Die Internetkapitäne

Das SEO/SEM-Blog von Bloofusion

Archiv für November, 2008

Auswirkungen der personalisierten Suche auf SEO

Donnerstag 27. November 2008 von Markus

Bei der Internet World Business habe ich einen Artikel gefunden, der auf einer SUMO-Pressemitteilung von gestern basiert. Sicherlich ist das alles Kaffeesatzlesen und Glaskugeldeuten, aber ich stimme den Prognosen überhaupt nicht zu.

Meine Argumente:

  1. Personalisierte Suche auf Basis von vergangenen Suchanfragen funktioniert bestenfalls dann, wenn ich nach etwas suche, nach dem ich in der Vergangenheit bereits gesucht habe. Wenn ich in der Vergangenheit nur nach “autoreifen” gesucht habe und jetzt nach “pablo picasso gemälde” suche, kann Google wohl aus den vergangenen Suchergebnissen keinerlei Rückschlüsse ziehen. Meine Suchergebnisse werden hier also nicht personalisiert. Hier würden mich mal wirklich Zahlen interessieren: Wieviele Google-Nutzer nutzen bereits die Personalisierung? Wieviele Änderungen in den Suchergebnissen gibt es deswegen und in welchem Umfang?
  2. SearchWiki halte ich für dramatisch überschätzt. Mal davon abgesehen, dass die Änderungen eben nur meine Suchergebnisse betreffen, glaube ich noch nicht einmal, dass das viele nutzen werden. Warum auch? Viele Suchanfragen sind doch einmalig (ich brauche jetzt eine Druckperpatrone oder eine Adresse in Berlin), was nicht dazu führen wird, dass ich nach erfolgreicher Suche auch noch die Ergebnisse umsortiere.
  3. Die Abrechnung nach erzielten Platzierungen wird schwieriger? Ja, das mag sein. Streng genommen wird sie nur ungenauer. Aber ich glaube nicht mal, dass viele Agenturen nach Platzierungen abrechnen - wir machen’s zumindest nicht. Wenn schon erfolgsabhängige Abrechnung, dann schon eher nach Traffic oder Conversions.
  4. Bringt die personalisierte Suche Vorteile für kleinere Sites? Auch das Argument habe ich einfach nicht verstanden. Google mag doch auch jetzt schon thematisch spitze Websites - vorausgesetzt, dass diese gut verlinkt sind. Wenn Google gelernt hat, dass ich ganz viele lokale Suchanfragen für Emsdetten gestellt habe und das wohl mein Lebensmittelpunkt sein muss, heisst das ja nicht, dass auch nur lokale Websites nach oben gespült werden. Was macht Google denn, wenn ich nach “steuerberater” suche? Google wird in seiner großen Datenbank nachschauen und feststellen, dass “steuerberater” ein Suchbegriff ist, der oft lokal gesucht wird. Aber wird Google deswegen auch nur lokale Websites anzeigen? Oder doch die großen Portale, die eine gute Verlinkung und viel Trust haben? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.

Also, mir gefällt der Artikel nicht. Ich finde, dass die verschiedenen Konzepte durcheinander gewürfelt wurden und dass da doch sehr viel herumgeraten wurde.

In einigen Jahren wissen wir sicherlich mehr. Personalisierte Suche wird mit Sicherheit ein Thema werden, aber wohl wie so oft nicht das Thema.

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Rand Fishkin hat Recht: Immer mit der Ruhe…

Dienstag 25. November 2008 von Markus

Rand Fishkin, ein geschätzter Kollege von SEOmoz, hat einen guten Post geschrieben: “Oh My God! Search is Changing Forever! SEO is Doomed! Run for the Hills!“.

Wie wir gestern auch schon in Bezug auf SearchWiki geschrieben haben: Nein, das neue Google-Feature wird wohl nicht Auswirkungen auf SEO haben. Auch wenn ich an manchen Stellen in der Presse anderes lesen musste.

