Archiv für die 'Linkbuilding' Kategorie

Analyse von Keyword-Links: Wie einfach es für Suchmaschinen doch manchmal ist…

Donnerstag 2. Februar 2012 von Markus

Ich möchte ein paar Zahlen teilen, die eines unserer internen Link-Tools für uns gesammelt hat. Für die Auswertung haben wir uns insgesamt 21.652 Verlinkungen von Websites angeschaut, die für ein heiß umkämpftes touristisches Keyword in der Google Top 10 zu finden sind.

Dabei haben wir die Links immer unterteil in “Exact” (der Anchortext entspricht exakt dem Zielsuchbegriff) und “Partial” (Das Keyword kommt irgendwo im Anchortext vor). Und wir haben die Links in “Home Page” (Link kommt von einer Startseite), “Site-wide” (der Link befindet sich auf jeder Seite der Website) und “Single Link” (nur eine Seite der Website verlinkt) unterteilt.

Hier zunächst die Zahlen:

Bild

Mir fällt dabei folgendes auf:

  1. Ich hätte erwartet, dass es hier mehr Site-Wide-Links gibt. Aber wahrscheinlich hat sich langsam die Erkenntnis durchgesetzt, dass solche Links von Google natürlich sehr einfach algorithmisch zu erkennen sind.
  2. In jeder Kategorie überwiegt “Partial” deutlich. Der klassische Keyword-Link ist offensichtlich nicht immer das Ziel aller SEOs.
  3. Die Links mit “Exact” haben eine geringere durchschnittliche Domain-Popularität im Vergleich zu “Partial”.
  4. Wenn man sich die Auswertung der durchschnittlichen Domain-Popularität anschaut, sieht man aber auch, dass die Non-Keyword-Links deutlich höhere Werte aufweisen. Das liegt vor allem daran, dass hier eben gute organische Links von relevanten Portalen und Magazin zustandegekommen sind. Es zeigt aber auch, dass Google hier ein Potenzial hat/hätte, Keyword-Links gezielt abzuwerten. Denn wie sieht es aus, wenn viele schlecht verlinkten Portale mit einem Keyword verlinken, aber alle gut verlinkten Portale das eben nicht machen? Macht man es Google da nicht besonders leicht zu erkennen, wer beim Linkaufbau nachgeholfen hat?

Man sieht hier ein klassisches Problem des Linkaufbaus: Keyword-Links bekommt man traditionell von Websites, die selber nicht gut verlinkt sind. Und damit erzeugt man natürlich ein Muster, das eigentlich gut algorithmisch zu erkennen ist. Wie gesagt: Ich habe hier nicht den Eindruck, dass Google etwas gegen die aktuelle Verteilung hat, aber man muss ja immer auch etwas weiter denken.

Im Moment glaube ich, dass Google recht nachsichtig ist. Wenn es ein paar Keywordlinks gibt, die aber nur einen Teil der Links ausmachen, hilft das, solange man es eben nicht übertreibt. Keywordlinks funktionieren als Beimischung gut, wenn es eben auch viele andere Links gibt. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Google das zukünftig noch etwas anders behandelt und sehr genau hinschaut, wer solche Linkmuster hat.

Wobei ich natürlich grundsätzlich sagen muss: Anhand der Zahlen kann man ja noch nicht einmal sagen, dass Google die Keywordlinks überhaupt gewertet hat. Vielleicht wirft Google die ja auch schon weg, weil es eben genau solche Analysen macht. Die Link-Datenbank liefert die Links auch dann, wenn Google diese ignoriert. Und dann bleibt noch die Frage, wie Google mit auffälligen Websites umgeht: Einfach nur die Links entwerten, als hätte es sie nicht gegeben? Oder auch eine Abwertung der restlichen guten Links?

Fragen über Fragen, die wir sicherlich niemals klären können.

Wichtig bleibt für mich aber nach wie vor das alte Mantra:

  1. Google benötigt Links für die Berechnung der Rankings. Nur On-Page oder Social reichen einfach nicht.
  2. Google wird bei der Analyse der Links immer besser werden.
  3. Beim Linkaufbau sollte man sehr genau darauf achten, dass er auch wirklich organisch aussieht. Das geht natürlich nur näherungsweise, weil ein wirklich organischer Linkaufbau in der Praxis einfach nicht möglich ist.

