Die Internetkapitäne

Das SEO/SEM-Blog von Bloofusion

Nur 30% aller deutschen Online-Shops übermitteln Produktdaten zur Google Produktsuche

Montag 26. Oktober 2009 von Markus

Wir haben wieder ein neues Bloofusion Advisory online gestellt: “Die Google Produktsuche für Online-Shops nutzen“. Das kann man gerne bei uns auf der Website runterladen - oder eben hier nachlesen:

Die Google Produktsuche

produktsucheBei Google hat sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen, den Google selber als “Universal Search” bezeichnet: Es gibt immer seltener nur noch zehn organische Suchergebnisse. Vielmehr werden die Ergebnisse immer häufiger durch vertikale Suchergebnisse angereichert, z.B. YouTube-Videos, aktuelle Nachrichten, Blog-Beiträge, lokale Listings - und auch Produkte.

Die Google Produktsuche, die früher den Namen Froogle trug, steuert - wie in der Abbildung oberhalb des ersten Suchergebnisses zu sehen - Produkte bei. Je nach Suchanfrage gibt es verschiedene Darstellungen der Produkt-Listings, die aber allesamt einen Vorteil haben: Sie fallen in den Suchergebnissen auf.

Die Technologie hinter der Google Produktsuche nennt sich Google Base. Wenn Shop-Betreiber ihre eigenen Produkte zu Google Base übermitteln möchte, müssen sie dazu einen so genannten Feed bereitstellen und über das Google Merchant Center bei Google bekanntgeben. Ein Feed ist eine Datei, in der in einem bestimmten Format (XML, TSV, …) alle relevanten Attribute eines Produktes enthalten sind. Zu diesen Attributen zählen u.a. der Produktname, eine Beschreibung, der Preis, die Versandkosten und viele andere Informationen.

Die Sortierung der Produkte bei der Google Produktsuche erfolgt nicht wie bei vielen Preissuchmaschinen nach dem Preis, sondern nach der Relevanz. Google versucht also, anhand der übermittelten Attribute die Relevanz eines bestimmten Produkts zu bewerten.

Um die Relevanz eines Eintrags bei Google Base zu verbessern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zunächst ist die klassische textliche Abstimmung wichtig, d.h. dass im Produktnamen und in der Beschreibung die jeweils relevanten Suchbegriffe aufgegriffen werden müssen. Darüber ist es aber auch sinnvoll, möglichst viele wichtige Attribute mitzugeben, z.B. Größe, Farbe, Material oder Marke. Hier ist klar im Vorteil, wer viele strukturierte Informationen über seine Produkte besitzt.

Die Google Produktsuche hat übrigens noch einen weiteren klaren Vorteil: sie kostet nichts. Anders als viele Preissuchmaschinen, die oft auf Klick-Basis abrechnen, entstehen bei der Google Produktsuche weder für das Aufnehmen der Daten noch für die Klicks Kosten.

Der Test

Um zu überprüfen, wie beliebt die Google Produktsuche derzeit bei Shop-Betreibern ist, haben wir eine Test-Menge von ca. 4.000 deutschsprachigen Online-Shops daraufhin überprüft, ob deren Produkte auch in der Google Produktsuche zu finden sind. Insgesamt konnte nur bei 30,1% der Online-Shops festgestellt werden, dass diese mit mindestens einem Produkt in der Google Produktsuche vertreten sind - und das, obwohl dieser Google-Dienst kostenlos ist.

Für jeden Online-Shop wurde zudem die Anzahl der Produkte, die von Google angegeben wird, ausgewertet. In der Auswertung sieht man, dass mehr als die Hälfte der Online-Shops, die in der Google Produktsuche vertreten sind, weniger als 1.000 Produkte eingestellt haben.

Anzahl der Produkte: Anteil an Shops *
1-1.000: 56,39%
1.001-5.000: 28,55 %
5.001-1.0000: 5,91 %
>10.000: 9,15%

*Datum der Überprüfung: 23. September 2009

Meine Meinung

Die Google Produktsuche hat zwei ganz klare Vorteile: Man erhält mehr relevante Reichweite in den Suchergebnissen und es kostet nichts (abgesehen von den Kosten für die Erstellung des Feeds). Dass also derzeit nur ca. 30% aller Online-Shops ihre Produkte dort listen lassen, zeigt vor allem, dass es noch sehr viel Potenzial gibt. Shop-Betreiber sollten hier ihre Hausaufgaben machen und einen Produkt-Feed für Google bereitstellen.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 26. Oktober 2009 um 14:56 und abgelegt unter SEO. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

8 Kommentare über “Nur 30% aller deutschen Online-Shops übermitteln Produktdaten zur Google Produktsuche”

  1. Dessous-Experte schrieb:

    Wir sind zwar schon in der Produktsuche aber, was da wirklich zählt, ist nicht so ganz klar. Die Attribute, ja, das Auftauschen der Keywords im Artikelnamen und der Produktbeschreibung und dann… Das ist derzeit nochdas große Geheimnis. Können Sie mehr verraten?

  2. Markus schrieb:

    Im Prinzip sind das schon die wichtigsten Sachen - vor allem die tiefe Attributierung und die exakte Abstimmung der Produkttexte auf Suchbegriffe. Und dann halt da wohl jeder seine “secret sauce” :)

  3. RocknRolli schrieb:

    Irgendwie vergessen: die Google Produktsuche - danke fürs Erinnern! Eine Frage ist nun noch offen: Wenn eine Seite soz. eine Meta-Page ist, von der aus unterschiedliche Varianten des Produkts angesteuert werden können, kann ich dann für die unterschiedlichen Produkte Feeds erzeugen, aber immer auf die gleich URL verweisen? Deeplinks machen in meinem Fall keinen Sinn.

  4. Markus schrieb:

    Nein, das wird wohl nicht gehen. Hab’s nicht ausprobiert, aber es klingt nicht gut. Wenn Du mehrere Objekte mit derselben URL hast, wird Google damit wohl nicht klarkommen.

  5. Rick schrieb:

    Danke für den interessanten Beitrag. Gibt es Auswertungen, in welchen Produktkategorien sich die Google-Produktsuche lohnt?

  6. Markus schrieb:

    Nicht soweit ich weiß. Wir haben leider keine Brancheninformationen zu den getesteten Online-Shops gehabt.

  7. Josi schrieb:

    Interessanter Beitrag, danke. Hat Google auch andere Tools für Produktpromotion?

  8. Markus schrieb:

    Zumindest sonst keine kostenlosen (wenn man SEO ausschließt). Für alles andere muss man leider zahlen.

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