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Produktsuche-Bewertungen erscheinen jetzt auch in den AdWords

4. November 2010 | Von in SEM | 6 Kommentare

So ganz flächendeckend scheint es noch nicht zu sein, aber die Sichtungen mehren sich: Google zeigt auch in Deutschland die Produktsuche-Bewertungen in den AdWords an (so genannte Seller Rating Extensions).

So sieht’s dann aus:

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Oder so:

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Bei der Versandapo.de freut’s mich, weil das unser Werk ist. Ich hoffe auch, dass die Bewertungen dem Listing nochmal einen gewissen Schub geben.

Die Erfolgsfaktoren für Seller Rating Extensions nochmal in aller Kürze (hier mehr):

  • Mind. 30 Bewertungen
  • Durchschnittswertung 4,0 oder höher

Wir haben in den letzten Wochen viel mit den ganz Bewertungsdiensten rumprobiert. Bisschen frustiert bin ich schon, weil Google Bewertungen mal übernimmt, mal nicht. Ich scheue mich daher noch, eine allgemeingültige Empfehlung auszusprechen – außer, dass man seine Bewertungen auf möglichst viele, von Google anerkannte Dienste streuen sollte. So kann man seine Abhängigkeit von einer Quelle verringern und zugleich die Bewertung organischer aussehen lassen.

Rich Snippets mit Preisangaben für Online-Shops: Spannend, aber rechtlich nicht unbedenklich

4. November 2010 | Von in SEO, Sonstiges | Keine Kommentare

An dieser Stelle möchte ich auf eine aktuelle Entwicklung hinweisen, auf die mich der Google-Post “Rich snippets for shopping sites” aufmerksam gemacht hat. Google hat wieder eine Neuerung bei den Rich Snippets eingeführt – wie üblich erstmal nur in den USA.

Am besten sieht man die Neuerung wohl derzeit bei Amazon:

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Dass die Bewertungen in das Rich Snippet übernommen werden, ist alt. Neu ist aber die Anzeige des Preises und auch der Verfügbarkeit (“in stock”).

Die Daten entstammen entweder dem Markup (z. B. nach diesen Regeln) oder aus dem Produktsuche-Feed. Der Produktsuche-Feed ist natürlich hier das bessere Mittel, weil a) man den sowieso haben sollte und b) die Daten dann einfach aktueller sind.

Wer das interessant findet, sollte sich den Blog-Post von Google einfach mal anschauen. Aber: Es dauert ohnehin noch, bis das nach Deutschland kommt. Rich Snippets werden immer noch so stiefmütterlich unterstützt, dass man die in Deutschland noch gar nicht so recht wahrnimmt. (Wir arbeiten übrigens gerade an einem “Rich Snippet Watch”, um hier die Veränderungen in Deutschland aufzeigen zu können)

Noch viel wichtiger finde ich aber die rechtlichen Konsequenzen. Ich habe da mal unseren “Chefjustiziar” Martin Schirmbacher (@mschirmbacher) von HÄRTING Rechtsanwälte gefragt:

Die Einblendung von Preisen in die Google-Ergebnisse ist rechtlich problematisch. Wird gegenüber deutschen Verbrauchern mit Preisen geworben, müssen das Endpreise sein und angegeben werden, dass die Mehrwertsteuer enthalten ist. Außerdem muss sich aus der Preisangabe ergeben, ob und ggf. in welcher Höhe Versandkosten anfallen. Dies hat der BGH gerade wieder entschieden (http://www.haerting.de/de/3_lawraw/aktuell/index.php?we_objectID=1706).

Ob die strengen Anforderungen an die Aktualität der Preise in Spezialsuchmaschinen auch für Googles Suche übertragbar sind, lässt sich bisher nicht sicher vorhersagen. Der BGH hat in seinen Entscheidungen darauf abgestellt, dass bei einer Preissuche es gerade auf die niedrigen Preise ankomme und bei der Suche nach einem konkreten Produkt der Preis das wesentliche Kaufkriterium sei. Hier bestehen gegenüber einer Standardsuche durchaus Unterschiede.

Das ist natürlich das recht typische “Kommt drauf an”, aber so ist es eben leider: Im Zweifel wird das dann eben vor Gericht ausgefochten. Ich weiß also nicht, ob ich unseren Kunden derzeit raten würde, das einzubauen.

Änderungen bei lokalen Google-Suche: Was ändert sich, wie kann man davon profitieren?

1. November 2010 | Von in Local Search, SEO | 7 Kommentare

Bei der lokalen Google-Suche hat sich vor einigen Tagen viel geändert. Und das ist definitiv einen genaueren Blick wert.

Was ist passiert?

Google hat die alte Darstellung bei lokalen Suchanfragen geändert. “Früher” gab es oftmals oberhalb der zehn organischen Listings entweder 7 (7-Pack) oder 3 (3-Pack) lokale Ergebnisse, die aus Google Places stammen.

