Auch wenn es von vielen Kollegen bissige Kommentare auf das neue Google-Interface gab („Google sieht jetzt endlich aus wie Bing“), finde ich doch, dass das neue Interface Vorteile für Unternehmen – und vor allem für Online-Shops – bietet. Im Kern hat sich ja nichts geändert: Wenn ich nach einer Produktkategorie oder einem konkreten Produkte suche, sehe ich nicht nur die altbekannten zehn organischen Ergebnisse („ten blue links“), sondern auch das, was man „Universal Search“ oder „Blended Search“ nennt:

Bild

Eine Website wie www.tableware24.com erhält durch die One Box „Shopping-Ergebnisse für …“ zusätzliche relevante Reichweite. Jetzt gibt es aber eben auch links den Filter „Shopping“, der dann ebenfalls in die Shopping-Ergebnisse weiterleitet:

Bild

Die Chance, dass ein Google-Nutzer also die Produktsuche betritt, ist so insgesamt deutlich höher. Der Link zur Produktsuche war vorher recht brav oben versteckt. Mit der neuen Einbindung liegt der Link aber endlich mehr im Fokus der Nutzer – und damit dürften auch mehr Nutzer draufklicken.

Gerade die Google Produktsuche wird also für Online-Shops noch wichtiger werden als sie es ohnehin schon ist.

Noch mehr zur neuen Suchoberfläche

Interessant sind natürlich auch die anderen Filter, von denen jeweils nur die angezeigt werden, die auch jeweils sinnvoll ist. Wenn ich also nach „porzellan thomas loft weiß“ suche, erhalte ich erstmal keinen Link auf die Video-Ergebnisse (den kann ich natürlich trotzdem über Klick auf „Mehr“ bekommen). Insgesamt ist das sehr intuitiv und funktioniert in der Regel sehr gut.

Der einzige Filter, der aus der Reihe tanzt, ist übrigens „Maps“. Bei allen anderen Filtern sehe ich in der linken Navigation immer die Liste mit Filtern. Nur bei Google Maps verliere ich diese. Hier sollte Google dringend nachbessern – auch, wenn das sicherlich nicht einfach wird.

Spannend ist übrigens auch die Option „Websites mit Bildern“. Während bei den benachbarten Optionen wie „Mehr Text“ so ist, dass sich das Ranking nicht ändert, passiert das bei „Websites mit Bildern“ schon. Beispiel:

Bild

Bei der normalen Darstellung findet man die Seite http://www.tableware24.com/Porzellan/Thomas/Loft/Loft-Weiss/ auf dem ersten Platz, während man sie mit dieser Option erst auf dem vierten Platz findet. Es gibt auch andere Suchanfragen wie „villeroy und boch fliesen“, bei denen die Unterschiede viel dramatischer sind.

Es handelt sich hierbei also nicht nur um eine geänderte Darstellung. Vielmehr werden eben bevorzugt Seiten mit vielen guten Bildern nach oben gespült. Ein durchaus spannendes Feature, das aber wohl kaum Relevanz in Bezug auf SEO haben wird – aber vielleicht eben doch Unternehmen motiviert, noch mehr als bisher über die Optimierung für die Bildersuche nachzudenken.

Unser nächstes Webinar: Google Search Console leicht gemacht

Wer bei Suchmaschinen die Nase vorne haben möchte, kommt selten ohne Suchmaschinen-Optimierung aus. Dabei spielt Googles Search Console (die ehemaligen Webmaster Tools) eine nicht unerhebliche Rolle, denn nur hier gibt der Suchriese Informationen preis, die an anderen Stellen schmerzlich vermisst werden.

Unser SEO-Berater Maik Bruns erklärt am 28. Oktober 2016 (10-11 Uhr), wie man die Google Search Console richtig benutzt und von ihren Möglichkeiten profitiert.

Jetzt kostenlos anmelden:
Google Search Console leicht gemacht

About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.