Die Internetkapitäne

Das SEO/SEM-Blog von Bloofusion

Archiv für Juli, 2008

SEM für den Ramp-Up: Am Anfang mehr Gas geben

Donnerstag 31. Juli 2008 von Markus

Habe gerade in der w&v gelesen, dass Alexander Holl wieder was Neues macht: 121WATT. Das habe ich dann direkt mal bei Google eingegeben - und es kommt nichts. Naja, es kommt etwas, aber eben nichts über 121WATT.

Die Website ist neu und noch nicht verlinkt, so dass Google derzeit noch keine Veranlassung sieht, die Website anzuzeigen. Wenn dem so ist und man gerade als Startup oder neue Marke antritt, sollte man dann aber wenigstens AdWords für die eigene Marke schalten. Wäre doch schade, wenn ein Journalist auch danach sucht, aber die Site nicht findet.

Hat dann auch den Vorteil, dass man direkt sieht, wie oft nach der neuen Marke gesucht. Und so teuer können die Keywords ja nun auch nicht sein.

Und, Alex: Damit’s noch schneller bei Google voran geht, hier noch ein Backlink: 121WATT – PERFORMANCE MARKETING TRAINING. Viel Erfolg!

Kategorie: SEM | 2 Kommentare »

Neue Suchmaschine Cuil ist da…

Montag 28. Juli 2008 von Markus

Eine neue Suchmaschine ist offiziell gestartet: Cuil (sprich: Cool) erklimmt wieder mal den Thron des Google-Bezwingers. Naja, zumindest hat die Presse Cuil diese Rolle zugedacht. Aber das passiert wohl mittlerweile jeder Suchmaschine.

cuil

Eindrucksvoll ist auf jeden Fall das Gründerteam: Tom Costello, Anna Patterson und Russell Power haben vorher bei IBM und Google gearbeitet. Die Jungs sollten sich also mit dem Thema auskennen.

Cuil macht auch einen sehr guten Eindruck. Ich war etwas irritiert von einigen Blog-Posts, die die Cuil-Ergebnisse mit Google-Resultaten verglichen, getreu dem Motto: Googles Ergebnisse sind richtig und die von Cuil stimmen oft nicht mit den richtigen Ergebnissen überein.

Bei Suchmaschinen ist das leider so: Google liefert andere Ergebnisse als Yahoo als MSN/Live als Ask als Cuil. Und dafür, dass Cuil gerade mal einen Tag im Rampenlicht steht, kann man eben auch nicht 100% Qualität erwarten. Google werkelt da seit Jahren dran. Wichtig ist nur, dass die grundlegende Technologie funktioniert. Finetuning kommt dann später.

(Kleiner Einschub für die, die es nicht wissen: Ich habe selbst mal Suchmaschinen entwickelt. Auch wenn ich irgendwann die Seiten gewechselt habe, bleibt man Interesse für Technologie bestehen)

Also: Meine Eindrücke von Cuil sind sehr gut. Der Index scheint mir insgesamt sehr US-lastig zu sein. Wenn ich nach “bloofusion” nach, erscheint die deutsche Website nicht - dafür aber eben jede Menge US-Kram.

Ich mag das Feature, dass einigen Listings ein Bild angehängt wird. Bei der Startseite von Bloofusion.com wurde z.B. das Logo ausgewählt, um das Snippet zu bereichern. So weit, so gut. Einige Bilder haben nur wirklich nichts mit der Zielseite zu tun. Zum Teil kommen Sie dort nicht vor und kamen dort sicherlich auch nie vor. Da muss also noch deutlich nachgebessert werden.

Die Ergebnisse scheinen mir noch ein wenig spammy zu sein. Auch scheint es möglich zu sein, dass mehr als zwei Suchergebnisse auf einer Seite von derselben Domain stammen. Das erzeugt bei manchen Suchanfragen gerade auf den folgenden Seiten sehr nutzlose Ergebnisse.

Ich möchte auch gar nicht auf die Index-Größe abzielen. “Size doesn’t matter” ist nach wie vor ein wichtiges Grundprinzip. Die 120 Milliarden Seiten, die sich im Index befinden sollen, seien also mal dahingestellt. Wichtig ist nur, dass man aus dem Index sinnvolle Ergebnisse ableiten kann.

Und genau daran muss Cuil noch ein bisschen arbeiten. Ist Cuil also der Google-Killer? Nein, sicherlich nicht. Dafür hat Google natürlich einfach zuviel drumherum: das reichweitenstärkste Pay-per-Click-System, eine News-Suche, eine Email-System, und vieles mehr.

