Mit Kampagnengruppen hat Google eine neue Funktion angekündigt, mit der Werbetreibende ihre Kampagnen im Hinblick auf einfache Ziele im Blick behalten können. Kampagnengruppen und Performance-Ziele haben zwar weiter keine Auswirkungen, können die Übersicht aber spürbar verbessern.

logoKampagnengruppen konnten wir schon kurz nach der Ankündigung in unseren Konten finden. Dafür gibt es in AdWords einen neuen Menüpunkt „Kampagnengruppen“ am linken Rand.

Die neue Funktionalität ist recht schnell erklärt: Kampagnengruppen sind nichts anderes als der Begriff suggeriert, nämlich eine Zusammenfassung von Kampagnen (eine einzelne Kampagne geht auch). Der einzige Sinn dieser Gruppen ist, dass man dafür Leistungsziele formuliert. Hat man das getan, kann man sich ein schönes Dashboard anzeigen lassen, in dem die Statistiken und Ziele für die Gruppe aufgezeigt werden.

Leistungsziele

Die Möglichkeiten bezüglich der zu definierenden Ziele sind momentan noch sehr eingeschränkt. Zunächst entscheidet man sich für einen Schwerpunkt: Klicks oder Conversions. Davon ausgehend legt man dann bis zu drei Ziele fest, die zusammen das sogenannte Leistungsziel ergeben:

  1. Effizienzziel: Die Obergrenze für den durchschnittlichen CPC oder CPA
  2. Volumenziel: Die Mindestmenge an zu erzielenden Klicks oder Conversions
  3. Ausgabenziel: Eine Ober- oder Untergrenze für die Kosten

Während das erste Ziel, der durchschnittliche CPC oder CPA, noch unabhängig ist, müssen sich die anderen Ziele zwangsläufig auf einen festen Zeitraum beziehen. Verwendet man Zeiträume, dann ist es auch möglich, verschiedene Leistungsziele für verschiedene Zeiträume einzurichten. So könnte man also für den Oktober ein anderes Ziel wählen als für den September.

Das Dashboard

Hat man für eine Kampagnengruppe ein Leistungsziel definiert, so zeigt AdWords auf einem übersichtlichen Dashboard, wie die Gruppe im Hinblick auf das Ziel dasteht. Der folgende Screenshot zeigt schon fast alles:

dashboard

Hier wurde eine Gruppe „Sommerschlussverkauf“ angelegt, die im September drei Ziele erreichen soll. Für jedes dieser Ziele werden der aktuelle Stand sowie eine Prognose angezeigt. Fährt man mit der Maus über die Prognose, dann bekommt man noch weitere Informationen wie die Schwankungsbreite.

Wie man sieht wird das Volumenziel von 50 Conversions ziemlich sicher erreicht werden. Ebenso werden die Kosten weit unter der Obergrenze von 3.000 Euro liegen. Der angestrebte CPA von 15,18 Euro wird allerdings leicht überschritten, was in einer tiefroten Meldung resultiert: Überprüfung erforderlich.

Fazit: Zielgruppe

Kampagnengruppen sind kein besonders tiefgreifendes Feature. Sie sind für einfache Aufgaben ausgelegt und richten sich primär an Werbetreibende, die den Überblick über einfache Ziele behalten wollen, ohne sich ansonsten groß mit AdWords zu beschäftigen. Hierfür ist insbesondere der rote oder grüne Statusbalken hilfreich, der unmissverständlich mitteilt, ob das Leistungsziel voraussichtlich erreicht wird oder ob man eingreifen muss.

Interessant sind Kampagnengruppen sicher auch, wenn der Mediaeinkauf im Vordergrund steht. Ein Leistungsziel mit Bezug auf Mindestausgaben kommt in unserer Performance-getriebenen Welt kaum vor, ist für manche Agentur aber durchaus die Regel.

Allerdings wären Kampagnengruppen theoretisch auch für anspruchsvollere Werbetreibende geeignet – gerade bei komplexen Konten könnte die stark reduzierte Ansicht durchaus helfen, die Übersicht zu bewahren. Das gilt umso mehr, da die Prognosefunktion in AdWords einzigartig ist.

Leider gibt es einige Einschränkungen, die Kampagnengruppen für anspruchsvollere Werbetreibende eher uninteressant machen. So kann man eben nur Ziele rund um Ausgaben, Klicks und Conversions definieren, nicht aber für den ebenfalls gängigen ROAS oder andere Zielgrößen.

Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass Kampagnen, die gemeinsame Budgets nutzen, nicht in eine Gruppe aufgenommen werden können. Dadurch fallen bei uns leider schon viele Kampagnen ganz raus – insbesondere solche, bei denen eine zusammengefasste Ansicht sinnvoll wäre. Hier hoffe ich, dass Google noch nachbessert.

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About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEA in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden: