Wer eine Website ohne Google-Search-Console-Anbindung betreibt, lebt ziemlich im Ungewissen, denn Googles Daten sind in vielerlei Hinsicht unverzichtbar. Doch einige Informationen, die zur Bewertung der Website wichtig sind, werden in der Search Console nicht gezeigt, zum Beispiel zum Benutzerverhalten auf der Website. Da kann die Verknüpfung von Search Console und Google Analytics helfen.

Es soll immer noch Webmaster geben, die ohne die Daten aus Googles Search Console (GSC) auskommen. Doch ihnen entgehen wichtige Schätze, die an keiner anderen Stelle im Internet zu holen sind. Die weiteren Beiträge in der suchradar-Schwerpunktausgabe zur Search Console dürften ausreichend Belege dafür geben. Doch mithilfe der Search Console alleine weiß ein Website-Betreiber auch nur, wie er in der Google-Suche auffindbar ist – aber noch lange nicht, was mögliche Benutzer in der Folge des Besuchs bei ihm machen.

An dieser Stelle kann seit einiger Zeit mit Google Analytics ein Webanalyse-Tool Aufklärung leisten. Dort ist zwar eine direkte Verbindung mit der Search Console – genauer: den Daten aus der Suchanalyse dort –, schon seit geraumer Zeit möglich, doch noch nicht so lange besteht etwa die Verknüpfung mit Benutzerkennzahlen der Website.

Google Search Console und Google Analytics verbinden

Die Ankopplung der Search Console (Suchanalyse-Daten) an Google Analytics geschieht zunächst einmal recht einfach. Wer gleichzeitig Inhaber der Website in der Search Console und berechtigter Nutzer in Google Analytics ist, darf die Verbindung herstellen. In den „Property-Einstellungen“ in Google Analytics unter „Verwaltung“ (siehe Abbildungen 1 und 2) findet sich zuunterst der Button „Search Console anpassen“.

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Abbildung 1: In den Property-Einstellungen der Verwaltung …

 

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Abbildung 2: … findet sich der „magische Knopf“ zur Anbindung.

Von dort gelangt der Anwender mit einem Druck auf den Button „Search Console anpassen“ in das Folgemenü, wo wiederum der Klick auf „Bearbeiten“ (neben „keine“) direkt in die GSC führt (siehe Abbildung 3). Bereits bestehende Verknüpfungen werden hier natürlich schon angezeigt, lassen sich aber überschreiben.

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Abbildung 3: Mit Klick auf „Bearbeiten“ geht’s direkt in die GSC.

Im Auswahlfenster der Search Console muss nun noch, sofern mehrere Domains und/oder Propertys vorhanden sind, die passende Property gewählt und gespeichert werden (siehe Abbildung 4).

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Abbildung 4: In der GSC wird die Property ausgewählt.

Nachdem das erledigt ist, muss nur noch in der Google-Analytics-Verwaltung gewählt werden, in welchen Datenansichten die Daten zu sehen sein sollen (siehe Abbildung 5). Fertig ist die Verbindung. Fortan werden die GSC-Daten an Google Analytics übergeben.

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Abbildung 5: In welchen Datenansichten sollen die GSC-Daten erscheinen?

Daten aus der Search Console im Mix mit Analytics-Daten

Was erst seit Mai 2016 möglich ist: Die Daten aus der Search Console werden nicht mehr nur 1:1 übernommen, sondern angereichert. So wurde aus den quasi aus der Search Console „kopierten“ Informationen endlich eine Analytics-typische Kombination von Daten zur Akquisition, zum Verhalten und zu Conversions – zumindest in den Search-Console-Berichten, die nicht die Suchanfrage als primäre Dimension tragen. Denn in letzterem Fall werden zwar Verhaltensdaten, aber keine Conversion-Daten angezeigt.

Verfügbare Search-Console-Berichte

In Google Analytics stehen nach der Verknüpfung vier Grundberichte zur Verfügung:

  • Zielseiten
  • Land
  • Gerätekategorie
  • Suchanfragen
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Abbildung 6: Die neuen Reports nach der Verbindung

Diese bleiben allerdings „unter sich“, was bedeutet, dass die hier einfließenden Daten (etwa die Suchanfragen) in keinem anderen Analytics-Bericht verfügbar sind, weder in Standard-Reports noch in benutzerdefinierten Berichten. Das ergibt insofern Sinn, als die Daten unter anderem auf die letzten 90 Tage beschränkt sind und zusätzlich mit einigen Tagen Verzögerung eintreffen. Wer diese direkt in andere Berichte einfließen lassen würde, könnte Äpfel mit Birnen vergleichen.
So bleibt es also dabei: Wer den Channels-Report innerhalb der Akquisitionsrubrik aufsucht und dort vermehrt Keywords der organischen Suche vermutet, wird in der Regel immer noch auf das altbekannte und vielgehasste „Not provided“ stoßen.