Ich bin insgesamt auch ein wenig von der Darstellung der Ergebnisse enttäuscht. Nach wie vor glaube ich, dass man Google nicht auf seinem eigenen Schlachtfeld schlagen kann. Der Google-Killer müsste mehr bieten als zehn Suchergebnisse. Sicherlich, zehn Suchergebnisse ist ein Paradigma, an das Nutzer gewöhnt sind. Aber eben auch fürchterlich uninnovativ. Ehrlich gesagt: Cuil müsste signifikant anders sein, damit ich mich jetzt gegen Google entscheide.

Mein Urteil ist klar: Hut ab für die tolle Engine, die noch viel Finetuning brauchen könnte. Auch schön, dass es immer noch Unternehmen gibt, die nicht vor der Allmacht Googles verzweifeln. Dann aber doch bitte mit einem innovativeren Interface.

Weitere Informationen:
> Cuil Launches — Can This Search Start-Up Really Beat Google? (Search Engine Land)
> Former Employees of Google Prepare Rival Search Engine (NYTimes.com)

Kategorie: Sonstiges | 6 Kommentare »

Page Impressions für Anfänger und Fortgeschrittene

Mittwoch 23. Juli 2008 von Martin

Page Impressions werden hier und da immer noch als wichtige Messgröße für den Erfolg von Online-Medien angesehen. Dass hier manipuliert werden kann, weiß eigentlich jeder. Anfänger teilen Beiträge daher auf mehrere Seiten auf - wer einen dreiseitigen Artikel lesen will, produziert damit auch drei PIs. Fortgeschrittene stellen Bildergalerien dazu. Die sind leichter zusammengestellt als Artikel und für jedes Bild wird eine Impression gezählt. Die Profis stellen Spiele auf ihre Seiten, bei denen jeder Klick als Page Impression gezählt wird.

Wie dieses “Klickdoping” abläuft erläutert Stefan Niggemeyer in einem lesenswerten Beitrag. Ein Bonbon dabei: Er hat auch Herrn Jakobs, den Chefredakteur von sueddeutsche.de, dazu befragt. Der hatte kürzlich eine Konvention über “statthafte und unstatthafte” SEO-Maßnahmen angeregt. Ob er sich analog dazu auch vorstellen könne, auf “Klickdoping” zu verzichten, wenn andere Verlage sich ebenfalls verpflichten. Seine Antwort darauf verwundert nicht allzu sehr ;)

Kategorie: Sonstiges | 1 Kommentar »

Suchmaschinen-Optimierung für semantische Suchmaschinen

Donnerstag 17. Juli 2008 von Markus

Bei Search Engine Land gibt es einen recht guten Artikel zum Thema SEO For Semantic Search Engines. Das Thema an sich ist derzeit sicherlich noch recht weit weg, aber es lohnt sich dennoch ein Blick.

Warum das Thema gerade jetzt auf den Tisch kommt? Könnte damit zusammenhängen, dass Microsoft in die Kaffeekasse gegriffen hat, um die semantische Suchmaschine Powerset zu kaufen.

Powerset - erst als Google-Killer lanciert, dann von diesem Sockel gestoßen werden - versucht, textliche Inhalte zu verstehen. Wenn ich also nach “Wer hat das Empire State Building gebaut?”, sucht Powerset nicht einfach nach diesen Worten, sondern sucht eine Antwort auf diese Frage.

Prinzipiell ist das auch eine interessante Anwendung, aber ich persönlich glaube, dass das nur einen geringen Teil der realen Suchanfragen abdecken kann. Derzeit basiert das Wissen von Powerset ohnehin auf der Wikipedia, so dass ich mir eine Frage wie “Wie ist das Wetter in Brunsbüttel?” auch sparen kann.

Richtig spannend wird das Thema Semantik sowieso erst, wenn das viel tiefer geht. Beispiel: Ich suche nach “aktivreisen tunesien”. Derzeit liefert mir Google Seiten, in denen genau diese beiden Wörter vorkommen - aber z.B. nicht Aldiana. Dabei kann ich bei denen super Aktivurlaub machen. Und über einen Club in Tunesien verfügen die auch. Derzeit muss ich eben noch klassische SEO machen, um für so eine Suchanfrage nach oben zu kommen.

Semantische Suche würde für mich genau da anfangen. Ich suche nach “messebau düsseldorf” und die Suchmaschine der nächsten Generation liefert mir eine Firma für Messestandbau in Neuss, in deren Website die Wörter “messebau” und “düsseldorf” gar nicht vorkommen. Eigentlich müsste die Suchmaschine mich auch noch fragen, ob ich Messebau für eine Messe in Düsseldorf suche oder eben einen Messebauer in oder in der Nähe von Düsseldorf.

