Google hat in den USA (englischsprachige Suche auf Google.com) ein neues Feature vorgestellt, das mit großen Echo aufgenommen wurde: Search Plus Your World.

Wer zukünftig in eingeloggtem Zustand sucht, soll dann in großen Maße personalisierte Ergebnisse erhalten. Dabei geht es dann nicht mehr nur darum, dass Suchergebnisse verschoben werden (also wie bisher: eine Website, die eigentlich weit hinten stand, rutscht nach vorne, weil dafür eine soziale Verbindung vorliegt). Vielmehr werden auch Ergebnisse aus Google+ angezeigt, also z. B. Fotos, die man dort mit Freunden geteilt hat.

Von Google gibt es dazu ein nettes buntes Video:

Da ich das neue Feature noch nicht selbst erblickt habe, verweise ich auf die hervorragende Berichterstattung der US-Kollegen und auf den offiziellen Blog-Post von Google:

Meine ganz persönliche Meinung dazu: Nein, SEO ist wieder mal nicht tot. In Deutschland sowieso noch nicht, weil die Durchdringung von Google+ einfach noch viel zu gering ist. Außerdem glaube ich nach wie vor, dass ich bei meinen Suchen gar nicht so viele Überschneidungen mit meinen Freunden habe, dass das meine Suchergebnisse signifikant anreichern könnte.

In jedem Fall finde ich aber, dass Google hier sein wahres Gesicht zeigt. Google hat sich ja immer „Don’t be evil“ auf die Fahnen geschrieben und sich so als „anderes“ Unternehmen dargestellt. Im Kern ist aber Google hier nur ein Unternehmen, das seine Reichweite ausnutzt, um sein eigenes Netzwerk zu pushen.

Denn grundsätzlich ist es wohl nicht zu vermitteln, dass die Daten der größten sozialen Netzwerke fehlen. Das ist natürlich Google ureigenes Recht, aber es passt meiner Meinung nach null zu den hehren Zielen, die man sonst so vermittelt.

Google redet sich bei Search Engine Land ja ganz geschickt raus:

Facebook and Twitter and other services, basically, their terms of service don’t allow us to crawl them deeply and store things.

Auch das mag stimmen, aber es hinterlässt bei mir doch einen arg komischen Geschmack. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Vor allem aber glaube ich, dass vielen das neue Feature übel aufstoßen wird, weil der Eindruck erweckt werden kann, dass Daten, die man nicht öffentlich gemacht hat, trotzdem öffentlich in Google gefunden können. Dem ist nicht so, aber das wird nicht jeder auf Anhieb verstehen. Und für einen Konzern, der nicht gerade als sicherer Hafen des Datenschutzes angesehen wird, kann das schnell problematisch werden.

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.