SEOs – ein seltsames Berufsbild
Mittwoch 20. August 2008 von Markus
Fragt mich letztens eine Kollegin bei einem Networking-Treffen in Münster, ob ich denn ein SEO sei. Meine Güte, was für eine schwierige Frage. SEO ist für mich ein Wort, das ähnlich ist wie “Webdesign” oder “Werbeagentur”.
Werbeagentur ist erstmal alles: Eine kleine Ein-Mann-Hinterhof-Klitsche oder eben Jung von Matt. Dito für Webdesign. Und SEO? Das können kleine Frickler sein, die sich für ein Keyword mit einer Website nach oben pushen. Oder eine professionelle Agentur mit 100+ Mann.
Also, bin ich ein SEO? Schwer zu sagen. Prinzipiell verschanze ich mich lieber hinter “ich mache SEO” oder “ich bin Chef einer Agentur für SEO und SEM”. Klingt doch irgendwie besser.
An dieser Stelle übrigens noch eine nette Anekdote zum Thema “jeder kann doch SEO”: Da ruft mich heute morgen mal eine Agentur an, um uns SEO für eine unserer Websites zu verkaufen. Sonst gebe ich immer gerne den Hinweis, vielleicht mal einen Blick ins Impressum zu werfen und mal zu gucken, womit wir eigentlich so unsere Brötchen verdienen. Aber heute morgen wollte ich’s mal wieder, was die zu bieten hatten.
Kurz gesagt: Die Firma aus dem Kölner Raum hatte von Google eine unglaublich teure Lizenz erworben, so dass sie jetzt in der Lage sein sollte, Websites mit dem gewissen Wissensvorsprung zu optimieren. Als ich das Wort “Betrug” in den Mund nahm, war das Gespräch auch schnell zu Ende. Naja, vielleicht haben sich die Jungs ja auch nur von Google tierisch über den Tisch ziehen lassen
Solange solche Firmen das Wort “SEO” in den Mund nehmen, bin ich also definitiv kein “SEO”. Ich sehe aber auch nicht ganz, dass sich das in den nächsten Jahren signifikant bessern würde. Wo immer es potenziell Geld zu verdienen gibt, werden Leute auf den Plan treten, die keine hohe Berufsethik, aber dafür ein gutes Verkaufstalent haben.
Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion und Chefredakteur des Magazins suchradar.
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 20. August 2008 um 13:47 und abgelegt unter SEO. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


Sonntag 24. August 2008 um 06:09
Ist ja prinzipiell sowieso das Problem, dass sich praktisch jeder “SEO” nennen kann, der sich einigermaßen im Internet zurechtfindet und mal ein bisschen etwas über das Thema gehört hat.
Zum Vergleich: Zum Brötchenbacken braucht man in Deutschland eine 2jährige Ausbildung mit bestandener Abschlussprüfung, erst dann darf man sich “Bäckereifachverkäuferin” nennen..
Montag 1. September 2008 um 10:28
Hallo,
@Fabian: wo ist das Problem? Auch “Schönheitschirurg” darf sich jeder nennen. Wenn da Leute hingehen und dann schlechte Arbeit abgeliefert bekommen, dann haben sie eben Pech gehabt. Man sollte sich schon vorher informieren, Referenzen zeigen lassen usw. Genau das Gleiche gilt für SEO. Wie hieß es früher so schön, “Neffen-Design”? Einfach zu bekannten Agenturen gehen, dann passt das schon. Just my 2 cents.
Der Vergleich mit der “Bäckereifachverkäuferin” hinkt leider, so hat es Staat, Wirtschaft und Industrie bisher immer noch nicht geschafft, einen Ausbildungs- oder Studiengang primär für SEO zu schaffen. Dagegen ist das Bedürfnis, Brot (und Brötchen) zu backen wohl so alt wie die Entdeckung des Mehls.