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Google in die Karten schauen: Welche Links zeigt Google in den Webmaster Tools an? Und warum?

Montag 31. Oktober 2011 von Markus

Ich habe in den letzten Tagen mit einer Auswertung angefangen, die sich an meine Auswertung der Link-Datenbanken anschließt.

Mir geht es dabei um die Frage, wie gut eigentlich die Link-Daten, die Google über die Google Webmaster Tools zur Verfügung stellt, im Vergleich zu den Link-Datenbanken SEOmoz, Majestic SEO und OpenLinkGraph sind. Und es geht natürlich darum, ob man daraus etwas ableiten kann (siehe unten: ich glaube, dass man das kann).

Dafür habe ich mir vier Test-Domains herausgesucht, bei denen ich Zugriff auf die Webmaster Tools habe und bei denen es weniger als 1000 Verlinkungen gibt. Denn: Die Webmaster Tools liefern mir nur die Top 1000 Links. Alles andere würde also die Statistik verfälschen.

Ich will dabei u. a. ermitteln, wie hoch der Anteil der gemeinsam gefundenen Links ist und wie viele “Unique Links” es bei den Webmaster Tools und den Link-Datenbanken gibt.

Die Daten werden derzeit noch zusammengetragen und validiert. Das dauert dann doch länger, als ich gedacht habe.

Aber eine interessante Sache ist mir dabei schon aufgefallen. Ich habe mir die Links angeschaut, die von den Link-Datenbanken geliefert werden und nicht von den Webmaster Tools. Dann habe ich diese Links daraufhin überprüft, ob Google diese verlinkenden Seiten überhaupt im Index hat.

Interessant wird es, weil es durchaus viele Seiten gibt, die Google im Index hat. Die darauf befindlichen Links werden aber in den Google Webmaster Tools nicht angezeigt.

Jetzt könnte man ja argumentieren, dass es sich dabei um neue Links handelt, die einfach noch nicht den Weg in die Webmaster Tools gefunden haben. In den folgenden Fällen ist das aber nicht der Fall. Die Links gibt es dort schon seit einiger Zeit.

Beispiel 1:
http://swissonlinemarketing.ch/content/index_ger.html verlinkt auf www.suchradar.de

Bild

Beispiel 2:
http://www.rab-friedrich-ramm.de/linkliste14.html verlinkt auf www.suchradar.de

Bild

Meine Meinung

Im ersten Beispiel ist der Link zwar im Quellcode zu sehen, aber der Link selber befindet sich in einer sehr langen Linkliste und ist auch nicht immer sichtbar.

Im zweiten Beispiel befindet sich der Link auf einer Seite mit ganz vielen anderen Links (ca. 250 ausgehende Links).

Ich glaube, dass die Google Webmaster Tools hier zeigen, dass Google bestimmte Links einfach aussortiert. Bei den mir zur Verfügung stehenden Domains habe ich leider keine dabei, die über irrelevante Footer-Links o. ä. verfügen, aber auch in diesen Fällen würde ich erwarten, dass Google viele davon einfach aussortiert.

Ich habe in den Unique Links der Google Webmaster Tools übrigens auch sehr viel anderen Schrott gefunden, der meiner Meinung nach auch kein positives Licht auf die Google-Algorithmen wirft. Aber in diesen Fällen waren die Links zumindest in formaler Hinsicht in Ordnung (also keine übervollen Linklisten u. ä.).

Ich kann mir hier vorstellen, dass Google unterschiedliche “Schalen” hat, die wertlose Links herausfiltern können. Die beiden Beispiele oben wären dann ein Fall für einen Filter, der sich Links auf Seitenbasis anschaut. Viele andere Links werden wohl erst später bewertet, wenn unterschiedliche Seiten einer Website zeitgleich betrachtet werden können.

In jedem Fall zeigt das ein grundlegendes Problem der Link-Datenbanken, vor dem SEOs stehen: Nicht jeder Link, der als Potenzial auftaucht, ist auch wirklich ein lohnenswerter Link. Viele minderwertige Links streuen in die Auswertungen rein, so dass diese einen Teil der Aussagekraft verlieren.

Hier sind also sowohl die Link-Datenbanken als auch die SEOs in der Pflicht, gute von schlechten Links zu unterscheiden. Die Link-Datenbanken werden das aber wohl so schnell nicht angehen, weil ich den Eindruck habe, dass die Anzahl der gefundenen Links durchaus ein Marketing- und Verkaufsargument ist.

Die gesamte Auswertung…

…dauert wie gesagt noch ein paar Tage. Ich werde diese auf der SEOkomm in Salzburg (25. November) im Track “Link-Datenbanken im Vergleich” (http://www.seokomm.at/vortrag-info.html?vortrag=1600) vorstellen. Und natürlich im nächsten suchradar, das dann im 14. Dezember erscheinen wird.

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OpenLinkGraph-API: Funktioniert…

Montag 17. Oktober 2011 von Markus

Nachdem SISTRIX heute eine E-Mail verschickt hat, dass die Daten aus dem OpenLinkGraph nun auch gut per API erreichbar sind, habe ich gleich mal dafür die nötigen Funktionen für unsere Library geschrieben.

Es gibt zwei API-Aufrufe. Einmal links.overview, die zu einer Domain Metriken liefert, z. B.

<response>
<api_key>

</api_key>

<method>
links.overview
</method>

<answer>
<total num=”5616″/>
<hosts num=”453″/>
<domains num=”394″/>
<networks num=”363″/>
<class_c num=”281″/>
</answer>

<credits used=”25″/>
</response>

25 Credits finde ich fast ein wenig zu happig, um damit mal eben tausende von Domains zu überprüfen (was wir gerne mit SEOmoz-Daten machen). Hier sollte noch einmal gegengesteuert werden.

Und dann der Aufruf links.list, der eine Liste aller Backlinks liefert, z. B.

<response>
<api_key>

</api_key>

<method>
links.list
</method>

<answer>
<link url.from=”http://web-fortbildung.de/webkataloge.php?n=s” text=”suchradar.de ” url.to=”http://www.suchradar.de/verzeichnis/”/>

</answer>

<credits used=”250″/>
</response>

Hier zumindest eine gute Sache: Es werden maximal 250 Credits berechnet (oder weniger, wenn es nur so viele Backlinks gibt).

Meine Meinung

Die API funktioniert erstmal grundsätzlich und ist auch sehr performant.

Bei SEOmoz und Majestic SEO hat man schon eine deutlich umfangreichere API, um vorher filtern zu können, welche Links man eigentlich abfragen möchte. Aber das kann ja noch kommen.

Auch sind SEOmoz und Majestic SEO ja auch deswegen interessant, weil diese auch eine eigene Bewertung der Linkkräfte haben (ACRank, mozRank). Das fehlt beim SISTRIX derzeit wohl auch noch.

Und: An der Preis-/Credit-Schraube sollte SISTRIX nochmal drehen…

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suchradar-Preview: Link-Datenbanken im Vergleich (Majestic SEO, SEOmoz und OPENLINKGRAPH)

Sonntag 9. Oktober 2011 von Markus

Für das nächste suchradar habe ich einen Artikel zum Thema Link-Datenbanken geschrieben. Dort werden die von Majestic SEO, SEOmoz und OPENLINKGRAPH gelieferten Daten miteinander verglichen. Wir haben auch “außer” Konkurrenz die Ergebnisse von Google und Blekko mit reingenommen.

Für die vollständige Analyse und auch die Bewertung der Ergebnisse möchte ich natürlich auf das suchradar 32 verweisen (Fokus-Thema “Mobile SEO/SEM”, erscheint Ende Oktober). Aber zwei Tabellen möchte ich hier trotzdem schon mal zeigen.

Wir haben insgesamt die Backlinks von fünf .de-Domains über die fünf genannten Quellen geholt und dann die Daten dann ausgewertet.

Vor allem haben wir zunächst die gelieferten URLs überprüft, ob dort auch wirklich ein Link zu finden ist. Manche Seiten existieren nicht mehr, manche Sites sind einfach down, manche Links wurden entfernt.

