Google goes Blekko – so kann man wohl die neue Chrome-Extension umreißen, die Google jetzt vorgestellt. Denn einen Link, um seltsame Inhalte als Spam zu markieren, gibt es bei der Newcomer-Suchmaschine Blekko schon seit einiger Zeit.

Die neue Extension kann man im Chrome Web Store runterladen (an dieser Stelle: Sprechende URLs sind mittlerweile Standard, nur nicht bei Google).

Und dann findet man in den Suchergebnissen einen Link, mit dem man Websites aus den Suchergebnissen rausnehmen kann:

Bild

Dabei werden die erstmal nur aus den eigenen Suchergebnissen entfernt, aber nicht automatisch bei allen anderen Google-Nutzern.

Aber: Das Tool sendet die Informationen an Google, damit diese dort analysiert werden. Im Blog-Post „New Chrome extension: block sites from Google’s web search results“ wird noch relativ offen gelassen, ob viele Block-Meldungen dann automatisiert zu einer Abwertung führen oder ob die Meldungen manuell geprüft werden:

[…] and we will study the resulting feedback and explore using it as a potential ranking signal for our search results.

Zumindest derzeit funktioniert das Feature nur bei Google.com, nicht bei Google.de, obwohl Google die Daten auch für Deutschland nutzen möchte:

This is an early test, but the extension is available in English, French, German, Italian, Portuguese, Russian, Spanish and Turkish.

Leider kann man die Block-Informationen derzeit nicht einsehen. Auch ist wohl allen Beteiligten klar, dass ein derartiger Mechanismus natürlich auch missbraucht werden kann. Wenn es die Netzgemeinde schafft, einen Uralt-Hit auf Platz 1 der UK-Charts zu hieven, was hält die Gemeinde dann noch davon ab, die Websites von Justin Bieber und Bill Kaulitz aus dem Index zu katapultieren?

Und was macht Google nun mit den Daten?

Noch bedenkenswerter finde ich allerdings die Motivation hinter dieser Aktion:

We’ve been exploring different algorithms to detect content farms, which are sites with shallow or low-quality content.

Es geht hier gar nicht primär um Spam, sondern auch um Content-Farmen. Also um Websites, die vielleicht nicht die höchstwertigen Inhalte bereitstellen, aber mit ihren Maßnahmen immerhin nicht gegen Suchmaschinenrichtlinien verstoßen.

Das finde ich schon grenzwertig. Ich bin auch kein extremer Freund von EHow.com & Co., aber ich denke nicht, dass Google diesen Kampf auf dem Rücken der Nutzer austragen sollte.

Die Argumentation von Google ist schon klar: Wenn viele Nutzer eine Website blocken, kann diese ja so gut gar nicht sein. Aber was sagt es denn aus, wenn 1% aller Nutzer eine Website blocken? Fanden die anderen 99% die Site toll? Oder war es denen einfach egal?

Da hat Google schon ein erhebliches Problem vor sich. Die ganze Welt ist von der Google-Suche abhängig. Und wer entscheidet dann eigentlich, wer rein darf und wer nicht? Wer gegen Richtlinien verstößt (Hidden Text, …), soll raus. Aber was ist mit Inhalten wie sie auf EHow zu finden sind?

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.