Ich habe in den letzten Tagen mit einer Auswertung angefangen, die sich an meine Auswertung der Link-Datenbanken anschließt.

Mir geht es dabei um die Frage, wie gut eigentlich die Link-Daten, die Google über die Google Webmaster Tools zur Verfügung stellt, im Vergleich zu den Link-Datenbanken SEOmoz, Majestic SEO und OpenLinkGraph sind. Und es geht natürlich darum, ob man daraus etwas ableiten kann (siehe unten: ich glaube, dass man das kann).

Dafür habe ich mir vier Test-Domains herausgesucht, bei denen ich Zugriff auf die Webmaster Tools habe und bei denen es weniger als 1000 Verlinkungen gibt. Denn: Die Webmaster Tools liefern mir nur die Top 1000 Links. Alles andere würde also die Statistik verfälschen.

Ich will dabei u. a. ermitteln, wie hoch der Anteil der gemeinsam gefundenen Links ist und wie viele „Unique Links“ es bei den Webmaster Tools und den Link-Datenbanken gibt.

Die Daten werden derzeit noch zusammengetragen und validiert. Das dauert dann doch länger, als ich gedacht habe.

Aber eine interessante Sache ist mir dabei schon aufgefallen. Ich habe mir die Links angeschaut, die von den Link-Datenbanken geliefert werden und nicht von den Webmaster Tools. Dann habe ich diese Links daraufhin überprüft, ob Google diese verlinkenden Seiten überhaupt im Index hat.

Interessant wird es, weil es durchaus viele Seiten gibt, die Google im Index hat. Die darauf befindlichen Links werden aber in den Google Webmaster Tools nicht angezeigt.

Jetzt könnte man ja argumentieren, dass es sich dabei um neue Links handelt, die einfach noch nicht den Weg in die Webmaster Tools gefunden haben. In den folgenden Fällen ist das aber nicht der Fall. Die Links gibt es dort schon seit einiger Zeit.

Beispiel 1:
http://swissonlinemarketing.ch/content/index_ger.html verlinkt auf www.suchradar.de

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Beispiel 2:
http://www.rab-friedrich-ramm.de/linkliste14.html verlinkt auf www.suchradar.de

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Meine Meinung

Im ersten Beispiel ist der Link zwar im Quellcode zu sehen, aber der Link selber befindet sich in einer sehr langen Linkliste und ist auch nicht immer sichtbar.

Im zweiten Beispiel befindet sich der Link auf einer Seite mit ganz vielen anderen Links (ca. 250 ausgehende Links).

Ich glaube, dass die Google Webmaster Tools hier zeigen, dass Google bestimmte Links einfach aussortiert. Bei den mir zur Verfügung stehenden Domains habe ich leider keine dabei, die über irrelevante Footer-Links o. ä. verfügen, aber auch in diesen Fällen würde ich erwarten, dass Google viele davon einfach aussortiert.

Ich habe in den Unique Links der Google Webmaster Tools übrigens auch sehr viel anderen Schrott gefunden, der meiner Meinung nach auch kein positives Licht auf die Google-Algorithmen wirft. Aber in diesen Fällen waren die Links zumindest in formaler Hinsicht in Ordnung (also keine übervollen Linklisten u. ä.).

Ich kann mir hier vorstellen, dass Google unterschiedliche „Schalen“ hat, die wertlose Links herausfiltern können. Die beiden Beispiele oben wären dann ein Fall für einen Filter, der sich Links auf Seitenbasis anschaut. Viele andere Links werden wohl erst später bewertet, wenn unterschiedliche Seiten einer Website zeitgleich betrachtet werden können.

In jedem Fall zeigt das ein grundlegendes Problem der Link-Datenbanken, vor dem SEOs stehen: Nicht jeder Link, der als Potenzial auftaucht, ist auch wirklich ein lohnenswerter Link. Viele minderwertige Links streuen in die Auswertungen rein, so dass diese einen Teil der Aussagekraft verlieren.

Hier sind also sowohl die Link-Datenbanken als auch die SEOs in der Pflicht, gute von schlechten Links zu unterscheiden. Die Link-Datenbanken werden das aber wohl so schnell nicht angehen, weil ich den Eindruck habe, dass die Anzahl der gefundenen Links durchaus ein Marketing- und Verkaufsargument ist.

Die gesamte Auswertung…

…dauert wie gesagt noch ein paar Tage. Ich werde diese auf der SEOkomm in Salzburg (25. November) im Track „Link-Datenbanken im Vergleich“ (http://www.seokomm.at/vortrag-info.html?vortrag=1600) vorstellen. Und natürlich im nächsten suchradar, das dann im 14. Dezember erscheinen wird.

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.