Der “Ausschuss” ist dabei recht unterschiedlich hoch. Vor allem Majestic SEO hat hier sehr hohe Werte, wenn man denn deren Historic Index befragt:

Bild

Und dann haben wir die Ergebnisse aller Dienste zusammengewürfelt, um zu prüfen, wie hoch die Abdeckung der Link-Datenbanken sind. Auch sieht man, wie viele Links es gibt, die nur von einer einzigen Quelle geliefert werden. (Dabei wurde übrigens immer auf Domain- und nicht auf URL-Ebene geprüft)

Bild

Hier sieht man, dass die Abdeckungen der einzelnen Datenbanken recht unterschiedlich sind. Man sieht aber auch, dass es keine Datenbank schafft, ein vollständiges Abbild der Verlinkungen anzuzeigen. Wer also möglichst viele Verlinkungen haben möchte, muss wohl alle verfügbaren Datenbanken abfragen und die Ergebnisse dann kombinieren.

Anhand der Ergebnisse war ich von OPENLINKGRAPH als “Neueinsteiger” übrigens recht begeistert. Hierzu haben wir im suchradar übrigens auch ein Interview mit Johannes Beus.

Mehr zu dem Thema dann im suchradar 32…

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Zählen Links von der eigenen Subdomain bei Google als Backlink?

Dienstag 6. September 2011 von Markus

In der letzten Woche geisterte etwas durch die sozialen Netzwerke. Google hatte die Webmaster Tools so geändert, dass Links von einer Subdomain (also angebote.meinefirma.de verlinkt auf www.meinefirma.de) als Backlink angezeigt wurden.

In der Konsequenz wurde darüber spekuliert, dass das ein Beleg dafür sein könnte, dass die Behandlung von Subdomains durch Google geändert wurde.

Pierre Far von Google hat sich nun dazu geäußert:

This change is only for how Webmaster Tools displays link data to help webmasters understand their links a bit better.

Also: Es bleibt wohl alles beim alten. Wäre ja wohl auch zu schön gewesen…

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Tipps von Bing zum Thema Linkaufbau: Was kann man algorithmisch gut erkennen?

Montag 8. August 2011 von Markus

Bing hat einen recht interessante Blog-Post geschrieben:
You love links. We love links. Build for the right reasons.

Es ist einer dieser Standardappelle der Suchmaschinen, da sie von der Analyse der Verlinkungen abhängig sind und zeitgleich extrem wenig gegen Linkaufbau (Paid Links, Linktausch, …) machen können. Bing meint in dem Beitrag z. B.

We’re good at seeing patterns, so link triangles, three-way swaps, link farms and other types of auto-generated or generally engineered systems stand out to us as rather obvious

Der Satz macht so eigentlich wenig Sinn, weil er der Anfang nicht unbedingt zum Ende passt. Sicherlich kann Bing alles erkennen, was automatisch und halbwegs sinnfrei entsteht. Aber einen guten Dreiecks-Linktausch kann man algorithmisch nicht erkennen. Nicht, wenn er wirklich gut gemacht ist.

Aber genau diesen Wert kann man aus dem Blog-Beitrag ziehen: Alles, was algorithmisch auf Basis des Linkgraphs erkannt werden kann, werden Suchmaschinen auch erkennen können. Die Frage bei alledem ist die uralte Problematik der effizienten Berechenbarkeit.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen betreibt Linktausch in großem Maße. Viele Websites aus Menge A verlinken auf Website B und das Unternehmen verlinkt von Website C zurück auf Websites der Menge A. Sicherlich kann man das mit Hilfe einer effizienten Datenstruktur relativ effizient berechnen. Es erfordert einiges an Rechenkraft, aber es ist machbar.

Wer aber die Links mehr streut und z. B. auch dafür sorgt, dass die Satelliten-Websites auch “fremde” eingehende und ausgehende Links haben, sorgt dafür, dass Algorithmen hier nichts mehr aufdecken können.

Der Artikel behandelt auch noch andere Themen und zieht dann ein übersichtliches Fazit:

1 – don’t buy links
2 – great content builds great links
3 – prove to users you are a trusted authority and links will follow
4 – social media can help grow links to you – plan for this and execute thoughtfully

Punkt 4 würde ich so unterstützen, aber Punkt 2 kann ich so nicht unterschreiben – zumindest nicht für alle Branchen. Es mag sein, dass das in Themengebieten funktioniert, die sehr viele Fans/Interessierte haben (Fußball, TV, …), aber nicht für Fahrzeugbau oder Hochdrucksensoren.

