Die IAB Schweiz hat eine interessante Studie herausgebracht: “Ranking-Kriterien 2010“. Man hat sich da ganz gut von einer anderen Studie aus den USA inspirieren lassen, aber das tut dem Ding keinen Abbruch.
Für die Studie wurden zahlreiche SEOs (z.B. Roger Balmer von metapeople und Marco Hornung von orange8) aus der Schweiz befragt, welche Ranking-Kriterien sie für wichtig und unwichtig halten. Das wird dann auf verschiedene Fragestellungen verdichtet - und das auf immerhin 65 Seiten.
Da steht jetzt natürlich nichts überraschendes drin, was man bei den “Search Engine Ranking Factors” bei SEOmoz noch nicht gelesen hätte oder was einen jetzt total verblüfft. Aber dennoch: Good stuff! Solche Sachen helfen mit Sicherheit auch in der Arbeit mit dem Kunden, indem Unternehmen dafür sensibilisiert werden, was in Bezug auf Google & Co. wirklich wichtig ist.
Google unterstützt ab sofort auch die Markierung von Events über Microformats (siehe Google-Post “Introducing a new Rich Snippets format: Events“). Das führt dann zu sehr netten Snippets, die ordentlich viel Platz in den Suchergebnissen einnehmen, z.B.
So wie es derzeit ausschaut, werden in das normale Snippet bis zu drei Links auf Events eingeblendet, die auf der jeweiligen Seite gefunden werden. Es wird aus dem Suchergebnis heraus direkt auf die Event-Seiten verlinkt.
Dieses Feature dürfte insgesamt für einige wenige Unternehmen interessant sein, aber eben nicht für den Großteil. Vielleicht ist es aber auch der Auftakt zu sehr kreativen Events. Ein Online-Shop für Küchenbedarf könnte kuriose Events wie den “Pfannen-Umtausch-Tag” und den “50%-auf-alles-Tag” anlegen und somit unter Umständen mehr Platz in den Suchergebnissen bekommen.
Derzeit spricht noch dagegen, dass man Listings wie das obige relativ selten zu Gesicht bekommt - selbst wenn die Informationen in der Seite korrekt abgelegt wurden. Wenn man über das “site:domain”-Kommando geht, sieht man derlei Listings. Wenn man dann aber so sucht, dass diese Seite bei einer normalen Suchanfrage erscheint, sieht man die Events derzeit kaum. Aber das wird sich wohl noch ändern.
Wer’s einbauen & damit experimentieren will (wir werden’s machen): Informationen zum nötigen Markup findet man bei Google auf der Seite “About event information“.
Viele haben bestimmt auch eine Email von SEOmoz bekommen:
We’ve got something really cool to share with you! It’s called Open Site Explorer [...]
Best of all, anyone can use Open Site Explorer! Since you’re a registered SEOmoz User, you’ll be able to see the top 1,000 links for a domain, and lots of awesome metrics (learn all about it in our blog post ). But until 6AM Pacific Time on Friday, January 22nd , we’re opening the doors and letting you try Open Site Explorer at full-speed with a PRO-Access Preview! [...]
Der Name “Open Site Explorer” wurde vielleicht nicht ganz ohne Hintergedanken gewählt - schließlich wird erwartet, dass der “Yahoo! Site Explorer” bald der Vergangenheit angehört.
Also: Schaut mal rein. Ich bin soweit erstmal begeistert.
Auch die API gefällt mir übrigens richtig gut. Wer drüber nachdenkt, die API Majestic SEO zu nutzen, sollte auch mal einen Blick auf die SEOmoz API werfen. Die Preisgestaltung finde ich bei Majestic SEO etwas besser, aber dafür scheinen mir die Daten von SEOmoz sehr gut zu sein. Da muss ich mal noch weiter mit rumspielen…
Wer häufig auf Google.com nach aktuellen Themen sucht, hat vielleicht schon einmal die Einblendung der Ergebnisse der Google Real Time Search gesehen. Das sieht z.B. so aus:
In dem Bereich, der rechts durch den Scroll-Balken angezeigt wird, laufen dann die jeweils aktuellsten Beiträge durch. Das können Tweets sein (wie im Bild oben von “Mahonis”, aber auch Nachrichten, Blog-Beiträge und auch Feeds von MySpace und Facebook sein. Sonderlich übersichtlich ist das Ganze nicht. Es ist erstmal seltsam, wenn sich in den Suchergebnissen “was bewegt”.