Rand hat absolut Recht: Im Kern hat sich eigentlich seit Jahren nichts geändert. Ich brauche nach wie vor gute Inhalte und gute Links, um eine Website nach vorne zu bringen. SEO ist also nicht tot.

Mich wundert nicht, dass viele Website-Betreiber denken, dass SEO unglaublich komplex ist und vor allem Google alle drei Tage den kompletten Algorithmus über den Haufen wirft. Zum Teil tragen dazu natürlich auch einige Agenturen bei, aber vor allem die Presse ist nur selten hilfreich.

Also: Nicht aufregen. Nichts ist passiert. Und wenn etwas passiert, was kritisch in Bezug auf SEO ist und die gesamten Spielregeln ändert, werden Sie’s hier sicher lesen.

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Google SearchWiki: Google-Ergebnisse verändern leicht gemacht

Samstag 22. November 2008 von Markus

Google hat mit SearchWiki ein neues System vorgestellt, bei dem man die Suchergebnisse, die Google anzeigt, verändern kann. Ergebnisse können verschoben oder direkt gelöscht werden.

Die Internet World Business meinte zu dieser Neuerung: “Für Suchmaschinen-Optimierer heißt das: Umdenken ist gefragt.” Wenn das suggerieren soll, dass man über die neue Google-Funktion die Suchergebnisse aller Google-Nutzer verändern kann, ist das definitiv falsch.

Auch Google war wohl klar, dass diese Idee aufkommen könnte. In einem Blog-Post steht dann auch klar und unmissverständlich: “The changes you make only affect your own searches.”

Wenn es nämlich anders wäre, würde Google unter der Last falscher Wiki-Nutzer zusammenbrechen. Jeder würde versuchen, seine eigene Website auf die oberste Position und die Konkurrenten ins digital Nirvana zu schicken.

Wer Interesse an SearchWiki hat, sollte sich das folgende Video anschauen:

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Neues Tool von Google: Das “Search-based Keyword Tool”

Mittwoch 19. November 2008 von Markus

Google hat mit dem “Search-based Keyword Tool” ein neues Tool vorgestellt, das Vorschläge für neue Zielsuchbegriffe und dazu passende Zielseiten liefert. Derzeit funktioniert das Tool nur wirklich gut für englischsprachige Websites.

Außerdem ist das Tool eigentlich dafür gedacht, dass Vorschläge für Websites geliefert werden, die auch im eigenen AdWords-Account beworben werden. Wer das Tool derzeit mit einer fremden Website aufruft, erhält nur eine kleine Menge an Vorschlägen.

Ich habe das mal für Amazon.com ausprobiert. Das Ergebnis sieht dann so aus:

sktool

Ein Vorschlag wäre also z.B. den Suchbegriff “kreuzworträtseln” zu schalten und als Zielseite http://www.amazon.com/Kreuzwortratseln-Deutsch-Lernen-Anfanger-Crossword/dp/8885148158 zu nehmen.

Prinzipiell ein witziges Tool, weil es mir Suchbegriffe zeigt, die ich derzeit bei AdWords noch nicht buche. Ich habe das aber auch mal unter SEO-Aspekten durchprobiert und auch da liefert es gelegentlich guten Input, z.B. welche Seite man auf welche Suchbegriffe optimieren könnte. Das muss man natürlich noch alles überprüfen, aber um mal eben schnell ein paar Inspirationen zu bekommen, ist das gar nicht so verkehrt.

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SEO-Addons für Firefox

Donnerstag 13. November 2008 von Markus

Fürs nächste suchradar schreiben wir gerade an einem Artikel über “Must-Have Firefox Add-Ons”. Auf der Liste der Tools, die wir zeigen möchten, haben sich bis jetzt die folgenden Add-Ons verirrt:

An dieser Stelle eine kleine Frage in die Runde: Haben wir noch ein total wichtiges Add-On übersehen? Freue mich über Kommentare…

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Google stellt “SEO Starter Guide” bereit

Donnerstag 13. November 2008 von Markus

Google stellt ab sofort den “SEO Starter Guide” im PDF-Format zur Verfügung. Dort gibt es für SEO-Einsteiger solide Hausmannskost, also z.B. Richtlinien für Seitentitel und Meta Descriptions.

