Wenn Google einen Newsletter zur neuen AdWords API schickt, ist der meist nur für Entwickler interessant. In der heutigen Ausgabe wurde allerdings mit dem Ads Parameters Service ein Dienst vorgestellt, der ganz neue Möglichkeiten der Anzeigengestaltung eröffnet.

Mithilfe dieses Dienstes lassen sich zu jedem Suchbegriff ein oder zwei numerische Parameter hinterlegen. Diese Parameter lassen sich dann dynamisch in Anzeigen einfügen, vergleichbar mit der altbekannten Keyword-Insertion. Die folgenden beiden Screenshots verdeutlichen, wie das funktioniert:

AdWords Ad Parameters - Anzeige im Backend

Wie von der Keyword-Insertion gewohnt werden in die Anzeige Parameter in geschweiften Klammern eingefügt. Für den Fall, dass ein Parameter mal nicht vorhanden sein sollte, folgt nach dem Doppelpunkt noch eine Alternative, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann. Bei der Einblendung der Anzeige werden die Parameter automatisch eingefügt:

AdWords Ad Parameters - Anzeige

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Parameter vorher gesetzt wurden, was derzeit nur per API möglich ist. Über die AdWords-Oberfläche oder den AdWords-Editor können noch keine Parameter gesetzt werden.

Einschätzung

Für die allermeisten Advertiser wird dieses Feature erstmal uninteressant bleiben, schon allein, weil sich die Parameter nicht per Hand setzen lassen. Interessant ist diese Neuerung vor allem für Advertiser, die sehr viele Produkte bewerben und in ihren Werbungen laufend aktuelle Preise anzeigen möchten. Diese können ihr Shopsystem über die API an AdWords koppeln und so alle Anzeigen automatisch aktuell halten.

Theoretisch war dies natürlich schon immer möglich, indem man seine Anzeigen entsprechend oft änderte. Allerdings bedeutet das Ändern einer AdWords-Anzeige praktisch, dass die alte Anzeige gelöscht und eine neue erstellt wird. Diese neue Anzeige startet dann wieder bei Null, also ohne Historie und ohne Qualitätsfaktor. Durch die Umsetzung mithilfe von Ad Parametern entfällt dieses Problem.

Die neue Lösung hat aber auch noch einen weiteren, nicht ganz unwichtigen Vorteil: Sie ist sehr viel günstiger was API-Kosten angeht. Das Ändern einer Anzeige kostet nämlich auch mit der neuen, günstigeren API-Version immer noch einen US-Cent – bei sehr vielen Produkten und regelmäßigen Anpassungen kommt da einiges zusammen. Das Update eines Keywords kostet dagegen nur noch einen vierhundertstel Cent.

About Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEM in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords bei den Internetkapitänen, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

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