Wie gesagt: Die Einblendung dieser Box erfolgt nur dann, wenn man auch nach einem aktuellen Thema sucht. Das ist im Moment z.B. “haiti earthquake”; vor einigen Wochen zur Zeit der Klimakonferenz in Kopenhagen hat auch die Suchanfrage “copenhagen” ausgereicht, damit diese Ergebnisse angezeigt wurden.
Das Ganze fällt somit für mich auch unter den Begriff “QDF” = “Query deserves freshness” - laut Matt Cutts von Google gibt’s das auch wirklich:
Wer in der Box oben auf “Latest Results for <…>” klickt, erhält dann eine seitenfüllende Version der Real-Time-Suche:
Die Option “Latest” liefert also momentan eine Seite mit den aktuellsten Ergebnissen, die allerdings auch laufend durch neueste Beiträge ergänzt wird.
In Deutschland habe ich das alles noch nicht gesichtet. Es gibt zwar auch eine Option “Letzte Ergebnisse”, die der englischsprachigen Suchoption “Latest” entspricht, aber eben nur eine statische Seite liefert. Schade.
Was man sich auch schon fast gedacht hat: Google bewertet Tweets u.a. anhand der Anzahl der Follower des Twitter-Accounts. Auch wenn ich das nicht geprüft habe, wird also wahrscheinlich nicht unbedingt jeder Tweet dort angezeigt.
Ist das Ganze für SEO interessant? Ich bin davon noch nicht so begeistert. Die Einbindung der Real-Time-Box erfolgt ja nur bei aktuellen Themen und dürfte sich damit für die meisten Unternehmen als irrelevant erweisen.
Insgesamt sind die Tweets natürlich für Google schon ein gutes Signal:
Discovery: URLs, die in vielen Tweets genannt werden, könnten so vielleicht schneller in den Index kommen.
Ranking: URLs, die in vielen Tweets genannt werden, könnten einen (zumindest temporären) Ranking-Boost bekommen.
Das ist alles sehr spekulativ und wie gesagt für die meisten Themengebiete/Unternehmen wohl sehr uninteressant. Eine nette technische Spielerei, aber im Moment wohl nicht unbedingt mehr.
Fürs Ranking könnte es aber dennoch spannend werden. Wie würde Google wohl über eine Website denken, die extrem gut verlinkt ist, aber niemals in Tweets erwähnt wird? Analog: Was könnte Google mit einer Website machen, die vielleicht nicht so gut verlinkt ist, aber über die oft gezwitschert wird?
Ich könnte mir vorstellen, dass Google an der Auswertung von derlei Signalen arbeitet - und dass es dann nicht mehr nur Linkkauf und Linktausch, sondern auch Tweetkauf und Tweettausch gibt.
Markus Mattscheck (@mattscheck) hat mich eben auf eine interessante Sache aufmerksam gemacht: die sPRechstunde. Dort können Unternehmen/Startups Fragen hinsichtlich PR stellen (Stichtag ist/war der 18. Januar - der Tag, an dem die Fragen dann alle beantworten werden/wurden).
Die Aktion hat durchaus einige gute Links erzeugt (sowohl für deren Website massenpublikum.de als auch für formspring.me, wo sich das Formular befindet). Beispiele:
Dass auch einige auf Formspring.me verlinken, ist ein kleiner Schönheitsfehler (trotzdem gut für Formspring.me).
Das ganze zeigt auf jeden Fall, dass man mit einem guten Aufhänger und einer kostenlosen Dienstleistung durchaus gute Links aufbauen kann. Von wegen “was nichts kostet, taugt nichts”.
Wir haben’s fast geschafft. Heute am Samstag haben wir einen großen Teil des Umzugs in unseren neuen Blooplex hinbekommen. Die Innentüren kommen erst am Montag, es fehlt noch ein Router, die Küche kommt am Mittwoch, der Konferenztisch am Donnerstag und so weiter. Aber das gröbste ist geschafft.
Danke an Martin, Maik, Doris, meinen Papa und meine drei großartigen Jungs.