Jetzt werden diese vermischt, so dass es aber auf Suchergebnisseite auch mehr als zehn Ergebnisse geben kann. Wer also z. B. nach “plastisch ästhetische chirurgie köln” sucht, sieht dort u.a. die folgenden Ergebnisse:

2010-11-01 09h45 00

Die ersten beiden Ergebnisse sind dabei organische Listings, die nicht aus Google Place stammen. Danach folgen sieben Ergebnisse aus Google Places, gefolgt von nochmal fünf organischen Listings.

Die Places-Ergebnisse profitieren dabei von einer optisch ansprechenden Einbindung, solange man nicht – wie beim Listing D – vergessen hat, dem Listing auch ein Bild zu spendieren.

Reihenfolge

Die Reihenfolge der Listing-Arten muss aber nicht immer so sein wie beim Beispiel oben. Bei der Suche nach “trauringer düsseldorf” kommt z. B. zuerst ein lokales Ergebnis, dann zwei organische, dann sechs lokale, dann noch fünf organische:

2010-11-01 09h58 46

Die genaue Logik verstehe ich hier noch nicht. Ich kann hier nur annehmen, dass die Website trauringwelt.de sowohl organisch als auch via Google Places ganz oben steht und dass Google dieses Listing deswegen von den anderen trennt.

Einzelergebnisse

Geblieben ist eigentlich nur das lokale Einzelergebnis, wenn es zu einer Suchanfrage einen Best Match gibt, z. B. wenn man nach einer konkreten Firma sucht:

2010-11-01 09h50 16

Wer verliert eigentlich? Und wer gewinnt?

Wie üblich bei derartigen Veränderungen frage ich mich natürlich, wem das nützt: Verlieren die Listings, die früher im 7-Pack waren, an Klicks? Oder gewinnen sie hinzu? Und wie ist das mit den Websites, die früher nicht im 7-Pack waren?

Ich denke, dass das schon vom Einzelfall abhängt, aber den folgenden Fall finde ich ganz interessant: www.notar-dr-esser.de ist auf Platz drei, während zwei Verzeichnisse noch vor ihm sind. Aber: Dr. Esser hat einfach ein besseres Suchergebnis mit lokaler Adresse, Rufnummer, Fähnchen, Bewertung und einem Profil-Link.

2010-11-01 09h34 40

Ich persönlich würde in diesem wahrscheinlich die ersten beiden Listings links liegen lassen und direkt auf Dr. Esser klicken. Aber ob das auch der “Normalnutzer” so sehen wird, ist fraglich.

Optimierung der Bildsprache

In jedem Fall sieht man bei den plastischen Chirurgen, dass es hilft, dem Listing ein Bild zu spendieren, weil es das Listing optisch einfach noch attraktiver macht. Das Bild wird zwar relativ klein (ca. 80 Pixel Breite) angezeigt, aber je nach Branche kann man hier sicherlich einiges optimieren.

Wenn Sie nach einer Backware suchen: Auf welches der beiden Listings würden Sie klicken?

2010-11-01 09h55 04

Viele der Listings, die ich mir eben angeschaut habe, verfügen über gar kein Bild. Gerade wenn es um emotionale Aspekte geht (“hochzeitstorte berlin”) fehlen da einfach oft Bilder. Vielleicht erwächst hier also eine ganz neue Disziplin der Optimierung.

Recommended Reading

Andrew Shotland hat bei SEL eine sehr gute Übersicht über recht unterschiedliche Meinungen (allesamt nicht aus Deutschland) zusammengetragen:

Google Place Search Winners, Losers & WhoKnowsers

Der offizielle Blog-Post von Google:

Place Search: a faster, easier way to find local information

Schlussfolgerungen

Wie bei allen Änderungen bin ich mir erstmal nicht sicher, ob ich es so besser finde. An das 7-Pack hatte ich mich gewöhnt. Aber “the show must go on” und ich hoffe, dass Google über diese Änderung gut nachgedacht hat.

In jedem Fall kann ich mir vorstellen, dass Verzeichnisse leichte Traffic-Einbußen haben werden, weil die neue Einbindung den Ergebnissen aus Google Places einfach mehr Raum in den Suchergebnissen gibt.

Nach wie vor finde ich es auch wichtig, dass der Spam aus Google Places entfernt wird. Ich bringe an dieser Stelle kein konkretes Beispiel, aber es gibt z. B. ein Anwaltsportal, das mit einem Places-Eintrag erstaunlich gut rankt, ohne wirklich ein “Place” zu sein. Die Tatsache, dass es keine einfache Möglichkeit gibt, einen Eintrag als illegitim zu markieren und von Google überprüfen zu lassen, ist schon beschämend für einen Suchmaschinen-Primus. Sorry, aber so spamen sich nach wie vor Einträge nach vorne.

Das neue Update bringt aber auch – wie schon oben beschrieben – neue Potenziale, vor allem durch die Optimierung der Bilder. Ich glaube auch, dass es sinnvoll ist, sowohl das organische Listing zu optimieren als auch an seinem Place-Profil zu schrauben. So sendet man hoffentlich ein weiteres Zeichen an Google und zementiert seinen Status als “Lokalheld”.