Wir waren in der vorletzten Woche auf der New Plattform Advertising in Hamburg, wo es sich einen ganzen Tag um genau das Thema drehte: Erfolgreiches Marketing auf den neuen Kanälen. Wer die Online Marketing Rockstars kennt, wird sicher wissen, dass es demnach eine spannende, und mit interessanten Speakern und Kennern aus der Szene gespickten Veranstaltung war. Wir haben für euch News und Learnings für die drei, in unseren Augen interessantesten, Kanäle zusammengestellt.

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1. Instagram – Hot Candy Pic

Instagram kann ja schon seit längerem mit beeindruckenden User-Zahlen glänzen und ist sicher für viele Marketer durchaus interessant (schon in dem Suchradar 60 haben wir einen ausführlichen Artikel dazu gebracht). Auch die Erweiterung der Plattform um eigene Business Accounts, die vor einigen Tagen bekannt gegeben wurde, bringt sicher noch einmal zusätzliches Potenzial für Brands. Auf der New Platform Advertising nahmen die Tracks hierzu entsprechend auch einen größeren Platz ein.

AFFILIATE MARKETING AUF INSTAGRAM 

Interessante Einblicke gab es hier vor allem durch die Betreiber vom Fashion Blog Ohh Couture, Leonie Hanne und Alexander Galievsky. In ihrem Vortrag stellten sie vor, wie sie durch das Nutzen des Tools liketoknow.it erfolgreich Affiliate Marketing über Instagram betreiben. Denn mit dieser Plattform kann man ein großes Problem, nämlich dass Instagram keine Links unter den einzelnen Beiträgen zulässt, umgehen: Die angemeldeten Brands und Influencer können die entsprechenden Links zu den Outfits auf einer der Seite eintragen und bekommen einen entsprechenden Link, der dann für den Post verwendet wird.

Dieser ist zwar auch in der Beschreibung vom Posting nicht klickbar, aber jeder ebenfalls angemeldete Liketoknow.it-Nutzer, der dieses Foto liked, bekommt kurz darauf eine E-Mail, die alle (Affiliate-)Links der Outfits enthält. Praktisch einerseits, weil so alle Produkte direkt auffindbar sind und nicht mehr einzeln recherchiert werden müssen, andererseits auch, weil der Nutzer für diese Aktion nicht mehr die App verlassen muss. Eine spannende Möglichkeit für Brands doch noch Instagram als Salesperformance-Kanal zu nutzen!

INFLUENCER IN DER MARKTANALYSE 

Zudem wurde am Nachmittag noch ein weiteres hilfreiches Tool vom Gründer Robert Levenhagen vorgestellt: Influencer.db ist eine Datenbank, die sich auf Instagram Influencer spezialisiert hat. Hier können neben Rankings zu Followern, Interaktionen und dem Wachstum, auch die Entwicklung der Profile im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken analysiert werden.

Nach Follower-Zahl und Interaktionrate kann so auch ein Wert pro Instagram Foto ermittelt werden. Gerade nachdem sich die vorgestellten Influencer auf der Bühne mit Zahlen immer sehr zurückgehalten haben, konnte Robert Levenhagen mit seinem Tool die drei Accounts klar analysieren und so auch angeben, dass eine Influencerin wie Pamela Reif wohl keinen Post unter 10.000€ machen wird – ein stolzer Preis für ein Fitness-Sternchen! 🙂

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Der Gründer Robert Levenhagen stellt influencer.db vor, ein Tool welches Influencer auf Instagram analysiert und filtert.

