Archiv für Mai, 2010

Google Produktsuche: Review-Plattformen für Online-Shops

Montag 31. Mai 2010 von Maik

Für Unternehmen mit Online-Shops ist es nicht nur wichtig, einfach “Produkte zu verkaufen”, sondern auch ein entsprechend gutes Image zu pflegen, um Kaufanreiz im Shop zu fördern. Und speziell in Zeiten der Google Produktsuche (Shopping), Rich Snippets und dem lokalen Aspekt bei Google Maps wird es letztlich immer wichtiger, das im Internet eine (eben möglichst positive) Meinung zu dem Shop herrscht. Zur Meinungsbildung gibt es mittlerweile verschiedene Portale, die es Kunden, zum Beispiel nach dem Kauf, ermöglichen, gelistete Shops zu bewerten bzw. sich dort aufgeführte Bewertungen anzuschauen.

Mit den Produktergebnissen bei Google werden auch Bewertungen des Shops mit eingeblendet.

Auf einige dieser Portale greift auch die Google Produktsuche zurück, um die Bewertung einzelner Shops in der Produktsuche vorzunehmen (siehe Abbildung 1). Und da die Anzahl und Qualität der Bewertungen auch in anderen Google Suchdiensten durchaus Einfluss auf die Platzierung in den Suchergebnissen haben, wollten wir wissen, welche externen Plattformen für die Bewertung von Shops innerhalb des Google Angebotes herangezogen werden – denn bei der Suchmaschine selbst sind aktuell (noch) keine Bewertungen möglich. Die Suche nach den Bewertungsplattformen hat dabei eines unserer hierfür entwickelten Tools übernommen.

Die Bewertungsplattformen sind im Folgenden aufgelistet. Wir haben dabei unterschieden in kostenlose und kostenpflichtige sowie reine Preissuchmaschinen, die keine Möglichkeit bieten, den eigentlichen Shop zu bewerten.

Kostenlose Möglichkeiten

Wenn ich einen Online-Shop besitze, bin ich natürlich zunächst daran interessiert, mich kostenlos bewerten zu lassen. Vor allem, wenn Google bei der Shop-Bewertung eben auch auf diese kostenlos nutzbaren Portale zurückgreift.
Folgende Portale bieten die Möglichkeit, sich kostenlos als Shop eintragen und bewerten zu lassen:

Die Voraussetzungen zur Teilnahme sind oft erfreulich harmlos. Bei shopvote.de beispielsweise gelten u. a. folgende Bedingungen:

  • Der Bewerber muss selbst Inhaber der Webseite sein.
  • Die Webseite muss dem Kunden die Möglichkeit geben, auf dieser etwas kaufen zu können. Webseiten, die nur auf Shops Dritter verlinken sind ausgeschlossen.
  • Auf der Webseite müssen mindestens ein Impressum und AGB für den Kunden vorhanden sein.

Für vernünftige Shops kein Problem.

Auch bei Cheap Charlie liegt die Messlatte nicht besonders hoch. Der Shop-Betreiber muss als Merchant bei einem der deutschen Affiliate-Netzwerke aktiv sein. Auch machbar, aber längst nicht jeder Shop möchte das.

Wie geht denn das? Das Beispiel 11880.com

Am Beispiel von 11880.com sieht man auch, wie einfach eine Anmeldung teilweise möglich ist. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Einen bereits vorhandenen Eintrag für sich beanspruchen (“claimen”)
  2. Einen neuen Eintrag anlegen

Dabei ist es natürlich wie so oft: Nicht den zweiten vor dem ersten Schritt tun.
Einen bereits vorhandenen Eintrag kann man schnell bearbeiten. Über die Suchfunktion der Seite kann man schnell herausfinden, ob der eigene Shop im Verzeichnis aufgeführt ist. Ist er gefunden, kann man mit einem Klick auf “Ihre Firma?”(siehe Abbildung 2) und dem nachfolgenden Dialog die eigenen Daten schnell eingeben. Nach der Eingabe aller benötigten Informationen wird man noch darauf hingewiesen, dass in den nächsten Tagen ein Anruf von 11880 erfolgt, um die Daten zu verifizieren. Danach ist man innerhalb von ca. 8 Tagen mit aktualisierten Daten im Netz.