Das Dokument an sich halte ich für eine gute Einführung in die Thematik, auch wenn hier nur die offiziellen Google-Positionen zusammengefasst werden.

Interessant finde ich auf jeden Fall den Zwiespalt, der zwischen den Zeilen durchschimmert. In Bezug auf sprechende URLs findet man hier beide Positionen:

  1. Ja, sprechende URLs sind schon toll und wichtig (”[...] spending the time to make your URLs as simple as possible for both users and search engines can help. [...]“).
  2. Aber bitte darauf achten, dass man dabei viel falsch machen kann (”[...] while Google is fine
    with this, we’d like to note that this is an advanced procedure and if done incorrectly, could cause
    crawling issues with your site. [...]“).

Auch finde ich die folgende Stelle in Bezug auf Verzeichnisstrukturen interessant:

“Avoid: [...] using directory names that have no relation to the content in them”

Umkehrschluss: Man soll Verzeichnisnamen wählen, die im Bezug zum Content stehen. Also, für mich klingt das insgesamt wie eine klare Aufforderung, sprechende URLs einzusetzen. Und das klingt doch schon ein wenig anders als noch vor ein paar Wochen.

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Google AdWords Keyword Tool zeigt Marken an

Freitag 7. November 2008 von Markus

Das Google AdWords Keyword Tool zeigt neuerdings neben den Suchbegriffen ein TM an, wenn es sich dabei um eine Marke handelt:

trademark

Seltsamerweise passiert das nicht bei allen Suchbegriffen. Der Suchbegriff “google” hat z.B. kein angehängtes TM, “adwords” auch nicht.

Prinzipiell ist das aber erstmal eine sinnvolle Neuerung, um direkt bei der Keyword-Recherche Suchbegriffe ausschließen zu können, die man nicht buchen kann oder die zu Schreiben von Anwälten führen.

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Google will AdWords-Anzeigenqualität verbessern

Montag 3. November 2008 von Martin

Google hat zwei Änderungen für AdWords angekündigt, mit deren Hilfe die Qualität der Anzeigen gesteigert werden soll. Die Änderungen beziehen sich auf den Qualitätsfaktor und die Vergabe der Anzeigenplätze.

Die Anzeigenplätze werden nach dem Anzeigenrang vergeben, welcher sich errechnet durch Klickgebot x Quality Score. Wer einen hohen Quality Score für seine Suchbegriffe erzielt, zahlt also für den gleichen Anzeigenrank und damit gleiche Anzeigenpositionen weniger.

Maßgeblicher Faktor bei der Berechnung des Quality Scores war und ist die Klickrate, die für eine Anzeige in der Vergangenheit erzielt wurde. Das hieß bisher, dass Anzeigen, die oft angeklickt werden, auch einen höheren Quality Score erreichten. Die Klickrate ist aber abhängig von der Platzierung der Anzeige: die erste Anzeige erhält deutlich mehr Klicks als die letzte. Das bedeutete letztlich, dass ein hoher Anzeigenrang auch einen hohen Quality Score mit sich brachte, welcher wiederum den Anzeigenrang verbesserte - kurz: ein hoher Anzeigenrang führte zu einem weiterhin hohen Anzeigenrang.

Dieses Verhalten will Google jetzt ändern: Der Einfluss der Platzierung auf die Klickrate soll herausgerechnet werden, wenn der Quality Score berechnet wird.

Die zweite Änderung betrifft die Auswirkung des Quality Scores auf die Vergabe der Premium Anzeigenpositionen, also die Anzeigenplätze direkt über den Suchergebnissen. Im Fall einer freien Premium-Position wurde meist nur die Anzeige mit dem höchsten Anzeigenrang berücksichtigt. Wenn diese Anzeige einen ausreichend hohen Quality Score erreichte, wurde sie auf die freie Premium Position gehievt. Nach dem neuen Verfahren können auch andere Anzeigen zum Zug kommen, die zwar nicht den höchsten Anzeigenrang, wohl aber einen ausreichenden Quality Score aufweisen. Das bedeutet, dass eine Anzeige, die ihren hohen Anzeigenrang eher ihrem hohen Klickgebot verdankt, von einer anderen Anzeige mit niedrigerem Rang aber höherem Quality Score übersprungen werden kann.

Auswirkungen

Durch das Herausrechnen der Anzeigenposition aus der Klickrate spiegelt der Qualitätsfaktor eher die tatsächliche Qualität einer Anzeige wider. Das Überspringen von Anzeigen bei der Vergabe der Premium-Positionen dürfte zur Folge haben, dass wir demnächst mehr Anzeigen auf diesen Plätzen sehen werden. Unklar ist allerdings, wie weit Google hier gehen wird. Angenommen, auf dem letzten Anzeigenplatz steht eine Anzeige mit hohem Quality Score, für die aber nur sehr wenig geboten wurde: Springt diese Anzeige tatsächlich auf den ersten Platz?

Die größere Verfügbarkeit der Premium Positionen könnte auch dazu führen, dass SEM stärker als bisher zur Markenbildung eingesetzt wird. Für Werbetreibende verstärken jedenfalls beide Änderungen den Anreiz, bei den Anzeigen auf Qualität zu achten. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass Anzeigen auf Suchbegriffe abgestimmt werden müssen. Es bedeutet auch, dass die alte Strategie, zunächst viel zu bieten, um durch die hohe Anzeigenposition eine gute Klickrate und dadurch einen hohen Quality Score zu erreichen, nicht mehr funktionieren wird.

Die Änderungen könnten auch zur Folge haben, dass die bisherigen Anzeigenpositionen mehr oder weniger kräftig durcheinander gewirbelt werden. Hier müssen wir uns wohl überraschen lassen, wie stark sich die Änderungen letztlich auswirken.

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Aus Yahoo mach Microsoft: Einträge in Google Maps können leicht manipuliert werden

Montag 3. November 2008 von Markus

Bei Search Engine Land gibt es wieder einen guten Artikel: “Google Local Business Hijacking: Microsoft Acquires Yahoo, Becomes Escort Service“. Darin wird darauf hingewiesen, dass es sehr einfach ist, ein lokales Google-Listing (Google Maps) zu ändern. Im konkreten Beispiel wurde das Listing des Yahoo-Hauptquartiers ohne Probleme in Microsoft geändert.

Auch in Deutschland ist das möglich. Bei Google Maps gibt es Listings, die von Unternehmen selber erstellt wurden, und solche, die aus anderen Quellen übernommen wurden und noch nicht vom jeweiligen Besitzer überarbeitet oder als das eigene angemeldet wurden.

Ein Beispiel für ein solches Listing:

google-maps

Wer also in einem solchen Listing auf “Anspruch auf diesen Brancheneintrag erheben” klickt, kann dieses in seinen eigenen Account übernehmen und verändern. Ein Blumenhändler könnte also alle Konkurrenz-Listings übernehmen und z.B. die Rufnummer auf die eigene Rufnummer ändern.

Rechtlich ist das Ganze natürlich sehr grenzwertig. Ich habe kurz mit Dr. Martin Schirmbacher von Härting gesprochen:

“Wer Google Map Einträge von Wettbewerbern ‚kapert’, wirbt irreführend und verstößt unter Umständen gegen das Markengesetz. Zudem liegen eine unbillige Behinderung und damit ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vor. Wer feststellt, dass sein Eintrag übernommen wurde, kann den ‚Dieb’ abmahnen lassen und zur Not auf Unterlassung klagen.”

Auch wenn Google hier natürlich an einer Lösung arbeiten sollte (und das sicher bereits tut), gibt es einen guten “Quick Fix”: Alle Unternehmen sollten ihr eigenes Listing prüfen (bei maps.google.de nach dem eigenen Unternehmen suchen) und dieses - falls noch nicht geschehen - als das eigene beanspruch. Dann kann es zumindest kein fremdes Unternehmen mehr ändern.

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