Metriken der Search-Console-Berichte

Wie in vielen Google-Analytics-Berichten üblich, finden sich ab Spalte 2 nach drei Bereichen gegliederte Metriken:

  • Akquisition („Woher kommen Benutzer?“)
  • Verhalten („Was tun sie auf den Seiten?“)
  • Conversions („Was bringen sie uns?“)

Mithilfe dieser Ordnung lässt sich die Fragestellung „Was bringt wie viel warum?“ schon wesentlich leichter beantworten, denn man erhält nun unter anderem Conversion-Daten und kann sich überlegen, ob bestimmte Metriken – wie etwa die Absprungrate im Bereich „Verhalten“ oder der Anteil neuer Besucher (in „Akquisition“) – gut genug im Hinblick auf die Zielerreichung sind.

Dimensionsaufschlüsselung der Search-Console-Berichte

In den neuen Berichten ist die Dimensionsspalte (links) in der Regel „klickbar“, auch hier macht der „Suchanfragen“-Bericht eine Ausnahme, in den drei anderen Reports können durch Klick auf einen Eintrag in Spalte 1 die weiteren Dimensionsebenen erreicht werden. Welche das sind, ist in Tabelle 1 zu finden.

Ebene 1 Ebene 2 Ebene 3
Zielseite Suchanfrage
Land Zielseite Suchanfrage
Gerätekategorie Zielseite Suchanfrage
Suchanfrage

Tabelle 1: Die Dimensionsebenen der Search-Console-Berichte

Hinweis: Jeweils auf Ebene der Suchanfragen werden, wie bereits erwähnt, keine Conversion-Daten angezeigt.

Beschränkung auf 90 Tage

Wie in der GSC gilt auch bei den von dort importierten Daten, dass maximal 90 Tage Daten vorrätig sind und diese nicht tagaktuell übergeben werden. Ein Minimum von zwei Tagen „Lücke“ bleibt in der Regel. Schlussendlich bedeutet die Beschränkung der Report-Zeit, dass die Berichte hier unter Umständen regelmäßig exportiert werden müssen (über die Exportfunktion oberhalb der Berichte), wenn die Daten länger vorrätig gehalten werden sollen.

Filter und sekundäre Dimension

Während schon in der GSC die Suchanalyse-Daten bunt gefiltert werden können – alle sechs Filter können miteinander kombiniert werden –, ist die Auswahl in dem Webanalyse-Tool noch stärker möglich. Hier lassen sich sehr viele Filter kombinieren und vor allem auch auf Metriken anwenden, die in der Search Console nicht verfügbar sind. Ein Beispiel ist in Abbildung 7 und 8 zu finden.

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Abbildung 7: Über den erweiterten Filter oberhalb der Tabellen …

 

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Abbildung 8: … können noch mehr Filter, auch über Analytics-native Metriken, miteinander kombiniert werden.

 

Durch entsprechende Kombinationen von „Einschließen“- und/oder „Ausschließen“-Filter lassen sich beispielsweise schnell die besten, schlechtesten oder sonstige interessante Daten filtern („nur Suchanfragen, bei denen die Zielseite zwischen Platz 10 und 20 steht“ usw.).

Wer ein Freund der sekundären Dimension ist, kann sich beispielsweise darüber freuen, dass auch Tages-, Monats- oder Jahresauswertungen möglich sind, indem die entsprechende Dimension einfach ausgewählt wird. Folgende sekundäre Dimensionen sind insgesamt erreichbar und erleichtern den Webanalysten das Leben:

  • „Akquisition“
    • Medium
    • Quelle
    • Quelle/Medium
  • „Nutzer“
    • Gerätekategorie (außer bei „Geräte“-Report)
    • ISO-Ländercode
    • Land (außer bei „Länder“-Report)
  • „Zeiten“
    • Datum
    • Index: Monat
    • Index: Tag
    • Index: Woche
    • Jahr
    • Monat
    • Monat des Jahres
    • Name des Wochentags
    • Tag des Monats
    • Woche des Jahres
    • Wochentag
  • „Verhalten“
    • Hostname (nur bei Zielseiten-Report)
    • Zielseite (bei Nicht-„Zielseiten“-Reports, außer bei Suchanfrage-Report)
    • „Suchanfrage“ als sekundäre Dimension ist nicht erreichbar.

Abweichungen

Wer jetzt versehentlich oder gewollt beispielsweise die Sitzungszahlen vergleicht, die auf der einen Seite die GSC-Daten und auf der anderen Seite etwa den Channels-Report für die organische Suche beinhalten, wird schnell feststellen, dass hier etwas nicht passt.

Vor allem die Sitzungsanzahl weicht in der Regel mal mehr oder mal weniger stark ab. Dafür gibt es verschiedene Gründe, die vor allen Dingen in der Grundverschiedenheit der Quellen liegen. Da solche Probleme allerdings bei fast allen Datenmixen aus verschiedenen Tools bestehen, sei an dieser Stelle einfach gesagt: „Das ist leider so, lässt sich nicht ändern.“ Die Abweichung bedeutet auch nicht, dass genau eine der Quellen „falsch“ liegt, vielmehr messen sie schlicht unterschiedlich und zuweilen gibt es auch ganz praktische Unterschiede zwischen bspw. Sitzungen (Analytics) und „Klicks“ (GSC).

