Über das Venice-Update, bei dem lokale Websites in Suchanfragen eingeblendet werden, wurde in den letzten Wochen viel geschrieben. Anders als bei vorherigen Updates gab es aber von den SEO-Tool-Herstellern keine Zahlen, da die Effekte vom Venice-Update schwer zu messen sind.

Wir haben das aber trotzdem mal versucht und für 50 unterschiedliche Suchanfragen die Top 10 Suchergebnisse für München, Köln, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart ermittelt (Google Places ausgenommen, weil die per se lokal sind). Mit der Abfrage für fünf Städte bekommt man natürlich nur einen Bruchteil der möglichen Suchergebnisse, aber ich glaube, dass dieser Ansatz trotzdem vertretbar ist.

Herausgekommen ist dann auch das, was ich eigentlich auch schon vermutet hatte. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Ergebnisse:

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Wir haben für alle Suchanfragen die Ergebnisse für fünf Städte ermittelt und konnten so feststellen, wie viele der Domains bei wie vielen Städten auftauchten. Wie man sieht ist es überwiegend so, dass eine Domain entweder nur bei einer Stadt vorkommt und bei allen Städten. Dass eine Domain nur bei zwei, drei oder vier Städten erscheint, ist hingegen selten.

Man sollte also einen Blick auf die zweite Spalte werfen: Bei den Domains, die nur in einer lokalen Ergebnisliste auftauchten, beträgt das durchschnittliche Ranking 6,42. Bei den Domains, die in allen lokalen Ergebnislisten erschienen, lag das durchschnittliche Ranking bei 3,63.

Und das besagt ganz klar: Die lokalen Ergebnisse werden eher auf den unteren Rängen der ersten Suchergebnisseite eingestreut, während Portale und andere nicht-lokale Ergebnisse eher auf den vorderen Plätzen zu finden sind. Die lokalen Ergebnisse verdrängen also schon andere Ergebnisse, sind aber keine Gefahr für Portale & Co., die zumeist auf den vorderen Rängen zu finden sind.

Beispiel: Wer nach „hotel“ sucht, findet auf den ersten Positionen immer noch Hotel.de, HRS.de und weitere Sites, während die lokalen Hotel-Websites dann eher in der unteren Hälfte erscheinen.

Und wenn man sich dann auch noch typische Klick-Verteilungen auf den Suchergebnissen anschaut, werden die lokal eingestreuten Suchergebnisse wohl kaum relevante Klick-Zahlen erzielen – es sei denn, dass Nutzer lernen/wissen, dass weiter unten eben die lokalen Ergebnisse kommen. Damit ein solcher Lerneffekt eintreten kann, müsste Google aber viel konstanter in seinen Rankings sein.

Potenzial

Für lokale Unternehmen bietet Venice trotzdem spannende Potenziale. Die Statistiken zeigen ja nur die normale Verteilung an. In bestimmten Branchen mag das alles anders sein, weil es vielleicht keine starken Portale gibt. Wer z. B. nach „steuerberater“ in München sucht, erhält als Top 2 die folgenden Ergebnisse:

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Die Wikipedia wird wohl keine hohe Klick-Rate haben, weil sie nicht wirklich bei der Steuerberatersuche hilfreich ist. Aber das Portal Muenchen.de profitiert hier mit seinem Branchenbuch wohl überdurchschnittlich von der guten Einblendung.

Zusammenfassung, Strategie

Insgesamt sehe ich vier wichtige Aspekte, die für mich aus dem Venice-Update resultieren:

  • Grundsätzlich ist es so, dass das Venice-Update nicht dafür sorgt, dass quer durch die Bank lokale Websites nicht-lokale Websites von den vorderen Plätzen verdrängen.
  • Lokal agierende Unternehmen sollten (noch) mehr in Linkaufbau und dabei vor allem in lokalen Linkaufbau investieren, weil es je nach Branche schon möglich ist, weit nach oben zu kommen.
  • Lokale Verzeichnisse und ähnliche Sites mit lokaler Ausrichtung (wie muenchen.de) sollten Ranking-Vorteile haben und könnten daher auch in Bezug auf Reichweite an Relevanz gewinnen.
  • Unklar für mich ist noch, ob sich nicht-lokale Portale und Verzeichnisse Vorteile herausarbeiten können, indem sie ebenfalls auf lokalen Linkaufbau setzen. Empfehlenswert wäre das meiner Meinung nach aber schon.

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.