Abbildung 2 Bei 11880.com lässt sich ein bereits vorhandener Eintrag schnell claimen

Auch ein neuer und kostenloser Basiseintrag bei 11880 ist schnell gemacht. Nach Klick auf das Feld “Ihre Firma eintragen” (siehe Abbildung 3)Abbildun 3: Schnell die eigene Firma eintragen kann ein Shopbesitzer wie bei einem bestehenden Eintrag die Daten editieren. In den darauffolgenden Tagen erfolgt der obligatorische Anruf eines Mitarbeiters des Portals und danach die Freischaltung. Alles innerhalb von ca. 1 Woche, wie es auf der Website heißt.

Im Anschluss muss man seine Kunden “nur” noch auf die Bewertungsseite im Netz aufmerksam machen. So etwas lässt sich etwa über einen Grafik-Button, einen Hinweis im E-Mail-Newsletter oder viele andere Möglichkeiten verwirklichen.

Wie geht denn das (Teil 2)? Das Beispiel Trusted Shops

Als zweites Beispiel lässt sich hier auch das Trusted-Shop-System erklären. Dort muss sich der Shopbetreiber in der – für ein Jahr – kostenlosen Variante zwar mit weniger Features als die zahlende Kundschaft zufriedengeben, Bewertungen durch Kunden können aber trotzdem vorgenommen werden. Und darauf kommt’s an.

Die Anmeldung ist auch hier mit wenigen Eingaben gemacht. Nach der Eingabe bekommt man das bekannte Widget (siehe Abbildung 4)Abbildung 4: Das bekannte Trusted-Shops-Widget, das auf der Shopseite integriert werden muss und Kundenbewertungen anzeigt. Dann kann’s los gehen.

Kostenpflichtige Angebote und Preissuchmaschinen

Es gibt auch viele kostenpflichtige Dienste (vor allem Preissuchmaschinen), deren Bewertungen Google ebenfalls übernimmt. Die allermeisten arbeiten dabei auf Basis des Cost per Click (CPC).

Folgende kostenpflichtige Portale zieht Google für die Shopbewertung in Betracht.

Zu den einzelnen Preismodellen der Portale muss sich der Shop-Betreiber auf der jeweiligen Website informieren. Oft ist es dabei leider so, dass wenige greifbare Informationen zu holen sind. Die Anbieter lehnen sich hier selten aus dem Fenster, sondern wollen “individuelle Angebote” an den Mann bringen.

Unsere Empfehlung

Wer als Online-Shop bisher noch keine oder zu wenige Bewertungen hat, sollte sich die oben genannten Möglichkeiten – speziell die kostenlosen – einmal genauer anschauen und dafür sorgen, dass Kunden hier Bewertungen abgeben können. Dabei kann man sich der Einfachheit halber auf nur einen Bewertungsdienst stürzen. Schöner und in den Augen der größten Suchmaschine auch “organischer” ist es aber sicherlich, wenn sich ein Shop auf verschiedenen Bewertungsplattformen wiederfindet. Speziell wenn die Anzahl der Bewertungen zunimmt.

Unsere Empfehlung ist, sich auf jeden Fall eine der oben genannten Möglichkeiten zu sichern, um in den Google Shopping-Bewertungen berücksichtigt zu werden. Denn das ist nicht nur optisch hübscher, sondern kann sich auch auf das Ranking auswirken. Welcher Möglichkeit man sich anschließt, ist Frage der eigenen Vorlieben und natürlich auch des Geldbeutels. Die kostenlosen müssen dabei nicht schlechter sein als die kostenpflichtigen.

Kategorie: SEO | 8 Kommentare »

AdWords Twitter Templates

Montag 17. Mai 2010 von Martin

Wer seinen Twitter-Account bewerben möchte, um mehr Follower zu generieren, kann das nun auch über Google AdWords tun. Dazu hat Google beim Agency Summit Twitter-Templates für den Display Ad Builder vorgestellt.

AdWords-Twitter-Template

Anders als das Bild suggeriert, sind die Twitter-Templates aber noch nicht im Display Ad Builder verfügbar. Wer eine solche Anzeige einrichten will, muss sich deshalb erst mal an seinen Ansprechpartner bei Google wenden.

AdWords-Twitter-Ad

Die Anzeigen erscheinen dann wie ganz normale Display-Anzeigen im Content-Netzwerk. Enthalten sind jeweils aktuelle Tweets des verknüpften Accounts. Ein Klick auf die Anzeige führt zur entsprechenden Twitter-Seite.