2. Podcasting: Das nächste große Ding

Nur eine Session gab es für dieses Thema, trotzdem sei es hier noch einmal explizit erwähnt und vorgestellt. Nicht nur wir haben diesen Kanal relativ lange vernachlässigt (unser erster Podcast ging Mitte März los, wer einmal reinhören möchte: searchland), auch Philipp Westermeyer ist erst seit einem halben Jahr mit dem Online Marketing Rockstars Podcast (den wir übrigens auch nur empfehlenkönnen) auf dieser Plattform vertreten. Doch wie nicht nur er sagt, sondern es sich auch in der Branche abzeichnet, scheint dies das nächste große Ding zu werden. Gerade wenn man sich die US-Zahlen anschaut (und hier blickt man nun einmal im Digitalen Marketing meist zuerst hin), ist das große Potenzial dieses Kanals schon sichtbar. 46 Millionen Amerikaner ab 12 Jahren hören monatlich mindestens einen Podcast.

PODCASTS AUS DER NISCHE HOLEN 

In dem von gehaltenen Vortrag von Nicolas Semak und Marie Dippold, Gründer Podcastlabel “Viertausendhertz“ gab es zudem noch mehr spannende Analyse-Einblicke: Nicht nur, dass Podcasts wesentlich mehr von Männern (circa 80 Prozent) gehört werden, auch der Backround des „typischen Podcast-Hörers“ ist interessant: Er ist nicht nur online sehr affine und offen gegenüber Neuen, sondern hat auch einen hohen Bildungsstand. Während Podcasting in den USA wohl schon im Mainstream angekommen ist und hier auch breite und große Themen besetzt, geht es allerdings in Deutschland noch eher um Nischen. Große Themen finden bisher kaum Beachtung und bieten dementsprechend durchaus auch Potenzial.

VERLOCKENDE WERBEMÖGLICHKEITEN 

Auch das Thema Advertising steckt noch in den Kinderschuhen. In den USA sind Podcasts mittlerweile ein lukratives Geschäft. Viele, auch durchaus große, Firmen schalten Werbung und es gibt zudem richtige Netzwerke, die ihre Podcasts gebündelt an Werbepartner vermitteln. So eine Professionalisierung wird in Deutschland gerade erst von Firmen wie zum Beispiel Viertausendhertz angestoßen. Dabei klingen doch Zahlen wie 250 Euro TKP bei Podcasts in guter Qualität, die laut Marie Dippold durchaus realisierbar sind, mehr als verlockend. Man darf gespannt sein, wie sich die Podcast-Szene weiter entwickelt.

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Podcasting ist in den USA bereits sehr populär, wie Nicolas Semak von Viertausendhertz vorstellte.

3. Snapchat: Der Swinger Club unter den Social Media Kanälen

Da es offensichtlich auch immer noch auch unter Online Marketer genug Leute gibt, die Snapchat nicht verstehen, gab es auch hierfür die passenden Tracks. Mit Farina Opoku, die den Blog „Novalanalove“ betreibt und Matthias Stock, Leiter des Bereichs Social Media Marketing bei Sixt waren zwei erfolgreiche Kanäle auf der Bühne, bei denen sich aber die Herangehensweise schon deutlich unterscheidet.

Zum einen Farina, die im Prinzip 24/7 snapchattet und ihre Fans überall spontan mit hinnimmt. Zum anderen die Marke Sixt, die bewusst nur bei besonderen Anlässen live geht und durch die Terminierung das Ganze bis zu einem gewissen Grad vorplant und nicht völlig frei von Storyboarding agiert. Und während bei dem Unternehmen ganz klar dabei die Devise vertreten wird „wer nichts zu sagen hat, Klappe halten“, glaubt Farina, dass es wichtig ist, täglich zu posten, „da man sonst schnell bei den Usern abrauscht“.

UNTERSCHIEDLICHE MARKETING-AUSRICHTUNGEN 

Auch in der Zielausrichtung unterscheiden sich die beiden Accounts: Sixt nutzt Snapchat eher als Brandingkanal und möchte hierüber zum Beispiel auch bewusst eine jüngere, für die Zukunft interessante Zielgruppe ansprechen. Bei Farina wird die Plattform nicht nur dazu genutzt, sich und ihr Leben ihren Fans näher zu bringen, sondern durchaus auch um (gesponserte) Produkte zu präsentieren.

