Google hat in den Suchergebnissen wieder was geändert: Die rechte Spalte mit Anzeigen verschwindet und zeitgleich kann es bei hochkommerziellen Suchanfragen zu einer vierten AdWords-Werbung über dem ersten organischen Ergebnis kommen. Einige meinen: Der SEO-Kanal wird dadurch an Gewicht verlieren.

Die Kollegen von Wordstream schreiben z. B.:

„The clear loser with this change is organic search. Paid position #4 is the new organic position #1.“

Dem kann man zumindest teilweise zustimmen. Ein Beispiel: „nike laufschuhe“ ist wohl eine „highly commercial query“, also eine, bei der gleich vier Anzeigen erscheinen. Und ich muss wirklich recht weit nach unten gucken, bis ich das erste organische Listing sehe:

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Aber bei anderen Suchbegriffen ohne direkten Commercial Intent sieht es doch deutlich übersichtlicher aus, z. B. hier:

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Oder hier:

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Was folgt für mich daraus?

Bei den „highly commercial queries“ kann ich mir vorstellen, dass es organisch wirklich CTR-Verluste geben wird, weil es dafür meistens viele und zugleich auch relevante Werbungen gibt. In einigen Tagen könnte man das gut über die Daten aus der Google Search Console herausfinden. Dort werden in der Suchanalyse ja Klickraten angezeigt, die ja bei den hochkommerziellen Suchbegriffen nach unten gehen müssten. Wahrscheinlich wird das auch so sein. (In dem Zusammenhang würde es mich auch interessieren, ob die SEO-Tool-Hersteller das auch alles in ihre Sichtbarkeitswerte einpreisen.)

Dabei werden Agenturen und Unternehmen wohl nicht tatenlos zusehen. Ich hoffe und erwarte, dass sich der organische Reichweitenkampf eher in Richtung „non-highly commercial queries“ verlagern wird. Das tut es ja es schon seit einiger Zeit: Unternehmen nutzen z. B. verstärkt Content Marketing, um auf verkaufsvorbereitende Suchbegriffe abzuzielen. Und wie man oben an einigen Beispielen sieht, sind dort oft keine oder nur bedingt passende Werbungen zu sehen.

Also: alles noch stärker Richtung Content Marketing? Warten wir’s ab. Freuen würde es mich auf jeden Fall, wenn es dazu kommt, denn attraktive Inhalte haben eine Kraft, die über reine Conversions hinausgeht. Zusätzlich können starke Inhalte nämlich auch beim Markenaufbau helfen und zeitgleich für wichtige SEO-Signale (Links, Erwähnungen, …) sorgen.

Es geht aber nicht nur um Content-Marketing, denn es gibt ja noch mehr und auch direktere Potenziale. So ist die Optimierung des gesamten Shops wichtig, um z. B. Long-Tail-Suchbegriffe perfekt abdecken zu können – Suchbegriffe mit geringer Konkurrenzsituation. (Kleiner Hinweis: Im On-Page-Workshop für Shop-Betreiber zeige ich in einigen Wochen auf, welche – oft ungenutzten – Potenziale ein Shop eigentlich bietet.)

In jedem Fall ist es gut, dass wir als Agentur SEO und SEM aus einer Hand anbieten können – um unseren Kunden eine stets maximale Reichweite anbieten zu können. Es bleibt in jedem Fall spannend…

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.