Ob und wann die Twitter-Templates allgemein verfügbar sein wird, konnte man uns bei Google noch nicht sagen. Das Nischenthema dürfte aber für Unternehmen interessant sein, die schnell mehr Follower generieren möchten. Diese könnten gezielt im Twitter-affinen Umfeld werben, z.B. auf Seiten, die interessante Twitter-Accounts empfehlen.

Kategorie: SEM | Keine Kommentare »

Linkbuilding für Verbände: Wie man sein Potenzial nicht nutzen kann

Montag 17. Mai 2010 von Markus

Am Wochenende hatte ich eine Broschüre meiner örtlichen Gärtnerei in der Post. Und am Ende der Broschüre wurde auf die Website www.ihre-gaertnerei.de verwiesen – eine Website, die nicht von der Gärtnerei selber, sondern von einem Verband (Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE)) erstellt wurde.

Da wir relativ oft für derartige Projekte gerufen werden (und hier auch die Anfragen in letzter Zeit deutlich zunehmen), musste ich mir die Website anschauen, um meinen Verdacht zu überprüfen.

Schauen wir uns zunächst das Potenzial in Bezug auf Linkaufbau an: Auf der Website werden ca. 4.000 Unternehmen als “Fachbetriebe in Ihrer Nähe” geführt. Davon haben ca. 30% auch eine Website (wahrscheinlich haben mehr davon eine Website, aber zumindest so viele werden dann auch in der Suche aufgeführt). Geschätzt werden dort also 1.200 Websites verlinkt. Wäre doch schön, wenn diese auch alle auf das Portal zurückverlinken würden.

Man muss natürlich aufpassen, dass hier nicht etwas aufbaut, was nach einem massiven Linktausch aussieht. Darauf muss man aufpassen, aber das würde man hier sehr einfach hinbekommen.

Man müsste auch darauf achten, dass man sehr unterschiedliche Verlinkungen erzeugt (Variation der Anchortexte und Ziel-URLs). Aber auch das geht.

Potenziale und Lösungswege gibt’s also mehr als genug. Also: Wie viele Verlinkungen hat die Website denn nun? Die Antwort: 32. Und davon kommen viele nicht einmal von Gärtnereien.

Fazit

Gerade Verbände haben eigentlich ein extremes Potenzial, gut verlinkte Websites zu erzielen, indem sie einfach ihr eigenes Netzwerk nutzen. Da muss man erst gar nicht Links kaufen, tauschen, mieten oder sonstwo auftreiben.

Wie gesagt: Wir haben recht viele solcher Kunden, bei denen Unternehmen auf einem Goldschatz sitzen, ohne ihn zu erkennen.

Kategorie: Linkbuilding, SEO | 2 Kommentare »

Der Bindestrich bei Google: Gar nicht so einfach…

Freitag 14. Mai 2010 von Markus

Dies ist ein zweiter Post als Ergänzung zu meinem Beitrag von eben. Ich hätte die Frage ja vorhersehen müssen :)

Also, Markus Bauer fragt:

“Und was ist mit dem Bindestrich zwischen 2 Wörtern (Substantiven)? Die aktuelle Suche nach SEO-Test vs. SEO Test (bei Auswahl der Option “Letztes Jahr”) legt nahe, dass die Headline bzw. der Title dieses Artikels – zumindest aus Suchmaschinen- bzw. Ranking-Sicht – besser SEO Test (also ohne Bindestrich) lauten sollte.”

Die Antwort hier ist gar nicht so einfach, weil der Bindestrich bei Google sehr seltsam funktioniert. Man sieht das gut, wenn die Suchergebnisse anschaut für:

  • “wandern spanien”
  • wandern spanien
  • wandern-spanien

Suche nach “wandern spanien”

Wir fangen mal mit der ersten Suchanfrage an: “wandern spanien” (inkl. Anführungszeichen). Man erhält Ergebnisse, in denen beide Wörter nebeneinander stehen:

Bild

Streng genommen werden hier auch Seiten aufgeführt, für die das nicht gilt (z.B. http://www.wandern.de/individualwanderungen/region/150/). Dort gibt es keine Stelle, wo die Wörter “wandern” und “spanien” direkt nebeneinander stehen. Hier scheint Google insgesamt recht flexibel zu sein, d.h. dass auch ein Text wie “wandern in spanien” auf die Phrasensuche nach “wandern spanien” passt.

