Google hat jetzt eine neue Möglichkeit angekündigt, wie Autoren von Artikeln, die auf unterschiedlichen Websites abgelegt sind, ihre Autorenschaft an Google übermitteln können (laut Google: “a way to connect authors with their content on the web”).

Grundsätzlich gibt es damit zwei Attribute, die prinzipiell nicht neu sind, aber von Google eben jetzt erkannt werden:

rel=”author”:

  • Wird innerhalb einer Website verwendet
  • Die einzelnen Artikelseiten verlinken damit auf eine Autorenseite

rel=”me”:

  • Wird zwischen unterschiedlichen Websites verwendet
  • Die Autorenseiten auf fremden Websites und die eigene Website werden damit verlinkt

Ich habe dafür ein Cheat-Sheet angelegt, das die Verlinkung hoffentlich verdeutlicht:

Bild

Und was soll das?

Matt Cutts hat sich gestern auf der SMX Advanced im Gespräch mit Danny Sullivan geäußert:

The concept is that if an author is trustworthy, why does it matter what site the article appears on?

Grundsätzlich könnte es also passieren, dass ein Artikel auf einer fremden Plattform mit der Author-Markierung besser rankt als er es ohne machen würde, weil eben etwas wie ein AuthorRank greift. Google kann viele Artikel aggregieren, die Website des Autors bewerten und so dem Autor ein Maß für dessen Autorität zuschreiben.

Ein Artikel von Matt Cutts auf einem fremden Portal würde also besser ranken als ein Artikel von einem eher unbekannten Schreiber.

Vor allem kann wohl auch Autorität “zurückfließen”. Wenn ein Autor also einen Artikel für ein sehr wichtiges Portal geschrieben hat, könnte ihm das zugerechnet werden.

Was folgt daraus für Autoren?

  1. Autoren müssen darauf achten, dass fremde Portale auch die korrekte Verlinkung herstellen.
  2. Autoren benötigen eine eigene Website, die dann von den fremden Portalen verlinkt wird (die hätte ich im engeren Sinne derzeit übrigens nicht).
  3. Autoren müssen auf alle externen Profilseiten verlinken.

Was folgt daraus für Portale?

  1. Portale müssen für Autoren Profilseiten einrichten (bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass das suchradar das z. B. nicht hat).
  2. Portale müssen für die korrekte Verlinkung der Artikel auf die Profilseite sorgen.
  3. Portale müssen die die korrekte Verlinkung der Profilseite auf die eigene Website des Autors sorgen.

Meine Einschätzung

Das klingt schon nach einer großen Hürde. Das Konzept ist gut und sicherlich auch für viele Autoren (mich eingeschlossen) sehr interessant, weil es ein Win-Win ist:

  1. “Gute” Autoren erlangen potenziell mehr Sichtbarkeit im Netz (auch wenn es nach “the rich getting richer” riecht)
  2. “Gute” Autoren werden verstärkt von Portalen nachgefragt, wenn spürbar wird, dass es wirklich eine Ranking-Steigerung durch den AuthorRank gibt (was sich erst noch zeigen muss)

Aber wie gesagt: Die Implementierung erscheint mir hier die größte Hürde zu sein. Gutes Konzept, aber in der Praxis wohl mit zuviel Aufwand verbunden…

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.