In den letzten Tagen hat Google zwei Benachrichtigungen zu Telefonnummern in AdWords-Anzeigen verschickt. Darin kündigt Google an, sich in Zukunft mehr Freiheit bei der Auswahl und Anzeige von Telefonnummern nehmen zu wollen. Werbetreibende können dem zwar widersprechen, die Fristen sind aber recht knapp gesetzt.Zwei Aspekte möchte Google in Zukunft anders regeln:

1. Vorfahrt für Standorterweiterungen

Standorte haben oftmals Telefonnummern, die im Rahmen der Standorterweiterung auch in Anzeigen eingeblendet werden können. Wenn in AdWords ebenfalls eine Anruferweiterung hinterlegt wurde, stellt sich die Frage, welche der beiden Nummern im Einzelfall gezeigt werden soll.

Bislang hatte die Anruferweiterung immer Vorrang. Nutzer sahen in der Anzeige also die lokale Adresse (aus der Standorterweiterung) zusammen mit der allgemeinen Telefonnummer (aus der Anruferweiterung). Das will Google künftig anders handhaben.

Schon ab dem 19. Januar will Google der Standorterweiterung den Vorrang geben. Wenn also Standortinformationen eingeblendet werden, dann wird auch die zugehörige Nummer eingeblendet. Andernfalls kann die Telefonnummer aus der Anruferweiterung gezeigt werden.

2. Automatische Telefonerweiterung

Nicht immer hinterlegen Werbetreibende Anruf- oder Standorterweiterungen für ihre Anzeigen. Weil Google auf Mobilgeräten aber öfter Telefonnummern anzeigen möchte, sollen in solchen Fällen ab dem 6. Februar automatisch Anruferweiterungen erstellt werden. Die zugehörigen Telefonnummern holt sich Google von der Website des Werbetreibenden.

Da Googles Nachricht die Telefonnummern enthält, die gezeigt werden sollen, können Werbetreibende leicht nachprüfen, ob Google hier einen Fehler gemacht hat. Bislang habe ich dort nur sinnvolle Telefonnummern gefunden. Offen ist allerdings, ob Google in Zukunft jedes Mal eine Nachricht schickt, wenn eine neue Anruferweiterung hinzugefügt wird.

Unklar ist, wie Google genau an die Telefonnummern kommt. So war in den meisten Fällen, in denen Google die Nummer korrekt erkannt hat, keine besondere Kennzeichnung der Telefonnummer erfolgt (was über Mikrodaten möglich ist) – für Google offenbar kein Hindernis. In der versendeten Nachricht ist von „Zielseiten mit deutlich sichtbaren Telefonnummern“ die Rede. Das legt nahe, dass Google die Nummer immer von der jeweiligen Zielseite extrahiert.

Ich habe jedoch auch einen Fall gesehen, in dem ein großer Online-Shop in seinen verschiedenen Oberkategorien auch verschiedene Durchwahlen anzeigt. In der Nachricht hat Google davon nur die wichtigsten angegeben, was nahelegt, dass doch nicht für jede Zielseite die passende Nummer gefunden wurde.

Und wenn man das nicht will…?

Wer diese Änderungen nicht mitmachen möchte, wird von Google nicht dazu gezwungen. In beiden Fällen gibt es die Möglichkeit, dem  zu widersprechen.

Wer nicht möchte, dass die Nummer aus der Standorterweiterung statt der zentralen Telefonnummer aus der Anruferweiterung gezeigt wird, kann dies über dieses Formular mitteilen.

Einfacher geht es bei der automatischen Zuordnung von Telefonnummern. Hierzu findet man in AdWords im Bereich Anzeigenerweiterungen unter Automatische Erweiterungen die Möglichkeit, das Hinzufügen neuer Anruferweiterungen zu verhindern.

Zuvor automatisch hinzugefügte Anruferweiterungen müssen allerdings ggf. selbst wieder abgeschaltet werden.

Fazit

Beide Änderungen dürften für die breite Masse der Werbetreibenden in Ordnung sein. In beiden Fällen dürfte es aber auch genug Unternehmen geben, denen das nicht gerade gelegen kommt. Da man durch die Opt-Out-Möglichkeiten zu nichts gezwungen wird, gibt es eigentlich keinen Grund zur Beschwerde.

Für mich bemerkenswert ist jedoch die vergleichsweise kurze Vorlaufzeit, die Google hier einräumt. Das scheint mir langsam zur Regel zu werden.

 

Unser nächstes Webinar:
SEO: Die optimale Website-Struktur für B2B-/Industrie-Websites

Damit eine Website für möglichst viele relevante Suchbegriffe gefunden werden kann, sollte sich die Website-Struktur am Suchverhalten orientieren - und da gibt es im B2B-Umfeld viele Besonderheiten. Für dieses Webinar wird anhand einiger Beispiele gezeigt, wie die Websites idealerweise gestaltet werden müssten, um gut gefunden zu werden. Das Thema "Internationalisierung" darf dann natürlich nicht mehr fehlen: Wie baut man am besten eine Website auf, die in vielen Ländern/Sprachen verfügbar sein soll?

Jetzt kostenlos anmelden:
Webinar: SEO - Die optimale Website-Struktur für B2B-/Industrie-Websites (28. Juni 2017)

Alle kommenden Webinare:
Bloofusion- und suchradar-Webinare im Überblick

 

About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEA in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden: