Vor einigen Monaten habe ich noch geschrieben “Das wünsch ich mir auch von Google” – und schon ist es da. Google hat ein neues Tool zur Verfügung gestellt, mit dem man Links entwerten kann. Das neue Tool kann man über die URL http://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main aufrufen:

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Nach Auswahl einer Website gibt es dann nochmal einen netten Hinweis:

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Und dann kann man eine Datei hochladen:

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Die Datei, die man hochladen kann – hatte leider gerade keine passende zum Austesten zur Hand :) – ist eine Text-Datei, in der es drei unterschiedliche Einträge geben kann:

# Kommentare beginnen mit einem #

# domain: bedeutet, dass man alle Links von dieser Domain entwerten möchte
domain:www.boesewebsite.de

# Eine URL bedeutet, das man dem Link von dieser konkreten URL nicht traut

http://www.boesewebsite.de/seo-links

Also eigentlich ganz einfach. Google weist auf verschiedene Aspekte hin:

  1. Es dauert einige Wochen, bis die entwerteten Links auch berücksichtigt werden.
  2. Nur weil eine URL in der Liste auftaucht, heißt es nicht, dass der Link auch tatsächlich entwertet wird. Google behält sich das Recht vor, einen Link trotzdem zu werten.
  3. Die Nutzung des Tools ist nicht als Ersatz für Maßnahmen bei einer Link-Abstrafung zu sehen. Wer also von Google eine Nachricht wg. unnatürlicher Links bekommen hat, muss trotzdem auf diese Nachricht reagieren.
  4. Google sagt auch, dass das primäre Ziel natürlich darin bestehen sollte, unnatürliche Links zu entfernen und nicht einfach nur das Tool zu nutzen.
  5. Wer versehentlich Links hochlädt, kann mit dem nächsten Upload diese Auswahl wieder “resetten”. Man lädt also immer die komplette Liste aller zu ignorierenden Links hoch.

Google selber scheint das Tool eher als Leistung für Website-Betreiber zu sehen, die sich Sorgen um “Negative SEO” machen. Also: Websites, für die jemand ohne dessen Kenntnis und Kontrolle einfach Links aufbaut.

Ich persönlich halte das Tool für sinnvoll und teile dabei nicht die Sorge einiger, dass man das Tool dazu nutzen kann, um gezielt Linknetzwerke “auszuprobieren” und dann evtl. wieder “abzuschalten”. Das wird vor allem deswegen nicht sinnvoll sein, weil das Tool Zeit braucht, um seine Wirkung zu entfalten. Für eine Hardcore-SEOs mag das ein netter Zeitvertreib sein, aber für Unternehmen ist das alles viel zu unsicher.

Und: Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, zeigt doch eigentlich, dass er die neuen Regeln noch nicht verinnerlicht hat. Google will ohnehin ordentliche, legitim verlinkte Websites. In der Zeit, in der man versucht, Links ein- und auszuschalten, sollte man lieber mal über andere, wichtige Fragen nachdenken.

Uns wird das Tool nützen, weil es immer bei Neukunden ein paar Altlasten gibt, die man nicht mehr los wird. Und wenn Google mir dabei helfen kann, diesen “Schrott” gezielt zu melden, nehme ich das Angebot gerne an.

Von Matt Cutts gibt es übrigens noch ein Video zum Thema: