Ranking-Tracking am Ende? Meine Meinung…

Donnerstag 13. August 2009 von Markus

Ich hatte die Tage (im Urlaub natürlich) eine lange Diskussion mit meinem Mitgründer Andreas, der die US-Geschäfte leitet. Die US-Kunden bekommen immer viele große Ranking-Auswertungen von uns und für die meisten dieser Kunden ist das auch extrem wichtig.

Insgesamt habe ich aber Bauchschmerzen mit den Werten, die wir messen. Vor allem liegt das an den folgenden drei Gründen:

  1. Wir leben in Zeiten von Universal Search. Es könnte also sein, dass Website X auf Platz 3 ist und auf Platz 4 ein atemberaubendes Youtube-Video eingeblendet wird. Dann ist mein Platz 3 eigentlich nicht so viel wert. Wenn aber auf Platz 4 nur ein langweiliger Konkurrent zu finden ist, ist mein Platz wieder viel wert. Ich muss also eigentlich in das Ranking auch das Umfeld mit einbeziehen.
  2. Wir leben leider auch in Zeiten von personalisierten Suchergebnissen. Selbst in der Agentur haben wir ja oft von Platz zu Platz unterschiedliche Suchergebnisse. Das, was wir also messen, muss nicht unbedingt mit dem übereinstimmen, was andere sehen. Man muss sich einfach damit abfinden, dass es das Ranking nicht mehr gibt.
  3. Der Long Tail wird immer wichtiger. Ich kann gar nicht alle Suchbegriffe tracken, die für Kunden wichtig sind. Insbesondere bei unseren Portal-Kunden gibt es soooooooooooo viele Suchbegriffe, dass ich die nie im Leben tracken kann.

Also, Ranking-Tracking ist tot. Es lebe das Ranking-Tracking? Es gibt natürlich auch Argumente, warum man’s trotzdem machen sollte:

  1. Auch wenn der Long Tail so wichtig ist, zeigt mir das Ranking-Tracking natürlich Trends an. Wenn alle Rankings in einem Monat um 30% ansteigen, kann ich das erstmal als Zeichen nehmen, dass Google & Co es gut mit meiner Website meinen.
  2. Es gibt das Ranking nicht mehr. Trotzdem ist es ja nicht so, dass ich eine Website auf dem ersten Platz sehe und mein Kollege es auf der 234234ten Seite. Prinzipiell muss ich also einfach nur wissen, dass das Gemessene eine Momentaufnahme ist und eine grobe Richtung vorgibt.

Also, was machen wir jetzt mit den Pros und Contras? Wir werden weiterhin Ranking-Tracking durchführen, aber die Kunden eben deutlicher darauf hinweisen, wie die Werte zu verstehen sind. Auch finde ich Traffic-Analysen extrem wichtig. Den Erfolg würde ich also nie an zehn Keywords festmachen, sondern eher an der Frage “Wieviele Besucher kommen denn heute von Google, Yahoo, Bing und Konsorten?”.

P.S.: Der Anstoß für diesen Blog-Post war übrigens ein Post bei SEOmoz: “Case Study: How Much Do Rankings Matter?“. Interessanter Artikel…


Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion und Chefredakteur des Magazins suchradar.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 13. August 2009 um 12:04 und abgelegt unter Agenturleben, SEO. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

3 Kommentare über “Ranking-Tracking am Ende? Meine Meinung…”

  1. PaulNo Gravatar schrieb:

    Ich denke, dass viele User bei einer Suche unterscheiden können, ob sie ein Universal Search Ergebnis wollen oder nicht. Wenn ich etwas lesen will, klicke ich nicht auf ein Video, ergo zählt mein Platz 1 in den “normalen” SERPs auch weiterhin eine Menge.

  2. ErnestNo Gravatar schrieb:

    @Paul – Das oben genannte Beispiel kannst Du aber auch auf einen Nutzer mit einer Kaufabsicht anwenden.

    Wenn Du mit Deinem Online-Shop auf Platz 3 stehst und genau darunter auf Platz 4 die Google Product Search eingeblendet werden, dann ist Dein dritter Platz nicht mehr so viel wert. Insbesondere wenn die Produktbilder auch noch mit angezeigt werden:

    http://twitpic.com/6h3d3
    http://twitpic.com/6h4hn

  3. PaulNo Gravatar schrieb:

    @Ernest: Mein Empfinden ist, dass die Google Produktsuche meist nur überteuerte Angebote und wenig Auswahl hat. Da klick ich lieber auf andere Anbieter oder nehme gleich eine Preissuchmaschine wie Geizhals.
    Kann aber gut sein, dass viele Menschen so handeln, wie Du beschreibst.

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