Analysemöglichkeiten

Wer mit den neu gewonnenen Daten durchstarten möchte, braucht vielleicht noch die eine oder andere Anregung, was aus den Search-Console-Berichten herausgeholt werden kann. Folgende Ideen können erste Anhaltspunkte sein:

Analyse-Idee GSC-Berichte Einstellungen/Hintergrund
Top-Organische-Keywords finden Im Suchanfragen-Bericht lässt sich sehr einfach ablesen, ob die passenden Zielseiten für strategisch wichtige Suchbegriffe durchschnittlich weit vorne stehen. Falls nicht, lassen sich ggf. Optimierungsmaßnahmen einleiten.
Chancen-Seiten/Keywords finden Zielseiten-Bericht filtern auf durchschnittliche Position zwischen 10 und 20. Durch Klick auf entsprechende Zielseiten relevante Suchanfragen identifizieren; die Zielseiten für die Suchanfragen optimieren.
Klickstarke Landingpages mit hohen Absprungraten finden Zielseiten-Report: Fokus auf Absprungraten, die überdurchschnittlich sind (siehe Abbildung 7), Besucher zur Interaktion/zum Weitersurfen motivieren.
Conversion-schwache Seiten finden Zielseiten-Report: Welche Seiten bringen viele Klicks aber wenige Conversions/wenig Umsatz?
Benutzerstarken Seiten mehr Traffic verschaffen Zielseite bietet gute Verhaltensdaten (Absprungrate, Seiten/Sitzung …) erhält aber zu wenig Traffic. Ggf. Optimierungsmaßnahmen einleiten, um für relevante Keywords bessere Rankings zu erzeugen.
Vorbild-Seiten finden Zielseiten finden, die in der organischen Suche viele Impressionen und idealerweise Klicks erzeugen, zu Themen ähnlicher Natur inspirieren und weitere Rankings erzeugen. Welche Landingpages sorgen für den meisten Umsatz? Lassen diese Schlüsse zu, was auf den anderen Seiten verändert werden müsste, um dort ebenfalls für mehr Umsatz zu sorgen?
Mobilgeräte-Probleme identifizieren Gibt es Schwierigkeiten für Besucher beim Ansteuern der Seite mittels Mobile oder Tablet? Hohe Absprungrate? Wenige Seiten/Besuch? Versuchen, den Problemen auf den Grund zu gehen. Ein guter Tipp hierfür: Ruhig mal das eigene Smartphone und/oder Tablet in die Hand nehmen und die Website ansteuern. Ggf. helfen die Standard-Zielgruppen-Berichte aus Google Analytics, um Probleme zu identifizieren.
Duplicate Content entschärfen Wenn für das gleiche Keyword häufig wechselnde Seiten in der Google Suche erscheinen (zu ähnlichen Anteilen), besteht u. U. Duplicate- bzw. Near-Duplicate-Content-Verdacht. Es ist ggf. ratsam, nur eine der beiden Seiten mithilfe von Optimierungsmaßnahmen ranken zu lassen. In der Regel sollte das die mit den besseren Benutzerdaten sein. Die andere(n) Seite(n) kann/können möglicherweise auf differenzierte Themen ausgerichtet werden.
Ranking-/Traffic-Trend Lassen sich in den Rankings der Seiten oder auf Keyword-Basis Tendenzen feststellen, die auf mögliche Abstrafungen durch Google schließen lassen?
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Abbildung 9: Welche Seiten leiden unter hohen Absprungraten und benötigen Optimierung?

Fazit

cover-suchradar-63Die Verknüpfung von Google Analytics und der Search Console bringt dem Webmaster ein deutlich erweitertes Spektrum an Informationen zur Performance seiner Seite in der Websuche. Durch die Anreicherung der Daten und die vielen Filtermöglichkeiten von Google Analytics werden die GSC-Daten in einen schönen Benutzerdaten-Kontext gesetzt. Dieser kann bei vielen Fragestellungen in puncto Optimierung der Website und beim Aufdecken von Schwachstellen nicht nur in der organischen Suche helfen.

 

Übrigens: Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 63 unseres Magazins suchradar. Falls Sie die Ausgabe noch nicht kennen, können Sie diese und alle früheren Ausgaben im suchradar-Archiv kostenlos herunterladen.

 

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About Maik Bruns

Maik Bruns ist Berater für SEO und Webanalyse in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion, Online-Marketing-Enthusiast und schreibt zu diesen Themen im Bloofusion-Blog Internetkapitäne, im SEO-, SEA- und E-Commerce-Magazin suchradar und natürlich bei Twitter und Google+. Er spricht außerdem zu SEO- und Webanalyse-Themen auf Konferenzen und gibt Seminare/Workshops zum Thema Google Analytics.

Daneben ist Maik Bruns glücklich verheirateter Papa, Marketing- und Analytics-Fan (Analytics Qualified Individual), leidenschaftlicher Fotograf, Bildbearbeiter und Freeletics-/Volleyball-Lover.

Maik Bruns ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden: