Kurzer Spoileralarm vor dem Artikel: Ja, es war mega. Ja, alle die nicht da waren, haben definitiv was verpasst. Bin ja sonst nicht so der Recap-Schreiber-Fan, aber hier wollte ich doch mal den Daheimgebliebenen einen kleinen Einblick geben.  Deswegen meine 10 wichtigsten Learnings vom Facebook Ads Camp:

#Learning 1: Partnerkategorien  nutzen – Optimieren des Targetings mit offline gesammelten Daten

Mein erstes Learning kam von Florian von adsventure.de, ein eh mega cooler Blog rund um ums Social Adverising. (Ich habs leider verpasst ihm das Freitag persönlich zu sagen, was mich auch echt ein bisschen ärgert. Also Florian, falls du das hier liest: Dein Blog ist spitze!!!)

Die Partnerkategorien gibt es eigentlich schon ein bisschen länger und werden ja mehr oder weniger automatisch im detaillierten Targeting mit aufgeführt. Allerdings gebe ich zu, da nie im Besonderen drauf geachtet zu haben und hier liegt leider der Fehler meinerseits. Denn so wurde mir erst Freitag bewusst, welch mächtiges Datennetzwerk mit Acxiom dahintersteckt und vor allem – richtig cool – dass man bei Acxiom direkt zusätzliche Kategorien freischalten lassen kann. Gerade für Seiten und  Unternehmen, die noch keine große Datenmenge durch Website-Besucher oder ähnliches haben und dementsprechend keine eigenen Custom Audience erstellen können, bieten die offline gesammelten Daten sicher eine gute Alternative.

#Learning 2: Print ist tot – aber nicht im Thermomix-Bereich

Die Welt des Thermomix ist für mich ja ungefähr so nachvollziehbar wie die große Fan-Gemeinde für Seiten und Sprüche a la „Du-bist-ein-Kind-der-90er-wenn-…“. Und auch bei dem Titel „Mein Zaubertopf“ gingen meine ersten Gedanken eher an Asterix und den kochenden Druiden als an die 1.000 €-Euro-Küchenmaschine.

Aber man lässt sich ja immer wieder überraschen und so muss ich doch mit einigem Respekt bekanntgeben, dass es mittlerweile Thermomix-Modelle mit WLAN gibt und man in den Dingern sogar Bier brauen kann. Jakob Strehlow hat in seinem Case von „Mein Zaubertopf„dann auch gezeigt, dass ich mit meiner Bewunderung nicht ganz allein dastehe. 7.000 Print-Abos konnte der Verlag direkt in der ersten Runde über Facebook-Marketing abschließen – ohne dabei überhaupt schon ein Heft gedruckt zu haben. Und kleiner Neben-Fact: Über das Werbeformat „Angebot“ gab es dabei eine Conversionrate von über 70 %. Das hat mich – die ich ein bekennender Fan dieses Formats bin – nur nochmal in den Glauben an seiner Daseinsberechtigung und Effektivität gestärkt.

Ich würde sagen: Ein Selbstsäufer… äh… läufer!

#Learning 3: Such dir demnächst Kunden aus der Politik

Alexander Peiniger von quintly hatte in seinem Vortrag extrem viele spannende Zahlen dabei. Zum Beispiel, dass mittlerweile 13 % der Postings gesponsert werden, immer noch mehr als die Hälfte der Seiten keinen Video-Content hat oder auch, dass bei Instagram die Engagament Rate wesentlich höher ist. Was ich allerdings besonders spannend fand, ist das Chart mit der Ads-Budget-Verteilung. Denn während die typischen „Lifestyle-Branchen“ Food/Beverage, Beauty oder Travel schon gut dabei sind im Social-Advertising, hängt die Politik offensichtlich extrem hinterher (neben ein paar anderen Branchen).

Und auch wenn es bislang noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber gibt, wie sich Facebook-Ads tatsächlich auf das Abstimmungsverhalten von Nutzern auswirken (Edit: es gibt zwei spannende Artikel mit Bezug zur USA Wahl: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ und dazu auch „Was an dem Bomben-Artikel, den alle geteilt haben, falsch ist“),  wundert es mich doch sehr, dass mir tatsächlich noch keine einzige Wahlwerbung auf Facebook ausgespielt wurde – obwohl  hier in NRW in einer knappen Wochen Wahlen sind. Und ich bin noch unentschlossen – also man könnte noch was reißen bei mir theoretisch… 😉 Aber ich biete hier auch gerne noch meine Dienste für kurzentschlossene Parteien an (die Liste an Parteien, die ich NICHT unterstützen werden, gibt es dann per Mail). 🙂

SUPER-EDIT: Jan und Ben von den SMNerds haben dazu ganz brand aktuell einen Artikel herausgebracht, der genau dieses Thema behandelt: #NRWAS – Während Trump mit Facebook Ads Wahlen gewinnt, drucken deutsche Parteien noch immer Hashtags auf Plakate! Ganz starke Leseempfehlung!

Wer noch neue Kundengruppen sucht: Die Politik bietet sich an! 😉

#Learning 4: Das Problem unserer heutigen Gesellschaft: Niemand trinkt mehr aus den Schädeln seiner Feinde

Klingt trashig? Ist aber das erfolgreichste T-Shirt von David Schneider gewesen. Dieser verkauft seine Shirts übrigens alleine durch Facebook Ads. Organische Reichweite ist ihm zu viel Arbeit, deswegen sind die Fanpages auch leer und mit so Sachen wie Impressum wird sich auch gar nicht erst aufgehalten… So geht’s halt auch und funktioniert im Prinzip genauso gut.

#Learning 5: Kampagnen-Budget und Regeln festlegen

Der Vortrag von Lars Ofterding von  247GRAD zum Local Business hat mir vor allem zwei Dinge klar gemacht: Wer eine Kampagne für über 100 Filialen gleichzeitig anlegt und dafür über 600 Ads-Sets mit 1.200 Anzeigen definiert, der tut gut daran, das Ganze mit einem Budget zu deckeln – sonst verliert man schnell den (finanziellen) Überblick. 😉 Dies zieht eigentlich in logischer Konsequenz mit sich, dass man in dieser Komplexität auch durchaus die automatischen Regeln (rege) gebrauchen sollte.  So müssen die Sets und Anzeigen nicht alle manuell geprüft werden, sondern können im großen Umfang – je nach Regel – automatisch angepasst werden.

Und für alle, die auch planen für gleich mehrere Standorte große Kampagnen aufzuziehen: Nutzt die Business Locations, das macht euch das Leben definitiv einfacher! 😉

#Learning 6:  Der Konjunktiv könnte interessante Möglichkeiten bieten

Um es kurz zu machen: Was Thomas Thaler in dem Panel so frei in den Raum gesprochen hat, ist echt seeehr interessant gewesen. Es gibt extrem viele Möglichkeiten, wesentlich mehr aus den Daten, die man hat und vor allem, die man bekommen könnte (!) herauszuholen. Wenn man sich in einen Bereich bewegt, der so eventuell nicht von Facebook vorgesehen ist und sich eher unter „tiefere Grauzone“ einordnen lässt.

Zum Nutzen des Facebook-Pixels lässt sich vielleicht noch einmal abschließen der Anwalt Niklas Putte zitieren: „Die Umsatzzuwächse sind so hoch, das Risiko [aktuell] so gering, dass man es eigentlich unbedingt nutzen sollte.“

#Learning 7: Guter Content trifft voll auf die Fresse

Ich muss ehrlich sagen, dass ich bisher selbst wenig mit Leads Ads gearbeitet habe und genau das aber jetzt wieder ändern werde! 😉 Ali Saffari, der seinen B2B-Case von Trusted Shops vorgestellt hatte, hat gezeigt, dass das Ganze hervorragend funktionieren kann – von bis zu 80,00 € runter auf nicht mal 3,00 € pro Lead ist wohl ganz ordentlich. Für solche Erfolgsgeschichten muss aber nicht nur die Verzahnung zwischen Marketing und Sales funktionieren, sondern vor allem richtig guter und hilfreicher Content erstellt werden.

Wo sich ja gerade B2B meiner Meinung nach immer ein bisschen schwer mit tut (by the way, mal ein bisschen Eigenwerbung: Kollege Schülke hält doch, so wie es der Zufall will, Donnerstag noch ein Webinar zu dem Thema). Das Top-Learning hier: „Einfacher Inhalt, voll auf die Fresse funktioniert am besten“.  Denn es hat sich gezeigt, dass zu schöne oder zu komplexe Anzeigen(-bilder) gar nicht förderlich sind. Na, ich geh dann mal meine Schlagkraft trainieren und nach mittelschönen Bildern suchen…

Da gehen sie dahin, die teuren Messe und Newsletter-Leads…

#Learning 8: „Die Leute kaufen nicht dein Produkt, sie kaufen die Lösung für ihr Problem!“