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Google verschickt blaue Briefe wegen gekaufter/auffälliger Links

Dienstag 5. Juli 2011 von Markus

Es scheint so, dass über die Google Webmaster Tools nun auch Warnungen wegen gekaufter (oder insgesamt seltsamer) Links verschickt werden. Die Nachricht (nachzulesen in Foren) liest sich wie folgt:

we’ve detected that some of your site’s pages may be using techniques that are outside google webmaster guidelines.

specifically,look for possibly artificial or unnatural links pointing to your site that could be intended to manipulate PageRank. Examples of unnatural linking could include buying links to pass PageRank or participating in link schemes.

we encourage you to make changes to your site so that it meets our quality guidelines.
once you’ve made these changes,please submit your site for reconsideration in google’s search results.

if you find unnatural links to your site that you are unable to control or remove,please provide the details in your reconsideration request.

if you have any questions about how to resolve this issue,please see our webmaster help forum for support.

sincerely,

google search quality team

Also: Noch ein guter Grund, sich für die Google Webmaster Tools anzumelden und auch das automatische Forwarden von Nachrichten auf eine E-Mail-Adresse einzustellen.

Wie gesagt: Es geht wohl insgesamt um auffällige Links. Wo Google da die Grenze zieht, ist unklar, aber es zeigt, dass Google durchaus bemüht ist, unnatürliche Verlinkung zu erkennen. Das können bezahlte Links sein, aber auch Link-Netzwerke jeder Art. Oder tausendfache Gästebuchlinks.

Da wird sich dann wohl auch zeigen, was Google alles erkennen kann. Man darf also gespannt sein.

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Semantische Link-Erkennung: Ein paar Gedanken zur Linkanalyse (wie es sein könnte)

Donnerstag 12. Mai 2011 von Markus

Google sagt öfter, dass man dank semantischer Technologie in der Lage sei, wertvolle von wertlosen Links zu trennen. Da ich selber mal in grauer Vorzeit Suchmaschinen entwickelt habe, frage ich mich bei solchen Äußerungen natürlich immer, wie ich so etwas selber implementieren würde – in der Hoffnung, dass Google sich ähnliche Gedanken macht.

Man darf natürlich niemals vergessen, dass alle Methoden, die man sich so ausdenken kann, auch effizient berechnet werden können müssen. Denn grundsätzlich wird Google nicht mehr in der Lage sein, sich jeden Link Stück für Stück anzuschauen und nach zig Kriterien zu bewerten. Da müssen schon Heuristiken zum Einsatz kommen.

Im Folgenden stelle ich eine Idee vor, die ich für sinnvoll halte und von der ich glaube, dass sie so oder so ähnlich auch zum Einsatz kommen könnte – und sollte.

Themenwolken

In den Google Webmaster Tools zeigt Google mir ja eine Liste der Suchbegriffe und Suchbegriffsvariationen an, um die es in meiner Website geht. So sieht das dann beim suchradar aus:

Bild

Das macht so natürlich inhaltlich Sinn. “Google”, “seo”, “sem” und so weiter sind sicherlich Kernthemen der Website.

Wenn man nun davon ausgeht, dass Google für jede Website eine solche Themenwolke hat, könnte Google ja überprüfen, wie sich meine Themenwolken verhält im Vergleich zu

  1. den Themenwolken aller eingehenden Links
  2. den Themenwolken aller ausgehenden Links

Bild

Themenfaktoren

Beim suchradar müsste es hier große Überschneidungen geben. Die eingehenden Links werden wohl alle etwas mit SEO/SEM zu tun haben; die ausgehenden Links auch zum großen Teil.

Google könnte nun hieraus zweierlei ermitteln:

  1. Einen Faktor (“Thematic Match”), der besagt, wie gut meine Themenwolke zu den ein- und ausgehenden Themenwolken passt. So ein Faktor läge z. B. bei 0.0, wenn Hinz und Kunz auf mich verlinken, meine Website alle möglichen Themen behandelt und meine Website auch auf Hinz und Kunz verlinkt. Beim suchradar läge der wahrscheinlich eher nahe bei 1.0, weil es eben große Überschneidungen gibt.
  2. Eine Themenwolke (“Thematic Cloud”), die angibt, für welche Themen ich besonders authoritär bin.

