Google Real Time Search unter der Lupe
Mittwoch 20. Januar 2010 von Markus
Wer häufig auf Google.com nach aktuellen Themen sucht, hat vielleicht schon einmal die Einblendung der Ergebnisse der Google Real Time Search gesehen. Das sieht z.B. so aus:
In dem Bereich, der rechts durch den Scroll-Balken angezeigt wird, laufen dann die jeweils aktuellsten Beiträge durch. Das können Tweets sein (wie im Bild oben von “Mahonis”, aber auch Nachrichten, Blog-Beiträge und auch Feeds von MySpace und Facebook sein. Sonderlich übersichtlich ist das Ganze nicht. Es ist erstmal seltsam, wenn sich in den Suchergebnissen “was bewegt”.
Wie gesagt: Die Einblendung dieser Box erfolgt nur dann, wenn man auch nach einem aktuellen Thema sucht. Das ist im Moment z.B. “haiti earthquake”; vor einigen Wochen zur Zeit der Klimakonferenz in Kopenhagen hat auch die Suchanfrage “copenhagen” ausgereicht, damit diese Ergebnisse angezeigt wurden.
Das Ganze fällt somit für mich auch unter den Begriff “QDF” = “Query deserves freshness” - laut Matt Cutts von Google gibt’s das auch wirklich:
Wer in der Box oben auf “Latest Results for <…>” klickt, erhält dann eine seitenfüllende Version der Real-Time-Suche:
Die Option “Latest” liefert also momentan eine Seite mit den aktuellsten Ergebnissen, die allerdings auch laufend durch neueste Beiträge ergänzt wird.
In Deutschland habe ich das alles noch nicht gesichtet. Es gibt zwar auch eine Option “Letzte Ergebnisse”, die der englischsprachigen Suchoption “Latest” entspricht, aber eben nur eine statische Seite liefert. Schade.
Was man sich auch schon fast gedacht hat: Google bewertet Tweets u.a. anhand der Anzahl der Follower des Twitter-Accounts. Auch wenn ich das nicht geprüft habe, wird also wahrscheinlich nicht unbedingt jeder Tweet dort angezeigt.
Ist das Ganze für SEO interessant? Ich bin davon noch nicht so begeistert. Die Einbindung der Real-Time-Box erfolgt ja nur bei aktuellen Themen und dürfte sich damit für die meisten Unternehmen als irrelevant erweisen.
Insgesamt sind die Tweets natürlich für Google schon ein gutes Signal:
- Discovery: URLs, die in vielen Tweets genannt werden, könnten so vielleicht schneller in den Index kommen.
- Ranking: URLs, die in vielen Tweets genannt werden, könnten einen (zumindest temporären) Ranking-Boost bekommen.
Das ist alles sehr spekulativ und wie gesagt für die meisten Themengebiete/Unternehmen wohl sehr uninteressant. Eine nette technische Spielerei, aber im Moment wohl nicht unbedingt mehr.
Fürs Ranking könnte es aber dennoch spannend werden. Wie würde Google wohl über eine Website denken, die extrem gut verlinkt ist, aber niemals in Tweets erwähnt wird? Analog: Was könnte Google mit einer Website machen, die vielleicht nicht so gut verlinkt ist, aber über die oft gezwitschert wird?
Ich könnte mir vorstellen, dass Google an der Auswertung von derlei Signalen arbeitet - und dass es dann nicht mehr nur Linkkauf und Linktausch, sondern auch Tweetkauf und Tweettausch gibt.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 20. Januar 2010 um 10:22 und abgelegt unter SEO. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.



