Massenhafte Paid Links by J.C. Penney: Warum man keine Links kaufen sollte

Montag 14. Februar 2011 von Markus

Bloggergate, der große Linkkauf-Skandal, ist gerade so hinter uns, da geht es auch schon weiter mit schlechten Nachrichten in Sachen Verlinkung.

Da hat die NYTimes.com einen tollen Artikel über J.C. Penney geschrieben, in denen sie sich mal die Backlinks der Website www.jcpenney.com angeschaut haben: “The Dirty Little Secrets of Search“.

Da waren dann hundertfach Links dabei, die da nicht sein sollten – zumindest, wenn man sich an die Google-Richtlinien halten würde. Und Google hat’s leider auch gelesen bzw. wurde vom NYT-Autor um einen Kommentar gebeten. Und da hat man sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und die Website direkt abgestraft.

Die Website www.jcpenney.com ist derzeit vor allem für ihren Markennamen zu finden. Aber die vielen anderen tollen Rankings sind allesamt weg.

Die ganze Geschichte kann man gut bei SEL nachlesen: “New York Times Exposes J.C. Penney Link Scheme That Causes Plummeting Rankings in Google“.

Interessant ist dort auf jeden Fall der Kommentar on J.C. Penney:

J.C. Penney, when contacted by the New York Times, said that they didn’t know anything about the links and promptly fired their SEO firm, SearchDex.

Bei solchen Sachen gibt es ja immer verschiedene Möglichkeiten:

  1. Die Agentur hat eigenmächtig gehandelt, ohne dass der Kunde das wusste. Da stellt sich dann die Frage der Vertragsgestaltung und der Haftung
  2. Der Kunde hat gewusst, was die Agentur gemacht hat, aber es toleriert. Das passiert meiner Meinung nach sehr oft, nach dem Motto “solange die Rankings stimmen, fragen wir nicht, wo die her kommen”.
  3. Die Agentur hat das gar nicht selbst gemacht, sondern jemand beim Kunden. Auch das habe ich schon erlebt. Der Kunde hört von einer tollen Taktik oder möchte selber den Linkaufbau etwas beschleunigen. Und das geht dann in die Hose und die Agentur hat den schwarzen Peter.

Ich prophezeihe mal, dass immer mehr Kunden die Aktionen ihrer Agenturen hinterfragen werden, weil die Gefahr immer publiker und akuter wird, dass man für nicht konformen Linkaufbau abgestraft wird.

Wenn Unternehmen ihren Agenturen aber Fesseln anlegen, muss ihnen auch klar gemacht werden, dass es sehr wenig Linkaufbau-Strategien gibt, bei denen es Links mit den Ankertext “kredit ohne schufa” gibt. Und dass “koscherer” Linkaufbau eben auch den Preis hat, dass er oftmals den unsauberen Maßnahmen unterlegen ist. Aber vielleicht steigert das ja den Bedarf nach Konkurrenz-Audits?


Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion und Chefredakteur des Magazins suchradar.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 14. Februar 2011 um 15:45 und abgelegt unter Linkbuilding. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

3 Kommentare über “Massenhafte Paid Links by J.C. Penney: Warum man keine Links kaufen sollte”

  1. Tadeusz SzewczykNo Gravatar schrieb:

    “Die Agentur hat eigenmächtig gehandelt, ohne dass der Kunde das wusste.” Diese Mein Name ist Hase Taktik glaube ich einfach nicht. Ein gigantischer Konzern betrügt wo er nur dann und dann ist natürlich der böse SEO Anbieter Schuld?

    Die standen seit Monaten auf Platz 1 bei allen erdenklichen Stichworten und sie wollen nicht gewusst haben warum? Humbug.

    Der Sündenbock SEO hat ausgedient. Jeder Idiot kann einen Backlink-Checker benutzen, dann sicher auch eine/r in der IT-Abteilung mit Dutzenden oder Hunderten von Mitarbeitern.

    Google selbst zeigt in Google Webmaster Tools alle Links an. Wer da nicht hereinschaut ist entweder ein Komplize oder völlig unfähig.

  2. MarkusNo Gravatar schrieb:

    Danke für Deine Meinung.

    Ich sag ja auch nur, dass es eine Möglichkeit ist. Und ich habe das gar nicht unbedingt auf JCP sehen, sondern eher auf alle Agentur-Kunden-Beziehungen. Die meisten Kunden wissen doch null, was ihre SEO-Agenturen machen. Und dann wundert’s mich wirklich nicht, wenn man dann einiges erstaunt ist, dass man abgestraft wird.

  3. Rob McKennaNo Gravatar schrieb:

    Ich nehme mal an, die Wahrheit wird irgendwo so zwischen 1 und 2 liegen. Natürlich wollen die jetzt natürlich von überhaupt nichts wissen. Die waren da natürlich etwas naiv bei der Wahl ihrer Agentur. Ich weiß ja nicht wie lange die JCP bereits als Kunden haben. Aber eine Agentur auf deren Seite der Newsbereich schon vier Jahre alt ist, wäre mir generell suspekt. Witzigerweise hat die SEO-Agentur mal kurzerhand ihr Portfolio vom Netz genommen.

    Andererseits greift man nur deshalb auf eine Agentur zurück, weil einem Know-how und/oder manpower fehlt. Logischerweise wissen somit die meisten Kunden auch nicht was ihre Agenturen “treiben”. Viele werden nicht mal wissen, dass es sowas wie Abstrafung überhaupt gibt.

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