Mit der Search Console bietet Google Website-Betreibern ein wichtiges Tool, mit dem man unter die Haube des Google-Indexes schauen kann. So gelingt der Einstieg – ein Artikel aus dem suchradar 63.

Die Google Search Console – vormals Google Webmaster Tools – ist ein wichtiges und zugleich kostenloses Werkzeug für SEOs. Eines muss aber vorab gesagt werden: Die Nutzung der Search Console ist keine Pflicht. Es gibt keinen direkten Ranking-Vorteil, wenn man die Tools nutzt – und folgerichtig gibt es keinen Malus, wenn man auf sie verzichtet.

Aber: Die Google Search Console ist das beste und leider auch einzige Werkzeug, um hinter die Kulissen vieler Google-Prozesse (vor allem Crawling und Indexierung) zu blicken und diese zum Teil auch zu beeinflussen. Viele der dort verfügbaren Daten kann man auf keinem anderen Weg erhalten.

Und genau deswegen sollten sich Website-Betreiber auch mit ihren Möglichkeiten auseinandersetzen. Wunder dürfen dabei aber nicht erwartet werden, denn die direkten Einflussmöglichkeiten sind relativ gering.

 

Validierung

Am Anfang steht immer die Validierung einer sogenannten Property. Der Sinn der Validierung besteht darin, dass man natürlich nur Daten für eigene Websites erhalten soll. Man muss also zunächst einen HTML-Code in eine Seite einbauen oder bestimmte DNS-Einstellungen vornehmen, um zu beweisen, dass man auch Zugriff auf die jeweilige Website hat. Google bietet hier eine Vielzahl von Möglichkeiten, sodass jeder Website-Betreiber hier etwas Passendes finden sollte (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Zunächst muss man eine Website validieren, um Zugriff zu erhalten.

Eine Property wird durch die Kombination aus einem Protokoll (HTTP oder HTTPS) und einer konkreten Domain (www.meinewebsite.de, blog.meinewebsite.de oder auch nur meinewebsite.de) definiert. (Kurz muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass man als Property nicht nur Websites, sondern auch Android-Apps hinzufügen kann. Aber das ist für die wenigsten Unternehmen wirklich relevant.)

Beim Anlegen einer Property muss einem klar sein, dass man damit auch nur bestimmte Daten sehen oder einstellen kann. Wer also z. B. http://meinewebsite.de/ hinzufügt, wird dort nur Daten für URLs erhalten, die auch mit http://meinewebsite.de/ beginnen. Google-Traffic für https://meinewebsite.de/ oder http://www.meinewebsite.de/ wird dann für diese Property nicht angezeigt werden.

Da man sich bei seiner Website ohnehin für ein bestimmtes Protokoll (z. B. HTTPS) und eine Domain (z. B. www.meinewebsite.de) entscheiden und alle anderen Varianten per 301-Umleitung umleiten sollte, wird man in der Regel auch nur eine Property dafür anlegen. Grundsätzlich ist die Anzahl der Propertys aber nicht begrenzt. Es spricht also nichts dagegen, alle möglichen Propertys anzulegen, auch wenn man diese eigentlich nicht braucht.

Propertys können übrigens auch für Ordner angelegt werden. Das ist dann sinnvoll, wenn man eine internationale Website betreibt und für unterschiedliche Sprachen/Länder entsprechende Ordner angelegt hat, also z. B. www.meinewebsite.com/fr/ für Frankreich und www.meinewebsite.com/us/ für die USA. Dann kann man diese Ordner separat hinzufügen und über die Google Search Console („Internationale Ausrichtung“) auf das jeweilige Land ausrichten. Mehr Informationen dazu gibt es z. B. im Webinar-Mitschnitt „SEO-Internationalisierung – aber richtig!“.

Die Nutzung von Ordnern bietet sich manchmal auch aus anderen Gründen an. So kann man über die „Suchanalyse“ für eine Property herausfinden, welche Suchbegriffe bei der eigenen Website zu Impressionen und Klicks geführt haben. Die Anzahl der Suchbegriffe, die man maximal erhalten kann, ist allerdings pro Property begrenzt. Bei sehr großen Websites kann man dann verschiedene Propertys für unterschiedliche Ordner anlegen und so das Limit etwas umgehen. Etwas unhandlich wird es natürlich, wenn man diese Daten dann wieder zusammenfügen möchte.

 

Sätze: Propertys zusammenfügen

Relativ neu ist die Funktion, „Sätze“ zu erstellen. In einem Satz (englisch: Set) kann man mehrere Propertys bündeln. In einigen Fällen mag das sinnvoll sein, um bestimmten Mitarbeitern Zugriff auf bestimmte Datensätze zu geben. Leider muss man aber sagen, dass das oben genannte Problem mit den Begrenzungen auch für einen solchen Satz gelten. Also: In der Suchanalyse kann man derzeit nur 1 000 Datensätze erhalten. Wenn man nun drei Propertys zu einem Satz kombiniert, erhält man dafür nicht etwa 3 000 Datensätze, sondern auch hier nur 1 000.