Einsatz der Faktoren

Wenn Google nun einen einzelnen Link beurteilen muss, kann es zunächst den Thematic Match nutzen, um den Link entsprechend zu bewerten. Es werden natürlich andere Faktoren in die Gleichung einfließen. Wenn man sich die klassische PR-Gleichung hernimmt, wären das dann Faktoren wie die Link-Popularität der verlinkenden Seite und die Anzahl der ausgehenden Links. Hier könnte dann der Thematic Match als zusätzliches Signal einfließen, so dass Links von thematisch kohärenten Sites besonders hoch bewertet würden.

Das würde im Übrigen auch das Problem der allgemeinen Verzeichnisse und Social-Bookmarking-Sites lösen, weil diese ja einen Thematic Match von ~0.0 hätten. Diese Links würden also noch ein klein bisschen in die Gleichung einfließen, aber keinen großen Einfluss haben.

Wichtig ist natürlich, dass Thematic Match nur ein Faktor ist. Ein Link von SPON wird ja immer gerne als Ritterschlag unter den Links angesehen, obwohl man SPON sicherlich einen niedrigen Thematic Match zuordnen würde. Hier würden dann aber andere Faktoren wie Domain Popularity und Authority reinspielen und dem Link so wieder einen hohen Wert geben.

Die Thematic Cloud könnte zudem auch noch genutzt werden, um einzelne Links doch noch zu bewerten. Denn ein Link, der nicht zur Thematic Cloud passt, könnte dann trotzdem noch abgewertet werden. Beispiel: suchradar mit hohem Thematic Match verlinkt auf einen Musik-Online-Shop (wie in einigen Artikeln passiert). Dieser Link ist dann thematisch unpassend, könnte auch schnell algorithmisch als unpassend erkannt werden.

Konsequenzen

Aus Sicht einer Suchmaschine sollte ein solches Vorgehen Sinn ergeben. Wenn z. B. ein Anbieter von Reitsportartikeln Links von anderen Reitsport-Websites bekommt, die jeweils einen hohen Thematic Match haben, wäre das alles leicht zu erkennen.

Google (und andere Suchmaschinen) müssen ja gegen unpassende Links vorgehen – vor allem gegen gekaufte. Wenn man sich also auf einer PS3-Website einen Link auf einen Fertighaus-Anbieter kauft, muss Google diesen effizient abwerten können, auch wenn der Ankertext “Fertighaus” lautet. Über ein solches Modell könnte das effizient geschehen.

Google könnte so auch viele der Satelliten-Blogs entwerten. Hier geht es ja darum, dass schnell mehrere Blogs aufgebaut werden (z. B. pferdesportaktuell.blogspot.com), die manchmal mit sehr “billigen” Links versehen werden (also z. B. über Social-Bookmarking-Sites). Wenn Google allerdings die eingehenden Links nach Themenwolken bewertet, wäre klar, dass derartige Links von Allerwelt-Sites keinen Wert mehr hätten und dass der Satellit auch keinen Wert mehr hätte.

Wenn man also an dieses Modell glaubt, muss man hier etwas umdenken und nicht nur für Link-Popularität sorgen, sondern sich wirklich gut innerhalb der Thematik (eingehend wie ausgehend) verlinken.

Auch müssten Links insgesamt umfassender bewertet werden (von Tools wie Linkscape oder Majestic SEO). Die derzeitigen Metriken sind ja allesamt zahlenbasiert und basieren auf Modellen, bei denen die Thematik eines Link nicht betrachtet wird. Hier bräuchte man eine explizite Bewertung der Thematik, mit der Möglichkeit, sowohl den Thematic Match als auch die Thematic Cloud einzusehen.

Und das Modell gibt Social Media weiteren Auftrieb, weil es eben auch impliziert, dass man Links von “echten” Blogs und Portalen bekommen und Links nicht einfach nur nach Link-Popularität zusammenkaufen sollte. Wir haben es z. B. mit einer Social-Media-Aktion in der letzten Woche geschafft, dass innerhalb einer für uns wichtigen Branche die fünf wichtigsten Marktteilnehmer auf unser Portal verlinkt und das auch noch getwittert haben. Auch wenn sich das nicht direkt im SEO-Traffic niedergeschlagen hat, glaube ich, dass derartige Links extrem wertvoll sind und mittelfristig helfen, sich gegen andere Portale durchzusetzen.