Für beide ist Snapchat aber eindeutig die Plattform, bei der man am meisten ausprobieren kann: durch die begrenzte Lebensdauer eines Snaps von 24 Stunden sollte man die eigene professionelle Peinlichkeitsgrenze einfach einmal niedriger ansetzen und Dinge antesten – alles kann, nichts muss, lautet die Devise! 😉

Was aber auch bei beiden Kanälen deutlich wird: Ohne nicht schon andere Plattformen zu bedienen, wird es in unseren Augen schwierig ein super populärer Snapchatter zu werden. Farina ist schon lange auf Instagram unterwegs und hat einen erfolgreichen Blog, in dem sie regelmäßig auf ihren Snapchat Account aufmerksam macht. Ebenso nutzt Sixt seine anderen Social Media Kanäle wie Facebook und Instagram um hier auf ihre Snapchat Stories aufmerksam zu machen. Die Plattform selbst bietet im Gegensatz zu fast allen anderen keinerlei Funktionen, die besonders erfolgreiche Snapchatter, Beiträge oder ähnliches vorschlagen. Hierfür muss immer außerhalb der App gesucht werden und dort setzen sich bekannte Gesichter bekanntermaßen einfacher durch.

PROFESSIONALISIERUNG DURCH ANALYSETOOLS

Für die Analytiker unter uns gab es zudem mit snaplytics eine interessante Tool-Vorstellung. Während aufgrund eines fehlenden Analyse-Dashboards Accounts bisher nur mit lästigen Screenshots und zusammengestellten Excel-Tabellen ausgewertet konnten, bietet snaplytics eine kompakte Möglichkeit. Hier können Nutzer nicht nur messen, wie viele Follower sie haben, sondern auch wie häufig Snaps und Stories abgerufen oder Screenshots gemacht werden. Zudem kann in der Pro-Version auch Bildmaterial hochgeladen werden, das nicht in der App erstellt wurde.

Die Frage, die sich bei so einem Drittanbieter-Tool stellt und natürlich auch bei der Konferenz angesprochen wurde, ist allerdings ob Snapchat nicht irgendwann bei solchen Tools die Accounts sperrt. Laut Aussage des Mitgründers von snaplytics, Thomas Cilius, ist dies bisher aber noch keinem Unternehmen passiert. Bei dem Preis von 179, bzw. 299 US-Dollar im Monat, für die Standard-, bzw. Pro-Version für gerade einmal einen Account, hält sich aber die Nutzerzahl von 80 Accounts auch bisher sehr in Grenzen.

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Fazit: Genügend Potenzial und Möglichkeiten

Man muss ehrlicherweise vorwegnehmen, dass wir hier nur drei  der „New Platforms“ vorgestellt haben. Auf der Konferenz selbst gab es noch verschieden Tracks zu YouTube, Amazon, Twitter und anderen Kanälen. Die Möglichkeiten sich mit cleveren Marketing oder Advertising auf diesen Plattformen zu etablieren, sind definitiv vielfältig und umsetzbar. Wir haben uns allerdings bewusst auf die drei beschränkt, wo wir viel Potenzial und vor allem auch tatsächlich neue und bisher unentdeckte Werbemöglichkeiten sehen. Hier ist in unseren Augen vor allem noch einmal die Podcast-Szene zu nennen, die sicher das Potenzial hat, sich zu einem wichtigen Medium und damit auch zu einem ernst zunehmenden sowie lohnenden Business zu entwickeln.

 

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About Julia Leutloff

Julia Leutloff arbeitet als Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Hier im Blog schreibt sie allerdings nicht nur über die weite Welt des Online-Marketings, sondern genauso über unser Agenturleben. Schließlich kümmert sich Julia auch um alle Personalangelegenheiten bei Bloofusion.

Privat ist Julia vor allem sportlich unterwegs und ist eigentlich immer irgendwo beim Pferd, auf dem Wasser oder im Schnee zu finden.

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