Von derartigen Features sind wir aber noch Parseks entfernt. Und das bleibt wohl auch noch ein paar Tage so.

Bis dahin gilt also die Empfehlung des Autors des oben genannten Artikels: Wenn heute “Content is King” gilt, gilt zukünftig “Content is Emperor”. Inhalte werden also noch viel viel wichtiger werden. Und wenn wir über Inhalte reden, ist Fließtext gemeint. Toller, informativer Fließtext.

Kategorie: SEO | Keine Kommentare »

Ärzte sind die schlechtesten Patienten - und SEO-Agenturen die schlechtesten SEOs?

Freitag 11. Juli 2008 von Markus

Das ist mal eine dramatische Headline, aber mir ist gestern wieder aufgefallen, dass man selber ja eigentlich der Maßstab aller Bemühungen sein sollte. Unseren Kunden empfehlen wir immer, individuelle Meta-Descriptions für alle Seiten zu vergeben - und dann machen wir das selber nicht auf unserer eigenen Website.

Oder gestern haben wir wieder an einem unserer Cash-Cow-Portale rumgefummelt und festgestellt, dass wir durch schlecht ausgewählte Affiliate-Links pro Monat einen vierstelligen Betrag sausen lassen.

Aber so ist das halt. Der Kunde hat irgendwie immer Vorrang und die eigenen Sachen geraten dabei in den Hintergrund. Bin schon froh, dass wir für das suchradar einen festen Redaktionsplan haben - sonst würden wir maximal eine Ausgabe pro Jahr fertigstellen.

Oft fragen Kunden auch, warum Bloofusion.de eigentlich für “suchmaschinenoptimierung” nicht auf Platz 1 ist (oder auch nur annähernd in der Nähe von Platz 1). Aus Sicht des Kunden stimmt das: Eigentlich würde ich auch so eine Agentur auswählen.

Leider nur steckt der Teufel wie immer im Detail. Denn

  1. Wir haben ehrlich keine Zeit, uns da um ein Top-Ranking zu bemühen.
  2. Einige Agenturen sind oben, weil ihre Kunden immer so nette “Suchmaschinenoptimierung”-Links auf die Agentur setzen (z.B. bei ** und bei ** - keine Sorge, ich nenn keine Namen, aber ein bisschen Backlink-Analyse zeigt immer schnell, wie der Hase läuft). Die wenigsten Kunden wissen darüber Bescheid. Das ist zum Glück nicht unser Ding. Halte das auch für keine empfehlenswerte Angelegenheit. Bei einigen Agenturen werden diese Backlinks es aber Google leichter machen, die ganzen Blackhat-optimierten Sites rauszufischen :)
  3. Einige sind auch oben, weil Sie tolle Inhalte haben - so wie Alan Webb mit Abakus. Der hat ganz viele tolle Links, weil er eben ein so schönes Forum betreibt. Wir machen das eben nicht.

Also, wenn hier potenzielle Neukunden lesen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und, ja, wir sind auch nur Menschen, die gelegentlich mal gerne einen dicken Bock schießen :)

Kategorie: Agenturleben | 1 Kommentar »

Google liebt Mister Wong

Donnerstag 10. Juli 2008 von Markus

Anfang der nächsten Woche kommen die neuen SUMAXX-Auswertungen raus. Wir können jetzt schon einen klaren Sieger ausmachen: Mister Wong. In allen Statistiken - und wir generieren ja nicht nur die fünf, die man öffentlich abrufen kann, sondern auch noch ganz viele kundenspezifische Statistiken - hat Mister Wong einen kräftigen Sprung nach vorn gemacht.

Warum Google Mister Wong nach vorne schiebt, ist mir nicht ganz klar. Die Site ist so wie immer. OK, die Backlinks werden immer mehr, aber das sollte eigentlich nicht zu einem solchen Sprung führen. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt…

Kategorie: SEO | 1 Kommentar »

Google AdWords Keyword Tool mit konkreten Suchvolumina

Dienstag 8. Juli 2008 von Markus

Habe gerade beim Google AdWords Keyword Tool nach “san francisco internet radio” gesucht und dabei entdeckt, dass das Tool mir konkrete Suchvolumina ausspuckt:

adwords-screenshot

Endlich mal nicht mehr diese blöden Balken. Wäre ja ein tolles Geschenk für alle, die noch dem finalen Abschied vom Overture Keyword Tool nachheulen.

Leider kann ich das nicht mehr reproduzieren. Wenn ich einen neuen Browser öffne und das Tool erneut aufrufe, sehe ich nur die üblichen grauen Balken als Volumenindikator. Hat das noch jemand gesehen?

Kategorie: SEO | 11 Kommentare »

Schluss mit dem Linkgeiz: Geben und Nehmen!

Montag 7. Juli 2008 von Markus

Fabian Drescher - der übrigens bald bei Bloofusion anfängt - hat’s in seinem Blog schon ganz richtig gesagt: Linkgeiz ist out. Klingt so ein bisschen nach diesen fürchterlichen In-and-Out-Listen wie “In ist Schokoladenkuchen mit Sahne, Out ist Linkgeiz” - aber im Ernst:

Der nofollow-Wahn ist z.T. nicht mehr auszuhalten. Ich halte es ja prinzipiell für eine gute Idee, dass man im Blog Kommentar-Links als nofollow markiert - insbesondere in Anbetracht der ganzen Viagra-Kommentare, die wir tagtäglich bekommen. Aber man sollte das eben nicht zu weit treiben.

Eine Website sollte meiner Meinung nach eben ein Hub sein: Relevante Websites verlinken auf meine Website und meine Website verlinkt dafür auf andere Websites. Ich halte es für bedenklich, wenn eine Website eine “Sackgasse” wird, weil man einfach nicht mehr rausverlinkt.

Wichtig ist natürlich, dass man vermeidet, auf Websites aus dem Rotlicht- oder Gambling-Bereich zu verlinken, aber viele Website-Betreiber schießen über dieses Ziel weit hinaus. Ich sehe das natürlich auch aus der SEO-Perspektive: Wie soll man denn heute noch gute Links herbekommen?

Manchmal zwingt/motiviert natürlich auch Google bestimmte Websites, ausgehenden Links als nofollow zu verstecken, um nicht bestraft zu werden - Mister Wong lässt grüßen. Aber in der Regel wird die Motivation wohl eher bei Website-Betreibern liegen, die auf falsch verstandener Sorge zum dicken Nofollow-Rotstift greifen.

Daher der Aufruf: Auch im Internet sollte immer noch der Grundsatz von “geben & nehmen” gelten. Sonst kriegen wir alle irgendwann unsere tollen Projekte gar nicht mehr ordentlich verlinkt.

Kategorie: SEO | 5 Kommentare »

Google-Suche bringt jede Menge Traffic für Yahoo

Sonntag 6. Juli 2008 von Markus

Hitwise hat eine ganz interessante Auswertung online gestellt, die ich schon immer so vermutet hatte: Manche Yahoo!-Segmente erhalten mehr Traffic über Google, als von der Yahoo!-Suche selber.

Das zeigt vor allem, dass Yahoo! selber auch in SEO investiert. So erhält die Q&A-Plattform answers.yahoo.com deutlich mehr Traffic von Google, als von Yahoo selber. Naja, yahoo.com ist natürlich auch eine tolle Domain mit vielen Backlinks und jede Menge Trust.

Und es zeigt auch, dass Google hier nicht manuell in den Index eingreift, um nicht Besucher zur Konkurrenz zu schicken. Bin mir nicht sicher, ob man das für jede Suchmaschine sagen kann…

Kategorie: SEO | Keine Kommentare »

AdWords zeigt Werbungen auf der Basis mehrerer Suchanfragen an

Sonntag 6. Juli 2008 von Markus

Bei Search Engine Land gibt es einen guten Beitrag, der ein recht neues Verhalten von Google AdWords zusammenfasst: Die Werbungen werden nicht mehr nur auf der Basis der aktuellen Suchanfrage, sondern auch anhand der Historie angezeigt.

Wenn ich also zunächst nach “reiturlaub spanien” suche und danach nach “wetter”, werden die Werbungen so angezeigt, als wenn ich nach “wetter spanien” gesucht hätte. Google AdWords merkt sich also mein Suchbegriffe und versucht daraus Rückschlüsse auf meine aktuelle Suchanfrage zu ziehen.

Profitieren werden davon wohl vor allem Kampagnen mit vielen expliziten Keyword-Kombinationen. Es wird also wahrscheinlich nur die Werbung geschalten, wenn jemand auch explizit “wetter spanien” oder [wetter spanien] eingebucht hat. Ein Broad Match für “wetter” würde hier wohl nicht ausreichen.

Aus Sicht des Werbetreibenden kann ich das ganze noch nicht beurteilen - oder: Wie oft passiert es, dass dieser Algorithmus ins Leere greift? Mal schauen, wie sich dieses Thema entwickelt.

Kategorie: SEM | Keine Kommentare »