So, jetzt ist Schluss & ich gönn mir einen Feierabend.
Es muss noch einiges ausgepackt werden.
Die wichtigste Fachliteratur ist auch mitgekommen.
Das Chef-Büro - die Kartons müssen noch weg.
Naja, ein paar schmutzige Ecken gibt’s noch.
Viel zu viele Kabel.
Hövener jr. hilft beim Transport der vielen Pakete.
Ich schreibe gerade einen suchradar-Artikel über die personalisierte Suche von Google. Und wie immer, wenn man etwas rund um SEO wissen will, muss man’s einfach mal ausprobieren.
Zur Erinnerung: Googles personalisierte Suche soll sich an mich anpassen. Wenn ich z.B. nach “golf” suche, gibt es prinzipiell mehrere Konzepte für dieses Wort: Eine Sportart, ein Auto, eine Meeresbucht, und so weiter. Aus meinem Suchverhalten könnte Google aber mit der Zeit lernen, was mich von diesen Konzepten eigentlich üblicherweise interessiert.
Wir haben also einen brandneuen Google-Account genutzt, der keinerlei Historie hatte, im eingeloggten Zustand über den Verlauf von mehr als einer Woche jeweils Suchanfragen rund um den Golfsport gestellt und dann auch nur ausschließlich auf Golfsport-Ergebnisse geklickt. Wenn das funktioniert, was Google personalisierte Suche nennt, sollte dann eine Präferenz für derartige Suchergebnisse entstehen.
Präferenz für Themen
Wenn ich schon Google signalisiere, dass ich extrem am Golfsport interessiert bin, sollten auch bei Suchanfrage wie “game schedule”, “tour” oder auch “langer” bevorzugt Golf-Websites ausgegeben werden. Das funktioniert aber derzeit definitiv nicht:
Hier sollte eigentlich die Website von Bernhard Langer erscheinen und nicht die “Langer Juice Company”. Es wird zwar oben der Link “View customizations” eingeblendet, der darauf hindeutet, dass Google basierend auf meiner Historie die Google-Ergebnisse verändert hat. Aber die Ergebnisse lassen dann eben doch in Bezug auf Personalisierung zu wünschen übrig.
Präferenz für Websites
Ich habe auch mehrfach auf die Website von Tiger Woods geklickt, was das “4 visits” neben dem Suchergebnis andeutet:
Trotzdem erkenne ich keine Präferenz für diese Website. Wenn ich nach “tiger” oder “woods” suche, müsste diese Website eigentlich bevorzugt ausgegeben werden. Das passiert aber nicht. Die personalisierten Suchergebnisse entsprechen den nicht-personalisierten Suchergebnissen.
Ausblick
Wir bleiben noch ein paar Tage an dem Thema dran. Vielleicht passiert ja noch das große Ranking-Erdbeben, das ich eigentlich erwartet hatte. Bisher kann ich nur sagen, dass ich enttäuscht bin. Ich habe null Auswirkungen von Personalisierung gesehen - insbesondere nicht in dem Ausmaß, in dem Google das in Aussicht gestellt hat.
Ich bin eben über einen nicht ganz taufrischen Artikel gestolpert: “Recropical Link Cloaking – What you Need to Know“. Ganz spannend. Wenn man einem anderen Website-Betreiber einen Linktausch anbietet, kann man einiges machen, damit dieser Linktausch für den anderen extrem gut aussieht - und zumindest aus Suchmaschinensicht gar kein Linktausch ist.
Die Idee ist ja auch verlockend: Ein Linktausch ist dann ja noch einen Tacken besser, wenn es zumindest für Google nicht nach einem Linktausch aussieht. Mein Linkpartner verlinkt zwar auf mich. Ich aber verlinke so, dass es für Suchmaschinen nicht ersichtlich ist. Dann riskiere ich zumindest nicht, gegen Suchmaschinen-Richtlinien zu verstoßen und bekomme trotzdem einen schönen Link.
Wie kann man sowas machen?
Die Seite, die den Link des Partners enthält, wird gecloaked, d.h. dass die Seite z.B. keine Links enthält, wenn der Googlebot die Seite abholt.
Die verlinkende Seite hat ein Noindex-Robots-Meta-Tag. Klar, jeder, der kurz in den Quellcode schaut oder ein Plugin nutzt, wird das sofort sehen. Das mag zwar auf viele Website-Betreiber zutreffen, aber eben nicht auf alle.
Die verlinkende Seite könnte per robots.txt gesperrt sein. Schon schwieriger zu entdecken. Dafür muss man immerhin die robots.txt aufrufen.
Die Links auf der Seite könnten per JavaScript generiert werden. Hierzu müsste man schon JavaScript ausschalten, um das zu entdecken.
…
Möglichkeiten gibt’s also jede Menge. Aber wie kann ein Linkpartner sichergehen, dass sein Link auch wirklich da ist und für Suchmaschinen lesbar ist?
Prüfen, ob sich die verlinkende Seite im Google-Index befindet (Abfrage: “info:URL”)
Mit einem Plugin wie SearchStatus prüfen, ob die Links auch echt sind (also nicht nofollow)
Mit ausgeschaltetem JavaScript die Cache-Version der Linkseite abrufen, um zu überprüfen, ob Google die Seite auch mit den Links ausgeliefert bekommt
Das klingt erstmal aufwändig und ist es natürlich auch. Ich weiß nicht, wie hoch der “Linktausch-Betrug”-Anteil ist. Viel wird’s nicht sein. Manchmal hilft dann eben doch nur Vertrauen weiter
Er hasst es zu schreiben. Und es hat fast 9 Jahre gebraucht, bis es dieses Buch von der Idee zum Druck geschafft hat. Aber es hat sich gelohnt zu warten. Die heiß erwartete Ergänzung zum Buch „Don’t Make Me Think“, dem Usability-Guide von Steve Krug heißt „Rocket Surgery Made Easy“ …
Das erklärte Ziel von Steve Krug ist es, mit diesem auf die Praxis ausgelegten Buch nicht nur zu helfen, die Usability-Probleme einer Webseite aufzudecken, sondern sie auch gleich zu beheben. Dabei ist es auch - aber nicht nur - an Amateure gerichtet, deren Job in einem Unternehmen oft ein anderer ist, als der, Probleme mit der Bedienbarkeit einer Internetseite aufzudecken. Daher versucht er auch immer wieder, wie mit dem Vorgänger-Buch, die Scheu vor dem mit Mystik umfassten Thema Usability zu nehmen und den Leser immer wieder zu animieren, es doch einfach selbst zu versuchen.
Das schafft er auf den knapp 160 Seiten (sein Anspruch ist, dass das Buch auf einer längeren Flugreise durchgearbeitet werden kann) auch derart gut, dass sich ein Blick hinein definitiv lohnt - auch wenn es zu “Don’t Make Me Think” keine spektakulären neuen Erkenntnisse gibt, aber es sind eben diese smart vorgetragenen, einfach und praktisch gehaltenen Tipps für jeden, die es auch für Experten lesenswert machen. Doch auch einige neue Impulse wie zum Beispiel ein Kapitel zum Thema Remote Testing oder auch seine Checklisten usw. sind sehr informations- und hilfreich und nicht zu unterschlagen.
Steve Krug beschreibt in seinem Buch immer wieder, wie viel einfacher als man denkt Usability Testing ist; und bricht es auf seine „6 Maxime“ herunter:
A morning a month, that’s all we ask.
Start earlier than you think makes sense.
Recruit loosely and grade on a curve.
Make it a spectator sport.
Focus ruthlessly on a small number of the most important problems.
When fixing problems, always do the least you can do.
Auch der erfahrene Steve Krug weiß: Professionelle Usability-Beratung ist durch nichts zu ersetzen. Aber er weiß auch: Bevor Usability-Tests wegen fehlender Budgets oder zahlenmäßig knapper Experten gar nicht gemacht werden, ist es besser, seinen Vorschlägen zu folgen und sich selber zu kümmern.
Für alle, denen das Buch (es kostet im Übrigen 24.85 €) selber noch nicht genug bietet, gibt der Autor noch einige Buchempfehlungen und bietet auch einiges Ergänzungsmaterial auf www.rocketsurgerymadeeasy.com. Auch hier lohnt sich ein Blick, genauso wie auf seine Haupt-Internetpräsenz www.sensible.com.