Eben kam eine Meldung von SISTRIX:

Die Toolbox unterstützt nun die Auswertung der sozialen Netzwerke Facebook, Twitter sowie Google+.

Nach den Searchmetrics Essentials, die ein Social-Tool anbieten, gibt es jetzt also direkte Konkurrenz. Und das auch – derzeit – noch kostenlos:

Bis auf weiteres ist die Nutzung der Social-Auswertungen für alle Toolbox-Kunden ohne weitere Kosten möglich.

Da muss ich doch mal reingucken…

Was macht man damit?

Man kann die Tools natürlich fürs eigene Social-Media-Monitoring nutzen, aber dafür sind die Tools wohl einfach zu langsam. Außerdem bieten sie viele Funktionen, die Monitoring-Tools bieten (Sentiment-Analyse, …), einfach nicht.

Ich denke, dass die Tools am besten dafür geeignet sind, auf fremden Websites nach Themen zu suchen, die in Bezug auf soziale Netzwerke gut funktionieren. Welche Artikel werden auf News-Portalen besonders oft sozial geteilt? Welche Produkte in Shops? Was zündet auf einem Blog?

Dazu gibt man dann einfach eine Domain ein und erhält – nach Beliebtheit sortiert – die einzelnen Seiten der abgefragten Website. So sieht das dann bei den Essentials aus (für modenews.zalando.de):

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Alles gut?

Wie auch schon bei anderen Daten und Diensten muss man aber auch bei den Social-Auswertungen bedenken, dass diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben. Ich habe mal die Daten von SISTRIX und Searchmetrics Essentials für www.querfood.de abgerufen – absichtlich ein kleinerer Shop mit wenigen sozialen Signalen.

Hier das Ergebnis vom Social-Modul von Essentials:

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Und hier die Auswertung von SISTRIX:

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Zunächst sieht man, dass die Zahlen nicht deckungsgleich sind. Das liegt daran, dass Searchmetrics hier eine “Social Visibility” anzeigt, die eben nicht den Interaktionen entspricht. Vielmehr rechnet Searchmetrics hier noch unterschiedliche Qualitätsmerkmale der Netzwerke rein. Das ist zwar praktisch, macht die Vergleichbarkeit der Daten aber an diesem Punkt schwer.

Man sieht aber auch, dass hier andere URLs genannt werden. SISTRIX kennt einen Blog-Beitrag, den die Essentials nicht anzeigen. Dafür kennt Searchmetrics andere URLs – und insgesamt auch mehr URLs.

Wer ist am besten?

Wie so oft gibt es für mich keinen klaren Sieger.

Bei SISTRIX mag ich grundsätzlich die Anzeige von Nutzerprofilen, die zu einer Website besonders gut passen. Das scheint aber eher bei thematisch spitzen Angeboten zu passen, z. B. bei einem Bildungsportal:

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Das sind meiner Meinung nach schon gute Profile in diesem Bereich. Es gäbe noch viel mehr, die mir da einfallen würden, die aber nicht angezeigt werden. Wie SISTRIX hier bei der Auswahl vorgeht, ist mir noch nicht ganz klar. Ich denke aber schon, dass SISTRIX schaut, wer primär Inhalte der gesuchten Website teilt – und dass es hier weniger um eine thematische Analyse geht.

Wenn man z. B. nach ebay.de sucht, erhält man @frischkopp als Profil:

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Ist das ein gutes Ergebnis? Naja, er wird wohl öfter mal ein Ebay-Angebot twittern, aber thematisch gesehen ist das für mich kein guter Treffer. Da muss man schauen, wie sich das Feature weiterentwickelt und wie der Algorithmus vielleicht noch verfeinert wird.

Bei Searchmetrics finde ich gut, dass hier mehr soziale Netzwerke abgebildet werden (z. B. LinkedIn) und das Facebook-Informationen noch aufgeschlüsselt werden (in Like, Share, Comment).

Auch finde ich gut, dass man bei den Essentials eben auch direkt nach einer Subdomain suchen kann, also z. B. nach kleinanzeigen.ebay.de, während mir SISTRIX nur Ergebnisse für ebay.de anzeigen kann.

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Wie immer hängt es also davon ab, was man machen möchte. Ich finde leider beide Tools gut. Vom Preisleistungsverhältnis ist SISTRIX natürlich aktuell mit 0,0 Euro unschlagbar günstig, aber es ist natürlich nicht zu erwarten, dass das preislich auch so bleibt.

In jedem Fall scheint es mir so, dass die deutschen Tool-Hersteller aktiv sind und sich gegenseitig recht gut über die Schultern gucken. Das kann letztendlich uns Kunden nur Recht sein :)

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.