Anbieter, die die bisher kostenlose Produktsuche nutzen, haben heute Post von Google bekommen. Darin konkretisiert Google die bevorstehende Umstellung auf das kostenpflichtige Google Shopping ab Februar 2013.

Wie erwartet soll der Übergang nicht auf einen Schlag erfolgen, allerdings werden „ab Februar 2013 Gebote zu den Faktoren zählen, die das Ranking von Produkten auf Google Shopping beeinflussen“. Ein genaueres Datum nennt Google nicht, allerdings wurde vor zwei Monaten der 13. Februar als Stichtag für erste Veränderungen genannt.

Neue Anforderungen

In einem aktuellen Blogpost kündigt Google für jenen 13. Februar dann auch neue Richtlinien für Google Shopping an. Diese sind ähnlich umfangreich wie die altbekannten AdWords-Richtlinien und inhaltlich stellenweise sehr ähnlich. Auf den ersten Blick sehe ich nichts kritisches, aber vor allem wer nicht unter den Standard fällt (Shop verkauft typische Konsumentenartikel), sollte sich die Zeit dafür nehmen.

Außerdem gibt es neue Feed-Spezifikationen, die ab März 2013 gültig sind. Die Änderungen beschränken sich augenscheinlich auf Produktvarianten und Bekleidungsprodukte. Eine Übersicht der neuen Spezifikationen ist hier einsehbar, wobei Änderungen grünlich (kaum sichtbar) hinterlegt sind.

Gutschriften

Endlich verfügbar sind nun auch die Gutschriften, mit denen Händlern der Umstieg versüßt werden soll. Wer diese bis zum 12. April hier beantragt, kann 75 Euro auf die Ausgaben für Produktanzeigen gutgeschrieben bekommen.

Interessanter dürfte für viele aber die 10%ige Gutschrift sein, die für entsprechende Ausgaben im Zeitraum vom 15. Februar bis zum 30. Juni 2013 gewährt wird. Wenn ich mir so ansehen, was wir schon jetzt für Produktlistenanzeigen ausgeben, kommt da einiges zusammen.

Voraussetzung für die Gutschriften ist unter anderem, dass man Produktlistenanzeigen („PLAs“) mit der Ausrichtung „Alle Produkte“ schaltet. Als Grundlage für die Gutschriften werden danach aber wohl die gesamten PLA-Kosten genommen (alles andere würde zumindest in meinen Augen keinen Sinn ergeben). Es sollte also ausreichen, das Produktziel „Alle Produkte“ mit einem Gebot von einem Cent zu versehen und andere PLA-Kampagnen unabhängig davon aufzubauen.

Fazit: Es tut sich was

Damit kommt die Umstellung auf die Google Produktsuche so langsam ins Rollen. Ich denke, dass viele Händler die Produktlistenanzeigen schon vor geraumer Zeit in ihre AdWords-Strategie integriert haben und sich somit entspannt zurücklehnen können.

In den USA, wo die Umstellung im Oktober abgeschlossen wurde, hat gestern mit RKG eine große Agentur Zahlen veröffentlicht, nach denen im vierten Quartal 2012 28% der AdWords-Klicks im Handel auf PLA-Kampagnen entfielen. Es ist zu erwarten, dass uns in Deutschland eine ähnliche Entwicklung bevorsteht, so dass schon jetzt größere Budgets dafür eingeplant werden sollten.

Davon abgesehen gilt aber, dass auf AdWords-Seite erst mal keine weiteren Änderungen notwendig sind. Bestehende PLA-Kampagnen brauchen also im Hinblick auf Google Shopping nicht extra angepasst zu werden. Nur die Gutschriten sollte man sich auf jeden Fall sichern.

In eigener Sache

Wir beschäftigen uns schon seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema Google Shopping bzw. PLA-Optimierung. Unter anderem halte ich dazu am 22. Februar ein kostenlose Webinar. Mehr dazu steht hier.

About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEM in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

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