Danke an Marcus von Searchmetrics für die Veröffentlichung von Websites, die vom Panda-Update, dass es jetzt auch im englischsprachigen Bereich (vor allem UK) gibt, betroffen sind.

Hier die Liste der Websites, die laut Searchmetrics den höchsten prozentualen Verlust haben:

  1. moneypage.com -99,94%
  2. pricedash.com -99,77%
  3. njobs.org.uk -99,70%
  4. voucherstar.co.uk -99,67%
  5. osoyou.com -99,64%
  6. zath.co.uk -99,60%
  7. shoppingvouchers.co.uk -99,55%
  8. discountshoppinguk.co.uk -99,26%
  9. just-food.com -99,25%
  10. webdevelopersnotes.com -98,94%

Da fällt zunächst auf, dass es sehr viel Coupon-/Voucher-Sites gibt. Per se sind das meistens Sites, die wenig Content haben und die viel aggregieren. Da finde ich es noch halbwegs verständlich, dass Google die großflächig entfernt hat.

Wenn man sich aber mal die Coupon-Site moneypage.com anschaut, muss man zweierlei sagen:

  1. Die Website rankt natürlich immer noch (z. B. Google UK #6 für “Tesco Discount Code” mit der Seite http://www.moneypage.com/tesco/). Das muss man immer bedenken: Die Sichtbarkeitsindizes werden immer auf der Basis von ein paar Millionen Suchbegriffen berechnet, aber der Long Tail findet darin meist nicht statt. Nur weil der Index also -99% nach unten geht, wird der SEO-Traffic nicht in gleichem Maße abnehmen.
  2. Es gibt mehr als genügend Seiten, die schlimmer aussehen und noch weniger Unique Content bieten als moneypage.com, aber dennoch besser ranken (z. B. http://www.myvouchercodes.co.uk/discounts/tesco.com). Der Algorithmus ist also weit von gut entfernt. Und hier entsteht dann natürlich auch eine seltsame Stimmung, wenn einige Websites durch Panda abgewertet werden, aber andere ähnliche Sites das ganze überlegen.

Hier kann man also wie gehabt diskutieren, ob das alles fair und ausgeglichen ist. Die Coupon-Sites, die es erwischt hat, sind oftmals “Cookie-Cutter”-Sites, die wenig eigenen Content bieten und insgesamt sehr textarm sind. Es hat aber auch diesmal wieder “Unschuldige” erwischt.

Interessant finde ich in der Top 10 nämlich zwei Sites:

  1. zath.co.uk – Hier kann ich auf den ersten Blick nicht erkennen, was an der Site so schlimm sein soll. Der Content dort ist nicht sonderlich unique, weil man viele Artikel auch auf anderen Plattformen zumindest partiell wiederfindet.
  2. just-food.com – Eigentlich auf den ersten Blick auch eine legitime Site. Die haben sicherlich viele Seiten nach Schema F, aber eben auch viele Inhalte. Einziges Problem könnte hier sein, dass es um Paid Content geht. Der Website-Betreiber hat “First Click Free” implementiert – nicht ganz fehlerfrei, wie ich finde. Vielleicht hat das die Abwertung ausgelöst?

Interessant finde ich in der Searchmetrics-Liste auch noch, dass dort einige Preisvergleiche (Idealo, Ciao, Dooyoo, …) und auch lokale Verzeichnisse (Qype, Cylex, …) auftauchen. Das lässt einiges für den deutschen Markt erwarten, wenn Panda auch hier live geht.

Aber – nochmal: Das Ganze hinterlässt einen sehr schalen Beigeschmack, wenn z. B. nur einige Preisvergleiche herabgestuft werden, während andere Preisvergleiche das Ganze unbeschadet überstehen. Dito für lokale Plattformen, Coupon-Sites, Artikelverzeichnisse und so weiter.

In jedem Fall kann man sagen, dass der Rollout des Updates in UK deutlich über das hinausgeht, was man vorher in den USA gesehen hat. Das meine ich bezogen auf die Arten von Websites, gegen die das Update vorgeht. Da ist es fast logisch, dass wir vom Panda-Update und nicht mehr vom Farmer-Update sprechen.

Ich werde am Sontag noch einen Artikel über das Update fürs nächste suchradar (Ausgabe 29) schreiben und es dort hoffentlich schaffen, den aktuellen Stand zufrieden stellend zusammenzufassen. Auch auf der SMX hatte ich immer noch den Eindruck, dass es viele Einzelmeinungen gibt, aus denen aber noch kein Gesamtbild entstanden ist. Mal schauen, was mir zu dem Thema so einfällt…

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.