Suche nach <wandern spanien>

Wenn ich hingegen nach <wandern spanien> suche, erhalte ich Suchergebnisse, in denen beide Wörter vorkommen. Die Seiten, in denen die Wörter oft nah beieinander stehen, werden besser gerankt:

Bild

Suche nach <wandern-spanien>

Wenn ich nun aber nach <wandern-spanien> suche, sind die Ergebnisse weder mit der ersten noch mit der zweiten Suchanfrage identisch:

Bild

Ich habe den Eindruck, dass durch die Suchanfrage ein höherer Zusammenhalt zwischen den beiden Wörtern erzeugt wird, also dass Seiten mit Phrasen bevorzugt nach oben kommen. In der Regel wird für die beiden Suchanfragen <wort1 wort2> und <wort1-wort2> auch ungefähr dieselbe Ergebniszahl angegeben.

Ich habe aber überhaupt nicht den Eindruck, dass ein Bindestrich im Text besser ist und dass ein Text wie “Online-Marketing” besser auf die Suchanfrage “online-marketing” als der Text “Online Marketing” passt.

Aber da lass ich mich gerne eines Besseren belehren.

Mir fällt an dieser Stelle jedenfalls immer wieder auf, wie weit Google eigentlich von den klassischen Suchanfrage-Auswertungen entfernt ist und wie gut Google mittlerweile auch andere Bedeutungen und Schreibweisen einbezieht.

In einem Jahr könnte das alles hier also schon Schnee von gestern sein.

Kategorie: SEO | 4 Kommentare »

SEO-Test: Sind eigentlich alle Satzzeichen gleich?

Freitag 14. Mai 2010 von Markus

Vor einigen Tagen sind wir über eine interessante Fragestellung gestolpert, und zwar: Wie geht Google eigentlich mit zwei Wörtern um, zwischen denen ein Satzzeichen steht? Mir war vorher aufgefallen, dass es da in der Tat Unterschiede gibt. Also haben wir eine “Testwiese” (interner Jargon) aufgebaut, um das einmal zu testen.

Was ist uns aufgefallen?

Den Hintergrund sieht man, wenn man die Suchanfragen “diabetes & sport” und “diabetes sport” (jeweils mit Anführungsstrichen für die Phrasensuche) an Google schickt. Beide liefern zumindest nicht dieselben Suchergebnisse.

Zunächst sieht man aber schon bei der Durchsicht der Suchergebnisse für “diabetes sport”, dass Google diese Phrase auch dann erkannt, wenn zwischen den Wörtern “diabetes” und “sport” Satzzeichen stehen, also z.B. ein Doppelpunkt oder ein Komma:

Bild

Wenn man aber nach “diabetes sport” sucht, werden keine Stellen markiert, an denen “diabetes & sport” steht:

Bild

Und ich glaube, dass das nicht nur ein Mangel beim Highlighten ist, sondern eben etwas damit zu tun hat, wie Google Satzzeichen interpretiert.

Die Suchergebnisse für “diabetes, sport” entsprechen exakt denen von “diabetes sport”, weil Google das Komma offensichtlich als nicht relevant ansieht. Für “diabetes & sport” gilt das aber nicht, weil ein “&” inhaltlich von Google anders interpretiert wird als ein “,”.

Der Test

Um nun zu testen, wie Google mit unterschiedlichen Satzzeichen umgeht, haben wir eine Seite mit vielen Wörtern und unterschiedlichen Satzzeichen gebaut. Dort stand dann z.B.

lirumlarum,bingobingo

Wenn man nun bei Google nach “lirumlarum bingobingo” sucht und unsere Testseite findet, zeigt das, dass das Komma von Google zwar als Worttrenner anerkannt wird, aber eben nicht als selbstständige Einheit gesehen wird.

Die Ergebnisse

Zunächst haben wir festgestellt, dass Google egal ist, ob um die Satzzeichen noch Freizeichen zu finden sind oder nicht. “lirumlarum,bingobingo” ist also identisch mit “lirumlarum, bingobingo” und auch mit “lirumlarum , bingobingo”.

Die meisten Satzzeichen werden von Google auch ignoriert, also vor allem Punkt, Komma, Doppelpunkt und Semikolon.

Nicht ignoriert werden hingegen die folgenden Zeichen:

+
&
|
_ (Unterstrich)

Warum ist das relevant?

Beim SEO-Texten versucht man ja manchmal, Wörter möglichst nah aneinander zu stellen, damit diese als möglichst relevant bewertet werden. Wer also für “wandern spanien” gefunden werden möchte, wird versuchen, diese Wörter möglichst nebeneinander unterzubringen, was dann oft zu unhübschen SEO-Texten führt, z.B.

“Wandern Spanien: Die Sonne genießen”

Man kann das aber auch deutlich eleganter schreiben, z.B.

“Der Traum vom Wandern: Spanien genießen”

Unser Test legt jetzt nahe, dass beide Varianten gleichwertig sind.

Schlechter wären dann aber die folgenden Varianten:

“Auf zum Wandern | Spanien erleben”

Oder auch:

“Du willst Wandern & Spanien ist Dein Ziel?”

Das heißt natürlich nicht, dass ein Text wie “… Wandern & Spanien …” deutlich schlechter rankt als “… Wandern: Spanien …” (für die Suchanfrage “wandern spanien”). Aber wenn es schon um Optimierung geht, muss man ja auch solche Grenzen ausreizen.

Kategorie: SEO | 10 Kommentare »

AdWords testet modifiziertes Broad Match

Mittwoch 12. Mai 2010 von Martin

In Großbritannien und Kanada hat Google gerade so genannte “Broad Match Modifiers” als groß angelegten Beta-Test eingeführt. Was auf den ersten Blick wie eine technische Feinheit aussieht, birgt viel Potenzial für Advertiser – und für Google.

Der Hintergrund: Matching-Arten

Wenn man einen Suchbegriff bei AdWords einbucht, möchte man, dass die eigene Anzeige erscheint, wenn jemand danach sucht. Allerdings möchte man oftmals auch, dass die Anzeige erscheint, wenn jemand nur ungefähr nach dem Suchbegriff sucht. Um solche Fälle abzudecken, gibt es bei AdWords drei Matching-Arten für Keywords: exakt, Wortgruppe und weitgehend passend.

Beispiel: Es soll für den Suchbegriff gebrauchtwagen eine Anzeige geschaltet werden. Bucht man einen Suchbegriff exakt ein (in eckigen Klammern: [gebrauchtwagen]), dann wird eine Anzeige nur geschaltet, wenn auch tatsächlich nur dieser Begriff exakt so in die Suchmaschine eingetippt wurde. Bucht man den Suchbegriff als Wortgruppe ein (in Anführungszeichen: “gebrauchtwagen”), dann kann die Anzeige auch erscheinen, wenn der Suchbegriff so in der Suchanfrage (z.B. gebrauchtwagen günstig oder audi gebrauchtwagen) vorkommt.

Wenn weder Anführungszeichen noch eckige Klammern verwendet werden, so bucht man den Suchbegriff als weitgehend passend (engl. Broad Match) ein. Was genau “weitgehend passend” ist, das entscheidet Google. Darunter fallen zum Beispiel andere Schreibweisen und Rechtschreibfehler (z.B. gebruachtwagen oder wagen gebraucht). Es können aber auch Suchanfragen darunter fallen, die man selbst für abwegig halten würde und für die man überhaupt keine Anzeigenschaltung möchte (z.B. neuwagen oder fahrrad gebraucht). Richtig problematisch kann es werden, wenn die Anzeige plötzlich für alleinstehende Markenbegriffe angezeigt wird (z.B. audi oder bmw) – das kann schon mal juristischen Ärger nach sich ziehen.

Das Broad Match Dilemma

Einen Suchbegriff als weitgehend passend einzubuchen, hat gewisse Vor- und Nachteile. Ein Vorteil: Man braucht sich um Wortstellung, Füllwörter, Synonyme, Singular/Plural usw. keine Gedanken mehr zu machen. Diese Aspekte lassen sich allerdings auch mit den anderen Matching-Arten und einer gut gepflegten Keyword-Liste abdecken. Wenn es um Rechtschreibfehler geht, hilft aber nur noch das Broad Match, da man niemals alle Rechtschreibfehler auflisten kann. Google hat das mal sehr eindrucksvoll am Beispiel Britney Spears gezeigt:

Broad-Match-Britney-Spears

Quelle: http://www.google.com/jobs/britney.html

Allerdings bringt Broad Match eben auch die genannten Nachteile und Risiken mit sich. Bisher haben viele Advertiser daher auf Broad Match verzichtet und sich mit den anderen Matching-Optionen und guten Keyword-Listen beholfen. Das wiederum sorgte aber auch für einen neuen Vorteil von Broad Match: der Konkurrenzgrad für abwegige Suchbegriffe ist geringer, die Klicks sind günstiger.

Broad Match Modifikatoren als Kompromiss

Durch den Einsatz der Broad Match Modifikatoren lässt sich das Beste aus zwei Welten vereinen. Indem man ein Pluszeichen vor ein Wort im eingebuchten Keyword setzt (+gebrauchtwagen), stellt man sicher, dass dieses Wort so oder so ähnlich auch in der Suchanfrage vorkommen muss. Das heißt, Fehlschreibungen, Singular/Plural, Abkürzungen, Akronyme und Varianten des Wortstamms (z.B. kauf und kaufen) sind abgedeckt. Synonyme und andere “verwandte Suchbegriffe” bleiben außen vor.

Interessant ist aber auch der Einsatz von Modifikatoren in Keywords, die aus mehreren Wörtern bestehen. Wird zum Beispiel gebrauchtwagen +leasen eingebucht, dann kann der erste Teil des Keywords weiterhin auf alles Mögliche passen solange der Begriff leasen irgendwie in der Suchanfrage vorkommt. Sinnvoll wäre in diesem Beispiel also, stattdessen +gebrauchtwagen +leasen einzubuchen. Damit müssen dann wirklich beide Wörter in der Suchanfrage vorkommen, es werden aber jede Menge sinnvoller Variationen abgedeckt. Weil das Keyword an sich immer noch als Broad Match eingebucht ist, sind auch Füllwörter und Wortstellungen mit abgedeckt. Die Suchanfrage leasing von gebraucht wagen könnte zum Beispiel auch zur Anzeigenschaltung führen.

Durch den Einsatz der Broad Match Modifiers wird also ein Mittelding zwischen dem alten Broad Match und dem deutlich restriktiveren Phrase Match (dt. Wortgruppe) geschaffen. Das folgende Schaubild zeigt den Zusammenhang zwischen den Matching-Optionen:

AdWords Matching-Typen

Konsequenzen für Advertiser

Es ist davon auszugehen, dass Broad Match Modifiers in absehbarer Zeit auch hierzulande verfügbar werden. Wenn man dann wirklich alle Potenziale ausnutzen möchte, dürfte viel Arbeit auf einen zukommen. Prinzipiell lassen sich dann viele Keywords, die bisher nur als Wortgruppe eingebucht wurden, besser als modifiziertes Broad Match einbuchen. Dadurch können die eigenen Anzeigen für mehr sinnvolle Suchanfragen angezeigt werden, ohne dass die gewohnten Nachteile durch allzu unpassende Einblendungen in Kauf genommen werden müssen.

Weil man davon ausgehen kann, dass viele Advertiser die Umstellung auf das modifizierte Broad Match nicht oder nicht zügig mitmachen werden, wird die Luft bei spezielleren Varianten von Keywords (z.B. bei exotischen Rechtschreibfehlern) entsprechend dünn bleiben. Dort bieten also weniger Advertiser auf den Klick, so dass Klickpreise günstiger und die Klickrate oft höher sind. Das bedeutet also nicht nur mehr Reichweite, diese zusätzliche Reichweite ist auch noch besonders günstig.

Große Auswirkungen wird das modifizierte Broad Match auch bei der Erstellung neuer Kampagnen haben. Wer bisher auf Broad Match verzichtet hat und stattdessen umfangreiche Keyword-Listen als Wortgruppe eingebucht hat, könnte das modifizierte Broad Match als große Arbeitserleichterung empfinden. Damit lassen sich die Keyword-Listen nämlich extrem reduzieren: Wo vorher für einen Zwei-Wort-Suchbegriff zig verschiedene Keywords eingebucht werden mussten (Singular/Plural, Wortstellung, Füllwörter, …), reicht nun oftmals ein Keyword.

Fazit

Bei Advertisern, die alle Potenziale ausschöpfen wollen, dürfte das modifizierte Broad Match für viel Bewegung in den AdWords-Konten sorgen. Agenturen, die den Einsatz von Broad Match bisher vermieden haben, werden sich außerdem über die Zeit freuen, die sie dann bei der Erstellung von Kampagnen einsparen. Auch für Google dürfte sich die Einführung der Modifikatoren lohnen, da hierdurch künftig noch mehr Anzeigen geschaltet werden können. Deshalb dürfte es auch nicht allzu lange dauern, bis Google diese Neuerung auch hierzulande verfügbar macht.

Kategorie: SEM | Keine Kommentare »

Facebook SEO: Spannendes Thema, kaum einer macht’s

Dienstag 11. Mai 2010 von Markus

Ich wollte an dieser Stelle mal etwas über ein Thema schreiben, in das ich mich gerade fürs suchradar einarbeite: Facebook SEO. Also: Wie kann man Facebook für SEO-Zwecke nutzen? Das Ganze soll ein Artikel fürs nächste suchradar werden.

Am Wochenende habe ich mal mit Recherchen angefangen und war eigentlich überrascht, wie wenig Informationen es zu dem Thema gibt und wie wenig die Möglichkeiten genutzt werden. Es gibt durchaus ein paar gute Positivbeispiele, aber nach denen musste ich schon sehr lange suchen.

Der gängige Rat bezieht sich eigentlich auch immer auf die textliche Optimierung der Fan-Seiten. Wenn man sich die Plattform aber mal genauer anschaut, hat man dort viel mehr Möglichkeiten, diese für SEO zu nutzen.

Insgesamt sieht man aber schon, dass Facebook ein gutes Beispiel dafür ist, dass der PageRank einer Website nicht entscheidend ist. Über zuwenig PageRank kann die Site sicherlich nicht klagen, aber die meisten Inhalte auf der Site ranken sehr schlecht.

Ich habe derzeit den Eindruck, dass Facebook über SEO noch nicht allzuviel nachdenkt, weil mir (anders als bei anderen ähnlichen Sites) klare Strukturen fehlen, über die Crawler auf alle Inhalte zugreifen können. Dadurch sind viele Inhalte sehr tief in der Website versteckt, was eben dafür sorgt, dass dort auch recht wenig Link Juice ankommt.

Ich bleib an dem Thema dran. Vielleicht stellen wir die Inhalte diesmal auch schon vorher zur Verfügung. Wir grübeln über ein neues Konzept – suchradar preview – bei dem wir ausgewählte Inhalte schon vorab zur Verfügung stellen. Mal schauen…

Kategorie: SEO | 8 Kommentare »

Die neue Google-Suchoberfläche: Gut für Shops

Freitag 7. Mai 2010 von Markus

Auch wenn es von vielen Kollegen bissige Kommentare auf das neue Google-Interface gab (“Google sieht jetzt endlich aus wie Bing”), finde ich doch, dass das neue Interface Vorteile für Unternehmen – und vor allem für Online-Shops – bietet. Im Kern hat sich ja nichts geändert: Wenn ich nach einer Produktkategorie oder einem konkreten Produkte suche, sehe ich nicht nur die altbekannten zehn organischen Ergebnisse (“ten blue links”), sondern auch das, was man “Universal Search” oder “Blended Search” nennt:

Bild

Eine Website wie www.tableware24.com erhält durch die One Box “Shopping-Ergebnisse für …” zusätzliche relevante Reichweite. Jetzt gibt es aber eben auch links den Filter “Shopping”, der dann ebenfalls in die Shopping-Ergebnisse weiterleitet:

Bild

Die Chance, dass ein Google-Nutzer also die Produktsuche betritt, ist so insgesamt deutlich höher. Der Link zur Produktsuche war vorher recht brav oben versteckt. Mit der neuen Einbindung liegt der Link aber endlich mehr im Fokus der Nutzer – und damit dürften auch mehr Nutzer draufklicken.

Gerade die Google Produktsuche wird also für Online-Shops noch wichtiger werden als sie es ohnehin schon ist.

Noch mehr zur neuen Suchoberfläche

Interessant sind natürlich auch die anderen Filter, von denen jeweils nur die angezeigt werden, die auch jeweils sinnvoll ist. Wenn ich also nach “porzellan thomas loft weiß” suche, erhalte ich erstmal keinen Link auf die Video-Ergebnisse (den kann ich natürlich trotzdem über Klick auf “Mehr” bekommen). Insgesamt ist das sehr intuitiv und funktioniert in der Regel sehr gut.

Der einzige Filter, der aus der Reihe tanzt, ist übrigens “Maps”. Bei allen anderen Filtern sehe ich in der linken Navigation immer die Liste mit Filtern. Nur bei Google Maps verliere ich diese. Hier sollte Google dringend nachbessern – auch, wenn das sicherlich nicht einfach wird.

Spannend ist übrigens auch die Option “Websites mit Bildern”. Während bei den benachbarten Optionen wie “Mehr Text” so ist, dass sich das Ranking nicht ändert, passiert das bei “Websites mit Bildern” schon. Beispiel:

Bild

Bei der normalen Darstellung findet man die Seite http://www.tableware24.com/Porzellan/Thomas/Loft/Loft-Weiss/ auf dem ersten Platz, während man sie mit dieser Option erst auf dem vierten Platz findet. Es gibt auch andere Suchanfragen wie “villeroy und boch fliesen”, bei denen die Unterschiede viel dramatischer sind.

Es handelt sich hierbei also nicht nur um eine geänderte Darstellung. Vielmehr werden eben bevorzugt Seiten mit vielen guten Bildern nach oben gespült. Ein durchaus spannendes Feature, das aber wohl kaum Relevanz in Bezug auf SEO haben wird – aber vielleicht eben doch Unternehmen motiviert, noch mehr als bisher über die Optimierung für die Bildersuche nachzudenken.

Kategorie: SEO | 3 Kommentare »

Linkaufbau: Wir alle lieben kontroverse Statements

Freitag 7. Mai 2010 von Markus

An diesem Montag habe ich noch einen Vortrag über Linkaufbau gehalten und dabei betont, dass man auch gerne mal etwas kontroverses bringen darf. Und dann läuft mir so ein gutes Beispiel über den Weg:

Trigema-Chef Wolfgang Grupp äußert sich leicht negativ über Twitter: “[...] und die Menschen, die das nutzen, sind für mich Idioten.”

Sowas ist doch echt der Jackpot für Website-Betreiber – wenn man es schafft, jemanden zu interviewen, der

a) eine gewisse Bekanntheit hat (dank der Affenspots vor der Tagesschau) und
b) sich über ein Thema in einer Klarheit äußert, die wenig dialektisch angehaucht ist, und
c) eine ganze Gruppe an Menschen als Idioten bezeichnet.

Herrlich. Leider kann man das so nicht beliebig multiplizieren. Ein Interview mit Chuck Norris wäre gut. Oder Helmut Schmidt zum Nichtraucherschutzprogramm befragen. Fußballer oder Fuballfunktionäre wären sicherlich auch eine beliebte Zielgruppe für derlei Aktionen.

Wie auch immer: Der Beitrag zu Herrn Grupp hat jedenfalls bereits einige schöne Backlinks und auch 700+ Tweets generiert. Echt nicht schlecht.

Kategorie: Linkbuilding, SEO | Keine Kommentare »

Das neue suchradar Ausgabe 23 ist da

Donnerstag 6. Mai 2010 von Markus

cover-apr-2010-150wNeues Layout, neue Inhalte, alles neu: Das neue suchradar Ausgabe 23 ist endlich da.

Vielen Dank an dieser Stelle an Martin (für den AdWords-Artikel), Maik (fürs Cover-Foto und das PDF-Frickeln), Fabian (fürs Redigieren) und natürlich an Richard fürs Layout. Und dann noch Danke an Martin Schirmbacher für den juristischen Artikel und an Roman Krupp und Sandra Finlay für die zauberhaften Interviews.

Und das steht diesmal drin:

> AdWords for Mobile, Website Boosting, UN.CO.VER 2.0
> SEO in Action: Faceted Navigation
> Google AdWords Werkstatt: Remarketing
> SEO für Einsteiger: Was ist ein Backlink?
> Google AdWords:Was kommt nach den EuGH-Urteilen?
> Rich Snippets: Der Stand der Dinge
> SEO-Texte richtig texten
> Probleme vermeiden: Erfolgsfaktoren für Paginierung
> SEO im nichtkommerziellen Bereich: ADVENIAT
> suchradar persönlich: Sandra Finlay/Rising Media

Viel Spaß beim Lesen!

Kategorie: Sonstiges | 1 Kommentar »