Bei Kochrezepten schließt sich quasi ja wieder der Kreis: Massimo Chieruzzi von AdEpresso hat in einem 4-Gänge-Menü gezeigt, wie man den Nutzer in einer Journey einfängt und bestenfalls zum Nachtisch als Promoter für die Brand gewinnt. Weil aber niemand auf Facebook ist, um unsere Produkte zu kaufen, geschweige denn zu bewerben, muss dabei vielmehr das Problem  des Nutzers in den Mittelpunkt gestellt werden. Hierfür muss eine Lösung geboten werden, die  dann in klarer Botschaft transportiert wird. Und dabei gilt es zu testen und zu experimentieren:  Mit kurzen knackigen Überschrift, mit Buzzwords wie „kostenlos“ oder auch mal mit Anzeigen, die dem Motto „weniger ist mehr“ folgen – wir hatten ja schon bei Ali gehört, dass zu schön schließlich auch nix ist…

# Learning 9: Schau dir jede Anzeige mobil an

…Predige ich selbst immer und versuche das auch Kunden bei der Bildauswahl zu vermitteln. Deswegen nehme ich hier seeehr gerne nochmal mit auf, was im großen Abschluss-Panel ebenfalls von allen Speakern deutlich gemacht wurde: Die Anzeigen aufs Handy schicken lassen und mobil anschauen. Wir basteln alles an großen Bildschirmen zusammen und vergessen, dass das Ganze im Regelfall durch den Newsfeed auf einem kleinen Smartphone durchläuft. Und das für keine zwei Sekunden. Seit ich einmal ein Bild mit einem Teller Falafel verwenden sollte, der mobil original aussah wie in Teller Hundekot, bin ich da sehr konsequent…

#Learning  10: TESTEN! TESTEN! TESTEN!

Ich glaube, dieses Gebet kam bei jedem Vortrag am Anfang, zwischendurch und am Ende und sie haben ja auch alle einfach Recht. Ohne ausführliches Testen von Kampagnen-Zielen, Zielgruppen, Platzierungen und Anzeigengestaltungen geht’s einfach nicht.

Einigkeit nicht nur im Abschluss-Panel: Ohne Testen geht nix!

#1 Lobhudelei

Es war mega-ober-galaktisch-super, was Ben und Jan da auf die Beine gestellt haben. Auch wenn ich nicht zu allen Vorträgen etwas  geschrieben habe, heißt das nicht, dass diese nicht auch super waren oder ich nix gelernt habe oder gerade Kaffee trinken war oder so… 😉

Die ganze Orga, die Speaker, die Moderatoren und vor allem auch die anderen Teilnehmer waren spitze – hab selten so nett zwischendurch und abends gequatscht.

Ach so: Und weil ich den ganzen Tag komplett auf das #FBAdsCamp eingestellt war und quasi fast gar nicht selbst in den sozialen Netzwerken aktiv war, habe ich #bibissong  auch tatsächlich erst 24 Stunden später mitbekommen. DANKE auch nochmal dafür!

#2 x Wünsch dir was

Ich würde mir für das nächste Jahr noch mehr Cases wünschen – ich weiß es gab eigentlich genug, aber ich hätte gerne einen noch so richtig „von vorne bis hinten“ gehabt. Jeder kennt vermutlich den Burger-Case von Ben. Und was mir an dem Artikel dazu so gut gefällt, ist dass wirklich alles aufgeführt wird – von der ersten Anzeige bis zum Fazit — alles ist detailliert mit Screenshots (auch aus den Anzeigen-Auswertungen) dokumentiert. Bei den Vorträgen hatte man eher nur stichprobenartige Einblicke in den strategischen Verlauf.

Und wenn ich mir noch was wünschen darf: Dann hat Tom Thaler nächstes Jahr einen eigenen Slot — gerne dann auch ohne Facebook-Mitarbeiter im Raum. 🙂

Danke und TSCHÜß!!!

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About Julia Leutloff

Julia Leutloff arbeitet als Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Hier im Blog schreibt sie allerdings nicht nur über die weite Welt des Online-Marketings, sondern genauso über unser Agenturleben. Schließlich kümmert sich Julia auch um alle Personalangelegenheiten bei Bloofusion.

Privat ist Julia vor allem sportlich unterwegs und ist eigentlich immer irgendwo beim Pferd, auf dem Wasser oder im Schnee zu finden.

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