Wer bei Google.com (nicht Google.de) sucht, findet seit einigen Tagen dort manchmal auch Ratings der Shops. Hier ein Beispiel:

Bild

Hier werden die Shops Zalando.de, Shoes.com und Nordstrom.com jeweils mit Sternchen versehen. Der “rated”-Link zeigt dabei auf die Rating-Seite aus der Google Produktsuche – dieselbe Seite, die man in der Google Produktsuche auch erreicht, wenn man dort auf die Sternchen klickt:

Bild

Google hat die AdWords-Erweiterung Seller Rating Extensions getauft. In Deutschland gibt es das derzeit noch nicht. Wenn man dort AdWords von Zalando sucht, gibt es dort keine Sternchen – bei der Suche in Google.com (siehe oben) aber schon.

Woher kommen die Bewertungen?

Darüber haben wir schon mal was geschrieben. Die Bewertungen stammen von externen Plattformen, z.B. Trusted Shops.

Interessant ist dabei, dass Google nur Bewertungen zu übernehmen scheint, die auch einen Text haben. Auch scheint Google keine Bewertungen zu importieren, die älter als Februar 2010 sind.

Es gibt auch gewisse Mindestanforderungen, damit Google das Rating anzeigt: Ein Shop muss mindestens ein Rating von 4.0 haben und zudem über 30 Bewertungen verfügen (wie gesagt: Es zählen nur textliche Bewertungen).

Was empfehlen wir?

Seller Rating Extensions finde ich spannend, weil man damit wahrscheinlich einen gewissen Vorteil gegenüber anderen Werbetreibenden erlangen kann. Wer Sternchen hat, dürfte wohl auch auf einer niedrigeren Positionen attraktiver werden und damit eine höhere Click-Rate und in der Folge auch einen besseren Quality Score bekommen.

Grundsätzlich würde ich daher das Folgende empfehlen:

  1. Wer seine Shop-Kunden noch nicht dazu motiviert, Bewertungen für den Shop abzugeben, sollte das ändern.
  2. Wer Bewertungen abgeben lässt, sollte dazu Plattformen nutzen, die Google auch honoriert.
  3. Bewertungen sollten auch einen Text haben. Shop-Betreiber sollten also jeden Einfluss ausüben, den sie haben, damit Kunden eben auch einen Text schreiben.
  4. Das Review Management ist wichtiger denn je. Man sollte sich also gezielt um negative Bewertungen kümmern.
  5. Prinzipiell hat jeder Shop-Betreiber ja ein Interesse an möglichst positiven Bewertungen. Da die meisten Bewertungen auf dem Wege zustandekommen, dass Kunden nach Bestellung und Erhalt der Ware ein Link zum Bewerten zugeschickt wird, kann man hier ja durchaus selektiv vorgehen. So könnte man z.B. den Link nur an Kunden schicken, an die die Ware auch am Tag der Bestellung rausgegangen ist. So wird man tendenziell weniger Bewertungen generieren, in denen sich Kunden über Lieferverzögerungen beschweren.
  6. Und schlussendlich ist das natürlich eine Motivation, sich mit den (zu Recht ergangenen) Kritikpunkten auseinanderzusetzen. Manchmal tut’s ja schon ein Päckchen Gummibärchen im Paket (aber bitte nur helal-/halal-konforme, wenn man an muslimische Kunden schickt).

Ich weiß nicht, wann das Feature auch bei Google.de verfügbar sein wird. Aber so bleibt einem wenigstens Zeit, sich darauf vorzubereiten. (Unsere Kunden sind seit gestern jedenfalls richtig fleißig…)

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEM und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.