Im Vergleich zu anderen Kampagnentypen gestaltet sich die Bedienung von Shopping-Kampagnen ziemlich umständlich. Ungeachtet der Budgets, die mittlerweile in diese Werbeform fließen, übernimmt Google auch keine nennenswerten Anstrengungen, dies zu ändern. Kürzlich gab es dann aber doch einen kleinen Fortschritt – und einen Rückschritt an anderer Stelle.

Der Fortschritt: Produktgruppen unterteilen

Eine Neuerung haben wir kürzlich beim Aufteilen von Produktgruppen entdeckt. Hier ist, bisher nur in einem Konto, eine neue Spalte hinzugekommen:

fortschritt-neu

Hiermit lässt sich ein Eindruck davon gewinnen, wie wichtig die potenziellen neuen Produktgruppen sind. Man hat also die Möglichkeit, die Elemente zu identifizieren, die bei den Statistiken besonders herausstechen, um sie anschließend als gesonderte Produktgruppen zu hinterlegen.

stat-auswahlIm Screenshot sieht man die Umsätze der einzelnen Artikel. Man kann sich aber auch andere Statistiken anzeigen lassen, indem man auf die Schaltfläche in der Spaltenüberschrift klickt. Die Auswahl ist allerdings begrenzt auf die Anzahl der Produkte und zehn weitere Metriken (siehe Screenshot rechts), womit aber auch alles Wichtige abgedeckt ist.

Als nachteilig empfinde ich hier die Beschränkung auf eine einzelne Spalte. Ebenfalls hinderlich ist, dass sich bei Einblendung des Segmentierungsfensters kein anderer Statistikzeitraum auswählen lässt. Als ganz rund empfinde ich die Sache daher noch nicht.

Einen Fortschritt sehe ich trotzdem, denn es ist nun wesentlich einfacher, sinnvolle neue Produktgruppen zu entdecken. Davon profitieren Werbetreibende, die ihre Hierarchie manuell aufbauen und gezielt die wichtigsten Elemente haben wollen.

Es gibt in der Branche auch die Philosophie, wirklich alles bis hinunter zu einzelnen Produkten zu segmentieren. Im Zusammenhang mit manueller Aussteuerung halte ich das für eine schlechte Idee, da die Sache in der Praxis am Ende nicht mehr handhabbar ist (außer bei einer überschaubaren Zahl von Produkten). Für sinnvoller halte ich da, sich auf die wichtigsten Elemente zu beschränken. Bisher musste man diese über Umwege finden, jetzt geht es etwas schneller.

Der Rückschritt: Ausschließende Keywords hinzufügen

Ungleich konsequenter ist Google an einer anderen Stelle vorgegangen: Für Shopping-Kampagnen lässt sich nun kein Suchanfragebericht mehr über das Keyword-Tab abrufen. Die Daten sind aber nicht weg, sondern weiterhin über das Tab Dimensionen abrufbar.

Eine große Änderung ist das jetzt nicht, macht allerdings das Ausschließen von Keywords umständlicher. Der Bericht auf dem Keyword-Tab ermöglichte es, unpassende Suchanfragen gleich an Ort und Stelle auszuschließen. Die Begriffe ließen sich dort auch verändern und auf Anzeigengruppen- oder Kampagnenebene zuordnen oder gar auf eine Liste setzen.

Über das Tab Dimensionen lassen sich die Suchanfragen dagegen nur anzeigen. Etwas damit anzufangen ist dort nicht direkt vorgesehen.

Fazit: Mehr Augenmerk auf Workflow wäre schön

Die beiden Änderungen scheinen mir entgegengesetzt zu laufen: Bei der Unterteilung nach wichtigen Produktgruppen wird der Umweg über das Dimensionen-Tab überflüssig, beim Hinzufügen von Ausschließenden Keywords wird er dagegen notwendig.

Gut möglich, dass Google in Bezug auf die Keywords einen Fehler gemacht hat. Hier wird aktuell eine kleine Änderung ausgerollt, die eher klassische Keyword-Kampagnen betrifft (die Kollegen von Projecter haben darüber gerade gebloggt). Vielleicht ist die Änderung bei den Shopping-Kampagnen ein Kollateralschaden. Vielleicht wird das ja auch rückgängig gemacht, wenn Google merkt, dass das ein Rückschritt war.

Allgemein würde ich mir jedenfalls wünschen, dass sich Google bei Shopping-Kampagnen mehr um das Thema Workflow kümmern würde. Diese Werbeform macht zwar einen guten Teil des AdWords-Umsatzes aus, die Weiterentwicklung der Oberfläche scheint man bei Google aber nicht mehr besonders ernst zu nehmen.

Das ist OK für Agenturen wie uns, die solche Lücken mit eigenen Lösungen schließen können. Für Toolanbieter ist es sogar ein Glücksfall. Für alle, die sich auf das AdWords-System verlassen müssen, ist es aber nicht so toll. Das kann eigentlich nicht in Googles Sinne sein.

 

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About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEM in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden: