualitätsfaktor“ ein wenig zu entschlüsseln, finde ich die neuen Auswertungsmöglichkeiten sehr praktisch. Besonders im Zusammenspiel mit den zeitlichen Segmenten können Werbetreibende hier auch hilfreiche historische Daten einsehen.

Wie genau das System von Google bspw. Relevanzen oder Zusammenhänge zwischen Keyword und Anzeige oder der Nutzererfahrung ausmachen möchte, ist mir zwar noch etwas schleierhaft, aber immerhin nähern wir uns hierbei einer weiteren Aufschlüsselung von Daten, was ich nur begrüßen kann.

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About Cora Rothenbächer

Cora Rothenbächer ist Online-Marketing-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Sie schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords und Bing Ads im Bloofusion-Blog und im suchradar, dem Magazin für SEO, SEA und E-Commerce. Zudem ist sie Gastbloggerin des offiziellen Bing-Ads-Blogs.

Hobbymäßig spielt sie Ukulele und Gitarre und geht privat gerne auf Konzerte.

Cora ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten: