Auf der SMX hat mich Joachim Glaubrecht nach meiner Präsentation recht kontrovers gefragt, ob Tag-Seiten nicht eigentlich schon tot sind. Grund genug für mich, mir das Thema nochmal anzuschauen. Da kann man theoretisch drüber reden – oder eben einfach einen Test machen.

Für den Test habe ich mir insgesamt 991 Tag-Seiten von Erdbeerlounge.de vorgenommen, die ich über das site-Kommando ermittelt habe. Man kann jetzt argumentieren, dass ich damit das Ergebnis schon ein wenig verfälscht habe, weil das site-Kommando ja auch ein wenig nach interner Gewichtung auflistet. Meine Testmenge entspricht hinsichtlich der internen Relevanz nicht unbedingt einer rein zufällig gewählten Beispielmenge. Ich glaube aber, dass man diesen Effekt für diesen Test vernachlässigen kann, weil es das Ergebnis kaum ändern wird.

Für jedes Tag-Seite (z.B. http://www.erdbeerlounge.de/beliebtes-thema/schubkarre) habe ich also das zugehörige Keyword (in diesem Fall „schubkarre“) ermittelt und über unsere Tools überprüft, wie die Rankings sind. Außerdem habe ich jeweils ermittelt, aus wie vielen Wörtern die jeweilige Suchanfrage besteht. Hier die Übersicht:

1 Wort: 678 Suchanfragen
2 Wörter: 243 Suchanfragen
3 Wörter: 44 Suchanfragen
> 3 Wörter: 26 Suchanfragen

Nach dem Überprüfen der Rankings habe ich dann gesehen, dass es zwar viele Rankings gibt, aber die meisten nicht relevant sind. Für die folgende Statistik habe ich also nur noch die Rankings überprüft, für die es eine Tag-Seite auf die erste Suchergebnisseite geschafft hat (also Position zwischen 1 und 10).

Ergebnis: Von den 991 Tag-Seiten gibt es nur 73, die es auch in die Top 10 schaffen (=7,37%). Auf die Suchanfragen verteilte sich das wie folgt:

1 Wort: 29 Top-10-Rankings (=4,28% der 1-Wort-Suchanfragen)
2 Wörter: 30 Top-10-Rankings (=12,35% der 2-Wort-Suchanfragen)
3 Wörter: 10 Top-10-Rankings (=22,73% der 3-Wort-Suchanfragen)
>3 Wörter: 4 Top-10-Rankings (=15,38% der >3-Wort-Suchanfragen)

Wie man insgesamt sieht (wenn man die >3-Wort-Suchanfragen herausnimmt), steigt die Wahrscheinlichkeit, mit einer Tag-Seite gefunden zu werden, deutlich an, wenn man auf mehrere Wörter abzielt. Viele Suchbegriffe (vor allem die Ein-Wörter) sind einfach zu konkurrenzstark, um dort mit einer automatisiert generierten Seite nach oben (oder überhaupt in die Top 100) zu kommen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Lohnen sich Tag-Seiten? Hier im konkreten Beispiel schaffen es immerhin 7,37% der Seiten in die Top 10. Ich halte das für ein gutes Ergebnis, wenn man zweierlei beachtet:

  1. Es gibt eben nicht nur 1.000 dieser Tag-Seiten, sondern in der Regel deutlich mehr (bei Erdbeerlounge.de ca. 40.000, laut site-Kommando).
  2. Die Seiten werden über einen Mechanismus generiert, d.h. dass man mit einmaligem geringem Entwicklungsaufwand meiner Meinung nach schon einen guten Wert generieren kann.

Der Grund, warum ich Tag-Seiten auf der SMX kurz erwähnt hatte, war übrigens nicht nur unter dem Aspekten, dass man damit direkte Rankings erzielen kann. Ich finde Tag-Seiten auch unter dem Blickwinkel der internen Verlinkung interessant, weil man so „interne Hubs“ erzeugen kann, die eine interne thematische Verlinkung erzeugen.

Mein Fazit: Tag-Seiten haben immer noch ihre Berechtigung, wenn man sie denn auch richtig einsetzt. Also: Nicht nur Tag-Seiten für Ein-Wörter, sondern vor allem für Zwei- und Drei-Wort-Suchanfragen. Und: Bei allem sollte man immer Googles inoffizielles Mantra beachten, dass Seiten einen Mehrwert für den Nutzer haben müssen.

 

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About Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.