Bei der lokalen Google-Suche hat sich vor einigen Tagen viel geändert. Und das ist definitiv einen genaueren Blick wert.

Was ist passiert?

Google hat die alte Darstellung bei lokalen Suchanfragen geändert. „Früher“ gab es oftmals oberhalb der zehn organischen Listings entweder 7 (7-Pack) oder 3 (3-Pack) lokale Ergebnisse, die aus Google Places stammen.

Jetzt werden diese vermischt, so dass es aber auf Suchergebnisseite auch mehr als zehn Ergebnisse geben kann. Wer also z. B. nach „plastisch ästhetische chirurgie köln“ sucht, sieht dort u.a. die folgenden Ergebnisse:

2010-11-01 09h45 00

Die ersten beiden Ergebnisse sind dabei organische Listings, die nicht aus Google Place stammen. Danach folgen sieben Ergebnisse aus Google Places, gefolgt von nochmal fünf organischen Listings.

Die Places-Ergebnisse profitieren dabei von einer optisch ansprechenden Einbindung, solange man nicht – wie beim Listing D – vergessen hat, dem Listing auch ein Bild zu spendieren.

Reihenfolge

Die Reihenfolge der Listing-Arten muss aber nicht immer so sein wie beim Beispiel oben. Bei der Suche nach „trauringer düsseldorf“ kommt z. B. zuerst ein lokales Ergebnis, dann zwei organische, dann sechs lokale, dann noch fünf organische:

2010-11-01 09h58 46

Die genaue Logik verstehe ich hier noch nicht. Ich kann hier nur annehmen, dass die Website trauringwelt.de sowohl organisch als auch via Google Places ganz oben steht und dass Google dieses Listing deswegen von den anderen trennt.

Einzelergebnisse

Geblieben ist eigentlich nur das lokale Einzelergebnis, wenn es zu einer Suchanfrage einen Best Match gibt, z. B. wenn man nach einer konkreten Firma sucht:

2010-11-01 09h50 16

Wer verliert eigentlich? Und wer gewinnt?

Wie üblich bei derartigen Veränderungen frage ich mich natürlich, wem das nützt: Verlieren die Listings, die früher im 7-Pack waren, an Klicks? Oder gewinnen sie hinzu? Und wie ist das mit den Websites, die früher nicht im 7-Pack waren?

Ich denke, dass das schon vom Einzelfall abhängt, aber den folgenden Fall finde ich ganz interessant: www.notar-dr-esser.de ist auf Platz drei, während zwei Verzeichnisse noch vor ihm sind. Aber: Dr. Esser hat einfach ein besseres Suchergebnis mit lokaler Adresse, Rufnummer, Fähnchen, Bewertung und einem Profil-Link.

2010-11-01 09h34 40

Ich persönlich würde in diesem wahrscheinlich die ersten beiden Listings links liegen lassen und direkt auf Dr. Esser klicken. Aber ob das auch der „Normalnutzer“ so sehen wird, ist fraglich.

Optimierung der Bildsprache

In jedem Fall sieht man bei den plastischen Chirurgen, dass es hilft, dem Listing ein Bild zu spendieren, weil es das Listing optisch einfach noch attraktiver macht. Das Bild wird zwar relativ klein (ca. 80 Pixel Breite) angezeigt, aber je nach Branche kann man hier sicherlich einiges optimieren.

Wenn Sie nach einer Backware suchen: Auf welches der beiden Listings würden Sie klicken?

2010-11-01 09h55 04

Viele der Listings, die ich mir eben angeschaut habe, verfügen über gar kein Bild. Gerade wenn es um emotionale Aspekte geht („hochzeitstorte berlin“) fehlen da einfach oft Bilder. Vielleicht erwächst hier also eine ganz neue Disziplin der Optimierung.

Recommended Reading

Andrew Shotland hat bei SEL eine sehr gute Übersicht über recht unterschiedliche Meinungen (allesamt nicht aus Deutschland) zusammengetragen:

Google Place Search Winners, Losers & WhoKnowsers

Der offizielle Blog-Post von Google:

Place Search: a faster, easier way to find local information

Schlussfolgerungen

Wie bei allen Änderungen bin ich mir erstmal nicht sicher, ob ich es so besser finde. An das 7-Pack hatte ich mich gewöhnt. Aber „the show must go on“ und ich hoffe, dass Google über diese Änderung gut nachgedacht hat.

In jedem Fall kann ich mir vorstellen, dass Verzeichnisse leichte Traffic-Einbußen haben werden, weil die neue Einbindung den Ergebnissen aus Google Places einfach mehr Raum in den Suchergebnissen gibt.

Nach wie vor finde ich es auch wichtig, dass der Spam aus Google Places entfernt wird. Ich bringe an dieser Stelle kein konkretes Beispiel, aber es gibt z. B. ein Anwaltsportal, das mit einem Places-Eintrag erstaunlich gut rankt, ohne wirklich ein „Place“ zu sein. Die Tatsache, dass es keine einfache Möglichkeit gibt, einen Eintrag als illegitim zu markieren und von Google überprüfen zu lassen, ist schon beschämend für einen Suchmaschinen-Primus. Sorry, aber so spamen sich nach wie vor Einträge nach vorne.

Das neue Update bringt aber auch – wie schon oben beschrieben – neue Potenziale, vor allem durch die Optimierung der Bilder. Ich glaube auch, dass es sinnvoll ist, sowohl das organische Listing zu optimieren als auch an seinem Place-Profil zu schrauben. So sendet man hoffentlich ein weiteres Zeichen an Google und zementiert seinen Status als „Lokalheld“.

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.