Fazit

Ich weiß natürlich nicht, ob Google es wirklich derart implementiert – aber sinnvoll wäre es auf jeden Fall. Und wenn man glaubt, dass derartige Überlegungen sinnvoll sind, hat das auch Auswirkungen auf den Linkaufbau – sowohl den unbezahlten als auch auf den bezahlten.

Da Google aber nicht mitteilt, welche Links gut und schlecht oder sogar komplett entwertet sind, werden wir das wohl niemals herausfinden. Ist halt eine Glaubensfrage…

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Linkaufbau über Kataloge/Verzeichnisse: Bringt nichts mehr? Doch…

Mittwoch 4. Mai 2011 von Markus

Ich glaube, dass in der Branche halbwegs Konsens herrscht, dass multiple Eintragungen in Verzeichnisse entweder nichts bringen oder sogar schaden können. Aus aktuellem Anlass beginne ich daran mal wieder zu zweifeln.

Die Website, um die es geht, stört einen unserer Kunden, weil die Website für eine bekannte Marke sehr gut rankt. Streng genommen rankt nur die Marke selber besser.

Wenn ich mir die Domain in unseren Link-Auswertungen anschaue, steht da:

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Zu lesen: Der Shop hat Verlinkungen von 137 Domains, aber nur 4 (!), die nicht von bei uns “Standard-Links” genannten Quellen kommen – also Verzeichnisse, Kataloge, Social Bookmarks, etc.

Von den vier “legitimen” Links, die der Shop hat, kommt einer aus einem Forum, zwei aus seinem eigenen Netzwerk und einer ist ein Link, der eigentlich auch ein Verzeichnis ist. Insgesamt hat die Site also nur einen einzig wirklich guten Link. Alles andere sind Links, die algorithmisch extrem leicht als Standard zu erkennen sind.

Da kratzt man sich dann schon am Kopf, was Google mit dem ganzen Panda-Kram will, wenn solche Sites immer noch vorne stehen. OK, so ganz konstant ist das Ranking nicht, aber anscheinend klappt das Ganze dann doch über weite Strecken ganz gut:

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Sorry, aber das sind so Frustmomente im Job. Da kann ich nur hoffen, dass Google wirklich besser wird in der Erkennung und mal die Maßstäbe ansetzt, die man erwarten dürfte…

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Wieder eine Website beim Link Spam erwischt: Milanoo

Montag 2. Mai 2011 von Markus

Es gibt einen interessanten Beitrag auf Search Engine Land: “Another Company Outed for Paid Links: Sequoia-Backed Milanoo“.

Ja, es wurde wieder eine Website beim Linkkauf erwischt. Interessant ist der Kommentar von Digital Due Diligence – der Website, die das Ganze aufgedeckt hat:

“Looking back at the “summer dresses” keyword [...], we couldn’t find a single inbound link that points to the page that isn’t spam or paid for.”

Das wundert nicht, weil es wohl kaum auf organischem Wege gelingen wird, einen Link auf eine Rubrikenseite mit dem Ankertext “summer dresses” zu generieren. Die Chancen, dass das ohne “externe Hilfe” passiert, sind minimal.

Deswegen finde ich diese Empörung immer etwas daneben. Verstehe mich keiner Falsch: Ich bin auch gegen Linkkauf. Aber grundsätzlich wird man es in bestimmten Branchen einfach nicht anders schaffen, wenn man für bestimmte Suchbegriffe gefunden werden möchte.

Interessant finde ich den Beitrag aber auch noch unter dem Aspekt, dass er die Frage in den Kontext des VCs steckt. Also: Wenn ein VC Geld in ein Unternehmen steckt, das einen großen Teil seines Traffics über SEO bezieht, sollte dann der VC nicht auch mal einen Blick auf die Links – und auf sonstige Taktiken – werfen?

Ja, sollten sie. Aber dafür benötigen sie eben auch Spezialwissen, das nicht jeder per se hat. Grundsätzlich wäre ein VC in jedem Fall gut beraten, mal mit der SEO-Brille auf seine Investments zu schauen.

Zum Thema Link Audits gibt’s übrigens im nächsten suchradar (kommt morgen, hoffe ich) einen langen Artikel. Da können die VCs dann ja mal schauen, wie man’s prüft…

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