Die „Sätze“ haben ohnehin nur einen beschränkten Funktionsumfang. Man kann Nachrichten und die Suchanalyse abrufen. Alle anderen Funktionen der Google Search Console gelten nur für die einzelnen Propertys.

Abbildung 2: In einem „Satz“ kann man mehrere Propertys bündeln.

 

Nutzer hinzufügen

Wichtig ist auch die Funktion, anderen Nutzern Zugriff auf eine Search-Console-Property zu geben. Das geht relativ einfach: Über den Punkt „Nutzer und Property-Inhaber“ (Einstellungen) gelangt man auf eine Seite, auf der man über „Neuen Nutzer hinzufügen“ genau das machen kann. Dafür genügen eine E-Mail-Adresse und die Beantwortung der Frage, ob man dem neuen Nutzer eine „eingeschränkte“ oder „uneingeschränkte“ Berechtigung geben möchte.

Der Unterschied ist recht einfach: „Eingeschränkte“ Nutzer können nur Daten einsehen, während „uneingeschränkte Nutzer“ auch Einstellungen vornehmen können. Natürlich kann man als Inhaber – also als der, der die Property anfänglich validiert hat – andere Nutzer jederzeit entfernen oder die Berechtigungen ändern.

 

Google Analytics

Wer Google Analytics nutzt, sollte unter „Einstellungen > Google-Analytics-Property“ noch die Verbindung zwischen der Google Search Console und Google Analytics herstellen. Das bewirkt faktisch keine neuen Möglichkeiten in der Google Search Console – aber in Google Analytics stehen dann mehr Informationen zur Verfügung.

So gibt es ja bereits das „Not provided“-Problem: Google-Suchanfragen, die zu Klicks geführt haben, werden nicht mehr direkt in die Web-Analyse übertragen. Wenn man die Verbindung zwischen Google Search Console und Google Analytics hergestellt hat, werden die Daten aus der Search-Console-Suchanalyse aber in Google Analytics angezeigt, sodass man für viele Suchanfragen die Daten doch erhält. In Google Analytics findet man die Daten dann unter „Akquisition > Search Console“.

Vor allem beim Report „Zielseiten“ (siehe Abbildung 3) sieht man die Stärken der Verbindung, denn hier werden die jeweiligen Zielseiten(Seiten, auf die Nutzer in der Google-Suche geklickt haben) mit den jeweils in Google Analytics definierten Zielen (Conversions) und Nutzerdaten (z. B. Absprungdaten) zusammengebracht. Diese Daten kann man in der Google Search Console zumindest derzeit noch nicht abrufen, sodass man dort nur den linken Teil der Tabelle (Impressionen, Klicks, CTR, Position) erhält.

Abbildung 3: In Google Analytics werden Daten aus der Search Console angereichert und angezeigt.

 

Benachrichtigungen aktivieren

Noch eine ganz wichtige Einstellung sollte man am Anfang vornehmen (bzw. diese nicht mehr deaktivieren): In den „Search-Console-Einstellungen“ sollte der Haken vor „E-Mail-Benachrichtigungen“ gesetzt sein. Für den Fall, dass Google Probleme mit der Website vorfindet oder diese abstraft, erhalten die Nutzer der Property dann eine E-Mail, sodass man schnell Gegenmaßnahmen ergreifen kann.

 

Konsequent nutzen

Wenn man nun alles eingerichtet hat, sollte es an die Arbeit gehen. In den folgenden Artikeln werden wichtige Einsatzzwecke und Potenziale der Google Search Console beschrieben. Man sollte die Search Console also in jedem Fall proaktiv nutzen und z. B. einen monatlichen Check aller Daten durchführen.

Aber auch für die Verbesserung der eigenen Website bietet die Search Console viele Anhaltspunkte. So liefert der Report „HTML-Verbesserungen“ Seiten, bei denen Seitentitel fehlen oder Meta Descriptions zu kurz sind.

 

Fazit

Die Google Search Console ist ein mächtiges und vor allem kostenloses Werkzeug, das alle Website-Betreiber konsequent nutzen sollten. Natürlich darf man hier keine Wunder erwarten, denn das Tool gibt primär Empfehlungen zur Verbesserung der Website – umsetzen muss man das dann alles natürlich immer noch selbst.

Übrigens: Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 63 unseres Magazins suchradar. Falls Sie die Ausgabe noch nicht kennen, können Sie diese und alle früheren Ausgaben im suchradar-Archiv kostenlos herunterladen.

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.